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Sport hält krebskranken Mann am Leben

Kampf gegen die Zeit Sport hält krebskranken Mann am Leben

Matthias Nitsche ist 48 Jahre alt. Zu jung zum Sterben. Und doch: Maximal zwölf Monate haben die Ärzte Matthias Nitsche gegeben, als sie 2009 einen Tumor in seinem Kopf erkannten. Fast jede freie Minute verbringt er seither bei den Kanuten des ESV Kirchmöser, kniet sich in die ehrenamtliche Arbeit hinein – und ist überzeugt, dass ihn das am Leben hält.

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Bei Werbeaktionen für den Kanurennsport setzt sich Matthias Nitsche auch auf das Ergometer.
 

Quelle: Marcus Alert

Brandenburg/H.  Der Kanu-Rennsport beim ESV Kirchmöser ist das Leben von Matthias Nitsche. Und das ist keine Floskel. Denn bei dem 48-Jährigen wurde im Jahre 2008 ein Tumor im Kopf festgestellt. Im Januar 2009 gaben ihm die Ärzte noch sechs bis zwölf Monate. „Das Gefühl, gebraucht zu werden, hat mich aber am Leben gehalten“, ist Matthias Nitsche überzeugt.

Als sein Sohn Martin vor 16 Jahren beim ESV Kirchmöser mit dem Paddeln begann, fand auch Matthias Nitsche zum Wassersport. Zuvor war er 13 Jahre lang beim Spielmannszug der BSG Aufbau Brandenburg aktiv gewesen. Nitsche machte seinen C-Trainer und seinen Motorbootführerschein und fungiert seitdem als Co-Trainer von Landesstützpunkttrainer Bernd „Adam“ Wenzel. Viermal wöchentlich ging es zum Training und an einem Dutzend Wochenenden standen Regatten im Terminkalender. Und das, obwohl Nitsche als Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn im Schichtbetrieb arbeitete. „Ich wurde aber dabei immer von der Bahn unterstützt“, erinnert sich Nitsche.

Inzwischen ist Nitsche befristet berentet, widmet er seine freie Zeit fast ausschließlich dem Kanu-Verein. Er ist bei jedem Training mit dabei, stellt die Förderanträge und ist immer auf der Suche nach neuen Sponsoren. Im Frühjahr repariert und streicht er die Boote und derzeit ist er dabei alle Aktiven im Computer zu erfassen, da seit diesem Jahr der elektronische Startpass Pflicht ist. Und alle Fäden der Werner-Hoheisel-Regatta laufen natürlich auch bei ihm zusammen. Und verbringt er die eine Woche Winterferien mit dem Kanu-Nachwuchs im Skilager. „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich allerdings hin und wieder auch kleinere Auszeiten nehmen“, so Nitsche. Doch kämpfe er sich dann immer wieder schnell zurück. Da er wegen seiner Erkrankung kein Auto fahren darf, ist Matthias Nitsche zumeist mit dem Fahrrad unterwegs. Selbst bis nach Lehnin, zu seinen Eltern, radelt er. Und auch Termine in Kirchmöser und Brandenburg erledigt er mit dem Rad.

In der Havelstadt hat er auch seinen zweiten ehrenamtlichen Job. Denn als Vertreter des ESV ist er Mitglied im Regattateam, das die Wettkämpfe auf der Brandenburger Regattastrecke organisiert.

Von Marcus Alert

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