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Andreas Herdlitschke ist der Meistermacher

Coach von Fini Sturm Andreas Herdlitschke ist der Meistermacher

Unter den vielen Trainern, die sich während der Europameisterschaft auf der Regattastrecke in Brandenburg tummeln, ist mit Andreas Herdlitschke auch ein Brandenburger. Der 52-Jährige betreut den leichten Doppelzweier mit Fini Sturm und Marie-Louise Dräger, der durchaus Medaillenchancen haben sollte.

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Andreas Herdlitschke mit seinen beiden Mädels Fini (l.) und Marie, die er bei der EM betreuen wird.

Quelle: privat

Brandenburg/H. Unter den vielen Trainern, die sich während der Europameisterschaft auf der Regattastrecke tummeln, ist mit Andreas Herdlitschke auch ein Brandenburger. Der 52-Jährige betreut den leichten Doppelzweier mit Fini Sturm und Marie-Louise Dräger, der durchaus Medaillenchancen haben sollte. Herdlitschke ist seit Anfang 2015 Trainer am Bundesstützpunkt Berlin. Zuvor war er vier Jahre Trainer am Stützpunkt in Potsdam. Wie auch sein Schützling Fini Sturm hofft auch Herdlitschke mit nach Rio zu können.

Andreas Herdlitschke übernahm bereits 1981 seine erste Trainerfunktion bei der damaligen BSG Einheit. Der gelernte Metallmodelbauer betreute viele Jahre den Brandenburger Rudernachwuchs. Nach der Wende legte er wegen seiner beruflichen Neuorientierung eine mehrjährige Pause ein, war dann Mitte der 1990er Jahre aber wieder da. Sein erster bekannter Schützling beim RCHB war Steffi Donner.

Max Röger wechselte im Jahr 2005 in seine Trainingsgruppe. Später kam dann auch Fini Sturm unter seine Fittiche. Da er alle drei Sportler in die deutsche Spitze führte, wurde man beim deutschen Ruderverband auf ihn aufmerksam. Ab 2005 besetzte er eine Drittelstelle als Stützpunkttrainer in der Havelstadt und seit 2011 ist er hauptamtlicher Trainer beim DRV.

Seit 2015 befindet sich sein Arbeitsplatz im Bundesleistungszentrum am Hohenzollernkanal in Berlin. Er ist Bundestrainer für den Leichtgewichts-Doppelzweier. „Ich habe in Berlin zusätzlich eine Trainingsgruppe mit acht Frauen. Darunter ist auch Fini Sturm“, so Herdlitschke. Als Bundestrainer ist er bei allen Trainingslagern und Regatten mit dabei. Natürlich coacht er während der EM das Duo Dräger/Sturm. Ob der jedoch den deutschen Doppelzweier auch bei den olympischen Spielen betreuen darf, ist derzeit noch völlig offen.

„Das hängt mit der Zahl der qualifizierten deutschen Boote zusammen“, erklärt der Trainer, dessen Boot sich bereits voriges Jahr qualifiziert hat. Die letzte Qualifikationsmöglichkeit für die restlichen deutschen Boote ist der Weltcup in Luzern. Je weniger Boote in Rio dabei sind, desto weniger Trainer dürfen letztlich mit.

INTERVIEW:

MAZ: Andreas Herdlitschke, am Donnerstag fällt der Startschuss zur Ruder EM 2016 in Brandenburg auf dem Beetzsee. Etwas Besonderes für Sie als Bundestrainer und gebürtigen Brandenburger?

Andreas Herdlitschke: Natürlich, keine Frage. Das ist ein tolles Gefühl. Mindestens genauso gut wie die U23 Weltmeisterschaft 2008, die auch in Brandenburg ausgetragen wurde. Die EM jetzt ist aber noch mal eine Leistungsklasse höher. Das ist schon ein geiles Gefühl.

Die europäische Elite hat ihr Kommen angesagt. Wie stehen die Chancen für das deutsche Team bei der EM? Wer ist die größte Konkurrenz?

Die Medaillenchancen für unser Team stehen ganz gut. Viel hängt davon ab, wer für die EM gemeldet hat und tatsächlich an den Start geht; das ist eine spannende Frage. Ich selbst halte es meist so, mir die Gegner vorher gar nicht anzugucken, sondern voll auf uns fokussiert zu bleiben. Es gibt auch große Unterschiede, wenn man aus dem Kontinent rausgeht – da herrscht noch mal ganz andere Konkurrenz. Neuseeland oder die Kanadier, die liefern Zeiten, das ist der Wahnsinn. Ich denke, zum Beispiel im Doppelvierer haben wir bei der EM gute Chancen, unser größter Konkurrent ist aber auch da Großbritannien.

Mit dem leichten Doppelzweier, den Sie als Trainer betreuen, haben sich vor anderthalb Wochen Fini Sturm und Marie-Louise Dräger in letzter Minute für die EM qualifiziert. Zählen die beiden auch zu den Medaillenhoffnungen?

Auf jeden Fall. Traditionell stark auch in diesem Bereich sind die Briten. Polen und Dänemark, je nachdem ob da die starken „alten Damen“ ins Rennen geschickt werden, sehe ich da auch vorn dabei. Ich denke aber, wir haben in dieser Klasse gute Chancen. Wir wollen schon aufs Treppchen, auch wenn wir in diesem Jahr etwas anders an den EM-Wettkampf herangehen.

Inwiefern anders?

Das olympische Jahr ist sehr lang. Es gibt in diesem Jahr drei, vier Höhepunkte, auf die das Training angepasst wird und zu denen die Athleten auf den Punkt in ihrer besten Form sein sollen. Die EM bestreiten wir diesmal aus einer recht hohen Belastung heraus. Normalerweise ist vorher eine Woche Luft, das sieht diesmal etwas anders aus. Gerade bei Fini Sturm würde es mich natürlich besonders freuen, wenn sie bei der EM stark abschneidet, schließlich ist es für sie ja ein Heimspiel.

Fini Sturm ist gebürtige Brandenburgerin...

Genau, und hier groß geworden. Im Herbst 2013 ist sie zunächst an den Wochenenden zum Nachwuchs-Leistungsstützpunkt nach Potsdam gewechselt, an dem ich damals als verantwortlicher Trainer tätig war. Sie hat eine tolle Entwicklung genommen. Wahnsinn, das so mitzuerleben. Nach dem EM-Vizetitel im Leichtgewichts-Doppelzweier 2015 und dem U23-Weltmeistertitel im Leichtgewichts-Doppelvierer 2014 wäre ein gutes Abschneiden bei der EM in der eigenen Heimat eine tolle Fortsetzung. Zusammen mit der mehrfachen Weltmeisterin Marie-Louise Dräger geht da ein starker Doppelzweier ins Rennen.

Von Marcus Alert und Nadine Bieneck

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