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Rad-Weltmeister wird Brandenburger

Radsport Rad-Weltmeister wird Brandenburger

Sieben Mal nahm er am härtesten und größten Radrennen der Welt, der Tour de France, teil und erreichte das Ziel in Paris. Nun hat Bert Grabsch ein neues Etappenziel erreicht. Er ist mit seiner Familie nach Brandenburg/Havel gezogen und arbeitet dort in einem Fahrradgeschäft.

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Ex-Radprofi Bert Grabsch (r.) steigt in das Fahrradgeschäft von Ronald Bertz in Brandenburg/Havel ein.

Quelle: Foto: Marcus Alert

Brandenburg/Havel. Gut möglich, dass schon bald das Trikot mit dem Regenbogen im Fahrradgeschäft von „Radsport Bertz“ in Brandenburg/Havel hängt. Denn ab 1. September arbeitet dort Bert Grabsch. Der Ex-Radprofi wurde 2008 Weltmeister im Zeitfahren. „Das Regenbogen-Trikot als Zeichen für den Weltmeister hängt bei mir in einem Glasrahmen. Klar, dass ich mich immer gern daran zurückerinnere“, erzählt der 42-Jährige, für den sich nach dem Umzug mit der Familie von Tägerwilen am Schweizer Ufer des Bodensees an den Beetzsee in Brandenburg der Kreis schließt.

Denn Grabsch stammt aus See-grehna, einem Ortsteil von Lutherstadt Wittenberg, nahe an der Grenze zum Land Brandenburg. Und noch einen Bezug gibt es. 1997, also vor genau 20 Jahren, startete er seine Profi-Karriere auf dem Rennrad bei den Agro Adlern Brandenburg. Vier Jahre später gehörte Grabsch, der durch seinen zwei Jahre älteren Bruder Ralf Grabsch (ebenfalls Ex-Radprofi und nun U23-Bundestrainer) bei der BSG Chemie Piesteritz zum Radsport kam, zur ersten Liga. Er fuhr beim Schweizer Team Phonak, dann für T-Mobile, HTC-Highroad und zuletzt bis 2013 in der belgischen Equipe Omega Pharma-Quick Step.

Weltmeister im Zeitfahren

Sieben Mal bestritt Bert Grabsch die Tour de France, auch beim Giro d’Italia und der Vuelta in Spanien war er dabei. „Ich habe alles erlebt“, sagt er. „Besonders stolz bin ich auch auf meine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 und 2012.“

Bert Grabsch 2012 bei der Tour de France

Bert Grabsch 2012 bei der Tour de France.

Quelle: DPA/Augenklick/Roth

Als tempoharter Zeitfahrer lieferte er sich große Duelle mit Jan Ullrich, war auch mehrfach deutscher Meister in dieser Spezialdisziplin. Grabsch hat aber auch die Doping-Skandale miterlebt. Als 2006 sein US-amerikanischer Phonak-Teamkollege Floyd Landis die Tour de France gewann, flog dieser vier Tage später wegen Dopings auf. „Ich habe drei Wochen für ihn im Wind gearbeitet und die Tempoarbeit gemacht“, sagt Bert Grabsch voller Bitterkeit. „Ich bin strikt gegen Doping.“

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

Einerseits sei der Kontakt zu ehemaligen Teamkollegen wie dem aus Cottbus stammenden Danilo Hondo – jetzt Schweizer Nationaltrainer – oder dem Rostocker André Greipel noch da, andererseits sei das alles weit weg. „Beim Tour de France-Start in Düsseldorf Anfang Juli habe ich eine Reisegruppe betreut“, berichtet Grabsch, der mit seinem Umzug nach Brandenburg „eine Lebensentscheidung“ getroffen hat, wie er selbst sagt. Einst hatte er eine kaufmännische Ausbildung absolviert, in diesem Jahr schloss er ein Marketingstudium ab. „Ich habe auch schon zwei Jahre in einem Radsportgeschäft in der Schweiz als Verkäufer gearbeitet“, erzählt er. Zum 1. Januar 2018 wird er den Radladen von Ronald Bertz übernehmen, auch dessen Team. „Ich weiß, was mich erwartet“, sagt Bert Grabsch, der samt Familie – Ehefrau Susanne sowie den Töchtern Lea (13) und Amelie (6) – in die Stadt an der Havel gezogen ist. Die Kleine wird demnächst eingeschult.

Natürlich steigt Grabsch weiter auf das Rennrad, fährt aber ohne Ambitionen. Die Radsportabteilung des BSC Süd 05 bekommt also demnächst ein prominentes Mitglied.

Von Manfred Hönel und Peter Stein

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