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Netzhoppers empfangen Herrsching

Volleyball-Bundesliga Netzhoppers empfangen Herrsching

Zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde befinden sich neben den Netzhoppers (10. Platz, 13 Punkte), der VSG Coburg/Grub (8., 14), dem TV Rottenburg (9., 14) und dem aktuell Tabellenletzten CV Mitteldeutschland (11., 13) noch vier Mannschaften in akuter Abstiegsgefahr, eine davon muss nach dem 20. Spieltag den schweren Gang in die 2. Liga antreten.

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Nur ein Sieg zählt für die Netzhoppers-Spieler um Kapitän Manuel Rieke (Nr. 13) gegen Herrsching, will das Culic-Team Verfolger Mitteldeutschland auf Distanz halten.

Quelle: Oliver Schwandt

Bestensee. Die Volleyball Bundesliga steht vor einem spannenden Schlussspurt und die Netzhoppers KW-Bestensee sind mittendrin – auch wenn man bei den Brandenburgern darauf sicherlich lieber verzichtet hätte. Zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde befinden sich neben den Netzhoppers (10. Platz, 13 Punkte), der VSG Coburg/Grub (8., 14), dem TV Rottenburg (9., 14) und dem aktuell Tabellenletzten CV Mitteldeutschland (11., 13) noch vier Mannschaften in akuter Abstiegsgefahr, eine davon muss nach dem 20. Spieltag den schweren Gang in die 2. Liga antreten. Alles entscheidet sich noch in dieser Woche und die Netzhoppers haben im Vergleich zu den Kontrahenten ein vermeintlich günstiges Restprogramm. In den Partien gegen den TSV Herrsching (19.30 Uhr) und Düren (Sonnabend, 19.30 Uhr) spielen sie in der heimischen Landkost-Arena Bestensee um den Ligaverbleib. Mit einer Ticketaktion „Unsere Zwei für den Klassenerhalt“ will der Verein dabei möglichst viele Fans in die sogenannte „Brandenburger Hölle“ locken – im Vorverkauf bietet er beide Spiele zum vergünstigten Preis von zehn Euro an. Dafür bekommen die Fans nicht nur sportlich was geboten, sondern auch was fürs Auge. Gerade der erste Gegner am Mittwochabend ist in der Liga für seine extravagante Außendarstellung bekannt. Der TSV Herrsching bezeichnet sich selbst als „Geilsten Club der Welt“ (GCDW). In den sozialen Netzwerken provozieren die Marketingverantwortlichen des Clubs mit munteren Video-Botschaften auch mal feste Ligagrößen wie den Rekordmeister Friedrichshafen, dazu kommt noch das offensichtliche und auch auffälligste Detail: Die Spieler treten in Trikots an, die an die Ur-Tracht der Bayern erinnern und in Lederhosen-Optik gestaltet sind. Im Hinspiel setzte es eine defige 0:3-Klatsche, gerade als man sich auf einem sportlich besseren Weg wähnte. Die Herrschinger Nationalspieler Patrick Steuerwald und Daniel Malescha rissen die Partie an sich und nahmen die Gäste förmlich auseinander. Diese beiden sind auch über die gesamte Saison hinweg gesehen die Schlüsselspieler des Tabellensiebten aus Bayern. „Wenn wir den Diagonalspieler Daniel Malescha in den Griff bekommen, haben wir gute Chancen das Spiel zu gewinnen“, prognostiziert Netzhoppers-Coach Mirko Culic.

Und ein Erfolg gleich im ersten von den zwei verbleibenden Spielen wäre im Kampf um den Klassenerhalt enorm wichtig, auch um den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Obwohl sich Netzhoppers-Kapitän Manuel Rieke, 33, in dieser Hinsicht keine allzu großen Sorgen macht. „Ich bin sehr zuversichtlich, was diese beiden Spiele angeht. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir mit solchen Drucksituationen gut umgehen können - wir haben in den wirklich wichtigen Spielen immer eine gute Leistung gezeigt“, so Rieke, der nach dieser Saison seine Karriere definitiv beenden wird. Wie das gelingen kann, gibt der Ex-Nationalspieler seinem Team auch gleich mit auf den Weg: „Wir müssen mutig bleiben und dürfen nicht vorsichtig agieren.“

Denn sonst sei man in der Liga aufgeschmissen, die in diesem Jahr sportlich noch einmal besser geworden ist. Das erfahren nicht zuletzt gerade die Netzhoppers, die im vergangenen Jahr mit einem fast identisch besetzten Kader keine Abstiegssorgen hatten. „Alle Mannschaften sind besser geworden und wir müssen unsere beste Leistung abrufen, um Spiele zu gewinnen“, so Trainer Culic. Im letzten Spiel hat das eigentlich ganz gut geklappt, beim Pokalfinalisten Bühl holte sein Team auswärts einen Punkt und verlor knapp mit 2:3.

Doch gerade das Beispiel Bühl zeigt, dass die Liga sportlich zwar stärker geworden ist, einige Teams dem finanziellen Aufwand aber nicht gewachsen sind. Bühl, aktuell als Tabellensechster für die Playoffs qualifiziert, richtete beim Heimspiel gegen die Netzhoppers einen dramatischen Hilferuf in Richtung Fans: Im Etat klafft eine 90.000 Euro große Lücke, wird die nicht geschlossen, gehen „im nächsten Jahr die Lichter aus“. Noch schlimmer erging es den Verantwortlichen der VSG Coburg/Grub. Die Volleyball Bundesliga (VBL) zog dem Verein vor Beginn des vergangenen Spieltags drei Punkte wegen „Verstößen gegen Auflagen im wirtschaftlichen Lizenzierungsverfahren“ ab, wie die Liga mitteilte – dadurch gerieten die Franken überhaupt erst in den Abstiegssog. Doch es scheint noch nicht das Ende zu sein: Würden die erforderlichen Nachweise nicht bis zum Ende dieser Woche erbracht, drohen weitere Punktabzüge, was dem Verein wohl den direkten Abstieg bringen dürfte.

Doch an derlei Hoffnungen wollen sich die Netzhoppers KW-Bestensee nicht klammern, oder sich zumindest nicht darauf verlassen. „Unser Ziel ist es, sportlich zu zeigen, dass wir in die Bundesliga gehören. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es dem Team gelingen wird. Gerade, weil wir in den Heimspielen fast immer richtig gut gespielt haben“, sagt Arvid Kinder, Geschäftsführer Sport der Netzhoppers. Auch der Ex-Spieler arbeitet im Hintergrund bereits an den Planungen und konnte im Gegensatz zu einigen Konkurrenten positive Nachrichten verbreiten: Erst in der vergangenen Woche verlängerten zwei Hauptsponsoren ihre Verträge und sagten eine Erhöhung der finanziellen Unterstützung zu. Jetzt ist es an den Netzhoppers, sportlich die Erstklassigkeit nachzuweisen.

Von Matthias Penk

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