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Abschied nach 13 traumhaften Jahren

Letzter Auftritt der Dreamdaddys und ihrer Töchter des TSV Falkensee Abschied nach 13 traumhaften Jahren

Vor 13 Jahren entstand die Idee, beim TSV Falkensee eine Gruppe turnender Väter mit ihren Töchtern zu gründen. Die Dreamdaddys und ihre Töchter präsentierten ihren Verein seitdem mit einem europaweit einzigartigen Konzept auf eine sympathische Weise weit über die regionalen Grenzen hinaus. Diesen Sonnabend tritt die Showgruppe zum vorerst letzten Mal auf.

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Dreimal vertraten die Dreamdaddys und ihre Töchter ihren Verein, das Land Brandenburg und Deutschland bei der Weltgymnaestrada, dem weltweit größten Turnfest.

Quelle: privat

Falkensee. Nach 13 Jahren schließt sich der Kreis für die Dreamdaddys und ihre Töchter. Bei der großen Weihnachtsgala des TSV Falkensee, wo einst die traumhaft zu nennende Erfolgsgeschichte der turnenden Väter und Töchter ihren Anfang nahm, verabschiedet sich die Showgruppe am morgigen Sonnabend von seinem Publikum. „Wir haben schon vor einem Jahr daran gedacht aufzuhören. Aber da war die neue Stadthalle noch nicht fertig. Weil dorthin jetzt die Weihnachtsgala nach Falkensee zurückkehrt, haben wir noch ein Jahr weitergemacht, denn wir wollten uns unbedingt bei dieser Veranstaltung, bei der für uns damals alles begann, auch verabschieden“, sagte Dreamdaddy-Oldie Carsten Klinke, der als einziges Gründungsmitglied mit seiner Tochter Cindy Meintzer immer noch mit dabei ist.

Die Idee für die Dreamdaddys und ihre Töchter entstand im Jahr 2003. Da sah TSV-Vereinschefin Birgit Faber in Berlin den Olympiasieger Andreas Wecker zusammen mit seiner Tochter turnen und sagte sich: „Das können wir in unserem Verein auch.“ So entstand mit dem ersten Auftritt bei der Weihnachtsgala 2003 beim TSV Falkensee ein Projekt des Familiensports, das deutschland- und europaweit einzigartig ist.

Inzwischen waren insgesamt 32 Väter mit ihren Töchtern Mitglieder der Gruppe. Die Mädchen kommen alle aus den Turngruppen des TSV Falkensee und sind dort erfolgreich bis hin zu bundesweiten Wettkämpfen. Die Väter waren in verschiedenen Sportarten aktiv – außer Turnen – oder kamen erst durch ihre Töchter zum Sport. Derzeit sind die noch aktiven Dreamdaddys 35 bis 55 Jahre und die Mädchen sechs bis 20 Jahre alt.

Das gemeinsame Sporttreiben in der Freizeit macht ihnen großen Spaß, ist aber angesichts des regelmäßigen Trainings (immer sonntags) und der Vorbereitung auf die verschiedenen Auftritte auch sehr anstrengend. Da kommt es auch mal zu Problemen oder Konfliktsituationen, die in der Gruppe oder zu Hause in der Familie gelöst werden. So ist bei ihnen ein gutes Vater-Tochter-Verhältnis entstanden, wie alle Daddys berichten können, auch bei jenen Vätern, die von der Mutter getrennt leben. Wegen dieser gemeinsamen Erlebnisse mit den Töchtern und auch den anderen Mitgliedern sagen alle TSV-Dreamdaddys, sowohl die Ausgeschiedenen als auch die Aktiven, die sich nun verabschieden, dass es in der Gruppe eine „einmalige Zeit“ gewesen sei.

Zu diesem nicht zu unterschätzenden sozialen Aspekt kamen bei der Falkenseer Gruppe auch die sportlichen Erfolge dazu. Im Mai 2005 sorgten die Dreamdaddys und ihre Töchter mit ihrem Auftritt beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin für Begeisterung beim Publikum. Ihre Programme mit Übungen der Akrobatik, des Turnens und des Tanzes wurden immer anspruchsvoller. Als Showgruppe qualifizierten sich die Dreamdaddys und ihre Töchter 2006 für das Bundesfinale des Wettbewerbs „TUJU-Star“ in Gütersloh und wurde dort deutscher Vizemeister.

Immer mehr wurden die turnenden Väter und Töchter aus Falkensee für die verschiedensten Veranstaltungen nachgefragt – Schulfeste, Erntedankfeste, Turnfeste, im Jahr 2007 in Weimar ein Treffen mit dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, Fernsehauftritte, Tage der offenen Tür im Bundesfamilienministerium, Sportlerehrungen, „Feuerwerk der Turnkunst“ und vieles andere mehr.

Dreimal – 2007 in Dornbirn (Österreich), 2011 in Lausanne und 2015 in Helsinki – nahmen die Dreamdaddys und ihre Töchter an der Weltgymnaestrada, dem weltweit größten Turnfest, teil. Ein weiterer absoluter Höhepunkt war im Jahr 2010 die Ehrung mit dem „Goldenen Stern des Sports“, den sie in Berlin von Bundespräsident Christian Wulff und dem damaligen DOSB- und heutigen IOC-Präsidenten Thomas Bach überreicht bekamen. Im vorigen Jahr sind die Dreamdaddys und ihre Töchter als Mannschaft des Jahres des Märkischen Turnerbunds Brandenburg ausgezeichnet worden.

Für ihre Showprogramme mussten im Laufe der Jahre immer wieder neue Ideen gefunden werden, wobei daran Carsten Klinkes Tochter Cindy Meintzer, die zu den besten Turnerinnen des TSV Falkensee gehört, und ihre Mutter Ines einen besonders großen Anteil haben. Fast alle Daddys helfen immer so gut es geht bei den organisatorischen Dingen. „Ohne die Unterstützung durch den Verein wäre das alles auch nicht möglich gewesen“, sagte Carsten Klinke.

Ein Problem für die ehemaligen und aktuellen Dreamdaddys ist es, dass die Töchter mit der Zeit immer größer und schwerer werden und von ihren Vätern in den Übungen nicht mehr gehoben werden können. Deshalb war die Gruppe auch immer auf der Suche nach Nachwuchs, für diejenigen, die deshalb ausscheiden mussten. „Das ist zuletzt immer schwieriger geworden, dazu kommt das regelmäßige Training und das an einem Sonntag, was auch nicht jedermanns Sache ist. Deshalb haben wir uns jetzt auch entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen“, sage Carsten Klinke. Er schloss aber ein Comeback der Dreamdaddys und ihrer Töchter nicht aus, wenn „eines Tages wieder genug Interessenten da sind, die die Sache fortführen wollen.“

Von Axel Eifert

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