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„Hier läuft alles professioneller ab“

Volleyball-Brandenburgliga „Hier läuft alles professioneller ab“

In den ersten Monaten dieser Saison konnten die Zuschauer ein ungewohntes Gesicht bei den Brandenburgliga-Volleyballern der SpG Prieros/ Netzhoppers KW beobachten. Mit Callan Bray aus Adelaide (Südaustralien) spielte in der Hinrunde erstmals ein Ausländer im Team von Trainer Björn Langner.

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Die Mannschaft schenkte Callan Bray (untere Reihe Mitte) ein Teamposter zum Abschied.

Quelle: Privat

Königs Wusterhausen. In den ersten Monaten dieser Saison konnten die Zuschauer ein ungewohntes Gesicht bei den Brandenburgliga-Volleyballern der SpG Prieros/ Netzhoppers KW beobachten. Mit Callan Bray aus Adelaide (Südaustralien) spielte in der Hinrunde erstmals ein Ausländer im Team von Trainer Björn Langner. Das Ganze geschah im Rahmen eines inoffiziellen Sportleraustauschs. Zum Abschied erzählt er im Interview von seinen Erlebnissen.


MAZ:
Herr Callan Bray, wie ist dieser ungewöhnliche Austausch eigentlich zustande gekommen?

Callan Bray: Im Sommer 2014 war Jonathan Sommerfeld, ein Spieler der Spielgemeinschaft, aufgrund seines Studiums für einige Zeit in Australien und hat bei meinem Verein, den „Northern Knights“, Volleyball gespielt. Wir haben uns von Anfang an ziemlich gut verstanden und im Laufe der Zeit entstand dann die Idee, dass ich auch mal für sein Team spielen könnte. Das hat alles super gepasst, zumal ich ohnehin mal nach Europa wollte und dann habe ich irgendwann den Flug gebucht.

Sie hatten jetzt über ein Vierteljahr Zeit, hier in Deutschland Volleyball zu spielen. Was war der größte Unterschied zu Ihrer Heimatliga in Australien?

Es gab schon einige Unterschiede. Hier läuft alles viel professioneller ab: Spielerpässe, sowas gibt es bei uns zum Beispiel überhaupt nicht. Außerdem werden bei uns einige Regeln anders ausgelegt. So dürfen wir öfter wechseln als hier erlaubt, das gilt aber auch nur für alle Ligen unterhalb der AVL (Anmerkung der Redaktion: Australian Volleyball League, höchste australische Liga).

Wurden Ihre Erwartungen an die Zeit hier erfüllt?

Auf jeden Fall. Ich wollte aber nicht nur spielen und trainieren sondern auch neue Trainingstechniken lernen. Ich reise deswegen mit einem vollen Buch neuer Methoden zurück, die ich hier sammeln konnte. Ein Training mit dem Bundesliga-Team der Netzhoppers hätte das Ganze noch abgerundet. Leider hat das zeitlich nicht gepasst.

Mit den Berlin Recycling Volleys und den Netzhoppers KW-Bestensee haben wir ja zwei Erstliga-Teams hier bei uns in der Region. Haben Sie einige Spiele gesehen?

Ich habe fünf Spiele der Berlin Recycling Volleys gesehen. Dort habe ich immer Freikarten bekommen, weil ich Kontakt zu Paul Carroll, einem australischen Spieler dort im Team hatte. Von den Netzhoppers habe ich leider nur ein Match sehen können. Ein Highlight für mich war aber auf jeden Fall auch ein Erstliga-Spiel in Polen, das ich besuchen durfte.

Welche Länder und Städte Europas haben Sie sich angeschaut und was hat Sie davon am meisten begeistert?

Ich war in Barcelona, in München beim Oktoberfest, in Prag, in Köln beim Karneval. Ich war außerdem in Katowice und Krakau in Polen. Gewohnt habe ich in Berlin in einer kleinen WG. Es war toll neben neuen sportlichen Erfahrungen auch viele neue kulturelle Situationen zu erleben.

Wie sieht es denn mit der Volleyball-Kultur in Australien aus?

Der Unterschied zu hier ist gravierend. Volleyball spielt in der australischen Sportlandschaft eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn er in der letzten Zeit immer mehr im Kommen ist. Die meisten Leute bei uns betreiben Footy, eine Mischung aus Rugby oder Cricket. Das sind unsere beiden Nationalsportarten. Außerdem sind die Entfernungen bei uns natürlich ganz anders. Nur um ein Beispiel zu geben: Im Staat, in dem ich wohne, leben etwa 1,7 Millionen Menschen auf einer Fläche, die dreimal so groß ist wie Deutschland. Da ist es natürlich schwer ein Ligensystem aufzubauen. Alle Volleyballclubs bei uns kommen aus der Hauptstadt Adelaide.

Aber es gibt schon eine australische Nationalliga, oder?

Es gibt die AVL, die ist vergleichbar mit der 1. Bundesliga in Deutschland. Da spielen dann die verschiedenen Bundesstaaten untereinander. Die Spieler in der AVL werden aber nicht bezahlt. Deswegen spielen die meisten Volleyball-Profis auch in Europa.

Haben Sie noch eine witzige Anekdote aus den letzten knapp vier Monaten?

Die ersten, die mir in den Sinn kommen, sind nicht wirklich für die Zeitung geeignet. Aber was in den ersten Spielen witzig war: Es ist hier üblich, sich nach guten Spielen auf die Schulter zu klopfen. Das hörte dann ab dem zweiten Spiel aber zumindest bei mir auf, da ich doch schon ganz schön transpiriere wenn ich Sport mache. Daher habe ich auch immer zwei Handtücher dabei gehabt.

Noch ein paar letzte Worte zum Abschluss Ihrer Zeit in Deutschland.

Ich werde die Leute und das Land hier auf jeden Fall sehr vermissen. Viele Leute sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich habe viel gelernt, was ich zu Hause gerne anwenden möchte.

 

Von Jonathan Sommerfeld

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