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Beim TSV Chemie Premnitz dreht sich nicht alles um das runde Leder

MAZ-Serie: Mein Verein Beim TSV Chemie Premnitz dreht sich nicht alles um das runde Leder

Der Verein kann auf eine über 100-jährige Historie zurückblicken. Der TSV Chemie Premnitz ist vor allem bekannt für seine Fußballer und Handballer. Doch die Bowler gehören aktuell zur deutschen Spitze. Außerdem gibt es viele weitere Sportangebote – auch für Flüchtlinge.

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Die Fußballer um Jens Theidig (Nummer 23) kicken in der Landesliga Nord.

Quelle: Stefan Peglow

Premnitz.

Nun blickt der TSV Chemie Premnitz nach mehreren Namensänderungen auf eine über hundert Jahre alte Geschichte zurück. Noch immer ist er der größte Sportverein in der 8400-Einwohner-Stadt Premnitz. 717 Mitglieder treiben in 19 verschiedenen Abteilungen aktuell Sport. „Die größte Sorge ist jedoch, dass wir kaum Mitglieder im Alter zwischen 18 und 30 Jahren haben“, sagt Uwe Wittschorek. Der 61-Jährige ist seit 2004 hauptamtlicher Geschäftsführer und 1. Vorstandsvorsitzender des TSV. „Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen“, sagt er im Hinblick auf seinen Job.

Handballer spielten einst in der DDR-Oberliga

Die Ursache für die fehlenden Jugendlichen im Verein kennt Wittschorek ganz genau: „Sie ziehen für die Ausbildung oder das Studium in die großen Städte.“

Früher war das anders. Mit der Errichtung des Chemiefaserwerks nach dem Krieg erlebte der MTV, wie er damals noch hieß, einen großen Aufschwung. Es wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) gegründet, die zu DDR-Zeiten bis zu 2000 Mitglieder verzeichnete. Die Handballer spielten in der DDR-Oberliga, die Fußballer in der DDR-Liga und im Bowling wurde die BSG 1970 DDR-Meister, in der Leichtathletik und im Turnen konnten junge Talente an die Sportschulen delegiert werde.

Die erfolgreichen Bowling-Mannschaft

Die erfolgreichen Bowling-Mannschaft.

Quelle: Verein

Für die vorbildliche Entwicklung des Sportangebotes in Premnitz wurde die BSG Chemie Premnitz 1965 sogar mit der „Friedrich-Ludwig-Jahn-Medaille“ ausgezeichnet. Es war die höchste Auszeichnung des Deutschen Turn- und Sportbundes der DDR.

Mit der Wende 1990 kam der große Umbruch. Aus der BSG wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet, finanzielle Mittel aus der Trägerschaft standen nicht mehr zur Verfügung, es mussten Sponsoren gewonnen werden und die Mitgliederzahl ging rapide nach unten. Bis zum Jahr 2000 halbierte sich die Mitgliederzahl des TSV Chemie Premnitz bereits auf 1200. Auch für die erfolgreichen Premnitzer Sportler änderte sich nach der Wiedervereinigung einiges. Die Handballer wurden in die 2. Bundesliga eingestuft, konnten die Liga jedoch nicht halten. Heute bilden die Premnitzer Handballer mit den Rathenowern die Spielgemeinschaft Havelland und treten in der 1. Verbandsliga an.

Dreifacher deutscher Meister im Bowling

Die Fußballer, die in der DDR-Liga spielten, lösten sich gar auf und starteten einen kompletten Neubeginn. Dieser führte sie in die Landesliga Nord. Mit Champions-League-Sieger Jörg Heinrich kickte 2006/07 bei Chemie Premnitz ein prominenter Fußballer.

Die erfolgreichste Abteilung ist jedoch Bowling. Als dreifacher deutscher Meister spielen die Premnitzer in der Bundesliga. Peter Lorenz ist Bundestrainer. Lars Tangermann, Tobias Gäbler, Kai Günther und Andreas Gripp gehören zur Nationalmannschaft. Gäbler wurde 2008 Vize-Weltmeister.

an.

Von Luisa Müller

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