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Zweites Zuhause in Luckenwalde

Hoffest bei Wohnprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Zweites Zuhause in Luckenwalde

Bei einem Hoffest konnten Nachbarn und Interessierte ein besonderes Wohnprojekt in Luckenwalde kennenlernen: In der Mauerstraße leben 20 minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Familien nach Deutschland gekommen sind. Wie ihr Alltag in Luckenwalde aussieht, erzählten sie den Besuchern bei Kaffee und Kuchen.

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So vielfältig geht es in der Mauerstraße zu.

Quelle: Bärmann

Luckenwalde. Am Samstagnachmittag gab es in der Mauerstraße 13B in Luckenwalde die Gelegenheit, im Rahmen eines Hoffestes einen Einblick in das dortige Wohnprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu erhalten. Bei Kaffee und Kuchen konnte man mit den Bewohnern und Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Die Einrichtung wird seit Ende Februar von der Urban Social gGmbH betrieben und bietet zurzeit 20 jungen Menschen zwischen 15 und 18 Jahren aus sechs verschiedenen Ländern ein neues Zuhause.

Eingeladen waren alle Interessierten, doch in erster Linie richtete sich die Veranstaltung an die Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die den Jugendlichen täglich auf der Straße oder beim Einkaufen begegnen und die vorab per Flyer im Briefkasten über das Fest informiert wurden. Einige Anwohner nutzten diese Möglichkeit zum Kennenlernen der jungen Leute und ließen sich auch gleich die Einrichtung zeigen und erklären. Zudem gab es Livemusik von der Band „Runway“.

Zu den Besuchern zählte unter anderem Familie Richter aus der Rudolf-Breitscheid-Straße. Sie hätten generell keinerlei Berührungsängste und bereits sehr positive Erfahrungen mit den Jugendlichen gemacht. So sei ihnen von diesen auf der Straße schon spontan Hilfe angeboten worden, als sie ihren Sohn aus dem Rollstuhl ins Auto setzen wollten.

Landrätin Kornelia Wehlan zeigte sich beeindruckt

Zu den ersten Gästen des Nachmittags zählte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke), die sich ebenfalls durch das Haus führen ließ und sich beeindruckt von den Deutschkenntnissen einiger Bewohner zeigte. Diese lernen die Sprache von Montag bis Donnerstag jeweils sechs Stunden im angrenzenden Oberstufenzentrum.

Außerhalb des Unterrichts kümmern sich 14 hauptamtliche Mitarbeiter um die Jugendlichen, die in ihren Heimatländern oft Schreckliches erlebt haben und in Deutschland ohne ihre Eltern und Geschwister neu anfangen müssen. „Unser Ziel ist es, ihnen ein zweites Zuhause zu geben, eine Familie zu sein und keine Aufbewahrungsanstalt“, sagte Tina Senst, Projektkoordinatorin und Leiterin der Einrichtung. Die Jugendlichen wissen das zu schätzen, fühlen sich wohl und bezeichnen die Mitarbeiter tatsächlich bereits als „Onkel“, „Schwester“ und „Mutter“.

Senst zog am Ende eine positive Bilanz des ersten Hoffestes und war mit der Resonanz bei den Bürgern zufrieden. Und wer diese Gelegenheit zum Kennenlernen verpasst hat, der bekommt dazu beim geplanten großen Sommerfest im August noch einmal die Möglichkeit.

Von Tobias Bärmann

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