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Dem Titelkampf ein Stück näher

Profi-Boxabend in Bestensee Dem Titelkampf ein Stück näher

Der Profi-Boxabend in der Bestenseer Arena bot beachtliches Niveau und fast durchweg schnelle Entscheidungen. Der Berliner Supermittelgewichtler „Energy Eddy“ Gutknecht besiegte Slavisa Simeunovic und konnte seinen zwölften Platz in der WBO-Rangliste verbessern.

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Eduard Gutknecht (links) ließ seinem Gegner Slavisa Simeunovic keine Chance und sorgte Ende der fünften Runde für die vorzeitige Entscheidung.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Bestensee. Eduard Gutknecht ist dem erhofften Titelkampf ein Stück näher gekommen. Beim Prof-Boxabend, der am Sonnabend in der Bestenseer Arena meist gutes sportliches Niveau bot, konnte der Berliner Supermittelgewichtler den Kampf gegen Slavisa Simeunovic vorzeitig für sich entscheiden. Gegen Ende der fünften von acht angesetzten Runde verteilte „Energy Eddy“ schwere Wirkungstreffer, so dass Simeunovic zu Boden musste und aufgab.

„Ein guter Showman“, zollte Gutknecht seinem Rivalen trotzdem Respekt. „Er war bestens auf mich vorbereitet und hat versucht, sich so teuer wie möglich zu verkaufen.“ Es zeigte sich zwar schnell, wer Chef im Ring war, doch Simeunovic, der in Halle lebt, legte es darauf, mit offener Deckung seinen Gegner aus der Reserve zu locken. „Er ging auf Konter aus“, bestätigte Gutknecht, ließ sich aber nicht zu spontanen Aktionen verleiten, sondern sorgte mit klarer Linie für den vorzeitigen Erfolg. „Da dürfte ich in der WBO-Rangliste weiter nach oben klettern“, freute sich der Sieger, der bisher an zwölfter Stelle notiert war. So hofft Gutknecht auch darauf, dass er noch im Herbst einen Titelkampf erhält. Am liebsten würde er WBO-Weltmeister Arthur Abraham vor die Fäuste bekommen, „doch an ihn kommt man nur sehr schwer heran.“

„Mich hat früher Muhammad Ali fasziniert. Mit dem aktuellen Boxgeschehen bin ich aber nicht so vertraut“, bekannte der Bestenseer Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf. „Ich freue mich vor allem darüber, dass wir solch einen sportlichen Höhepunkt bieten können. „Boxen ist immer interessant“, bestätigte der Bestenseer Henry Kurze, der mit Familie in die Halle kam. Auch Volleyballer Matze Böhme und Rainer Latzke, der Co-Trainer der Netzhoppers, entpuppten sich als Box-Fans. „Es ist schon beeindruckend, wie da im Ringe gearbeitet wird“, erklärte Böhme, der sich unter Latzkes Regie auf die kommende Saison vorbereitet und dabei 15 Kilogramm abgenommen hat.

Wer gekommen war, das geheimnisumwitterte Profibox-Fluidum mal selber auszuleuchten, wurde schnell vom sportlichen Stellenwert überzeugt. Wenig Schampus am Ring, und das fein bezwirnte Publikum auf den vorderen Plätze bewies dezente Sachkenntnisse. Unter den Gäste war mit Pablo Hernandez auch der Weltmeister nach IBF-Version im Cruisergewicht. „Die Jungs haben sich bewiesen. Nun müssen sie weiter dazu lernen“, gab er den Ringakteuren mit auf dem Weg.

Doch schon die Vorkämpfte hatten neben etwas „Fallobst“ auch Highlights zu bieten. So den 25jähren Angelo Frank, der im Weltergewicht sein Profidebüt gab. Nicht nur, dass der Neuling seinen Kontrahenten in der ersten Runde k. o. schlug, er überraschte die Zuschauer auch gleich noch mit einem Freudensalto rückwärts. Frank ist schließlich gelernten Artist, im Zirkuswagen groß geworden und hat von einem Onkel die Vorliebe für den Boxsport übernommen. Der Auftritt in Bestensee soll dann auch mehr als einkurzer Ausflug in den Ring gewesen sein. „Ich will schon weiter nach oben“, verriet Frank. Überzeugende Vorstellungen boten dann auch der 2,03 m große schwedische Schwergewichtler Adrian Granat, der nur 20 Sekunden brauchte, um gegen Haris Radnilovic seinen K.o.-Sieg perfektzumachen. Im ersten Hauptkampf bestätigte Arthur Mann, dass er nicht von Ungefähr als „Donner von Hannover“ und Thunderman gilt. Er zwang Marcel Erler, nach der dritten Runde aufzugeben.

„Es war eine gute Vorstellung“, schätzte Trainer Hartmut Schröder ein, der beim gastgebenden Viking-Boxteam Gutknecht und Mann betreut. „Für die Hauptkämpfe konnten wir respektable Gegner verpflichten. Da hätte der Abend durchaus noch eine größere Zuschauerresonanz verdient gehabt.“ „Wir versuchen, Boxen in Bestensee zu etablieren“, erklärte Bürgermeister Quasdorf und versprach, für das nächste Jahr einen günstigeren Termin zu finden.

Von Rainer Rosenthal

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