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Tanz auf dem Drahtseil

HSV Wildau besiegt den PHC Wittenberge mit 28:24 Tanz auf dem Drahtseil

In einem intensiven Spiel hat der HSV Wildau knapp die Oberhand behalten und den Tabellennachbarn PHC Wittenberge mit 28:24 bezwungen. Die Wildauer behaupten damit den fünften Platz in der Brandenburgliga.

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Wildau. „Da wir keine Möglichkeit hatten, uns im gemeinsamen Training vorzubereiten, wurde es ein Tanz auf dem Drahtseil“, erklärte Trainer Sven Brade. „Wir mussten im Spielverlauf zusehen, dass wir es hin bekamen.“ Wobei sich die Wildauer HSV-Handballer am Sonnabend auch als Drahtseil tauglich erwiesen. Sie gewannen das Heimspiel gegen den Tabellennachbarn PHC Wittenberge mit 28:24 und behaupteten in der Brandenburgliga den fünften Platz.
Der Vergleich mit den Gästen aus der Prignitz wurde nicht nur zum Drahtseilakt, sondern vor allem auch zu einer sehr intensiven, harten Bewährungsprobe. „Ich hätte dieses Spiel nicht pfeifen wollen“, zeigte Brade Mitgefühl mit den Schiedsrichtern, die reichlich damit beschäftigt waren, das Geschehen unter Kontrolle zu halten.

Interview

Jim Ludwig zeigte sich in der brisanten Schlussphase treffsicher und hatte so großen Anteil am Wildauer 28:24-Sieg.
MAZ: Wie wichtig war dieser Erfolg?
Jim Ludwig: Sehr wichtig, wir wollen ja den Anschluss zu den Spitzenmannschaften halten.
Warum tat sich die Wildauer Mannschaft zunächst aber so schwer?
Ludwig: Uns fehlt das gemeinsame Training. Doch in der Woche sind viele Spieler nun mal auswärts. Da braucht es im Spiel etwas Zeit, bis wir den gemeinsamen Rhythmus gefunden haben.
Phasenweise haperte es auch mit der Chancenverwertung.
Ludwig: Diesmal waren 28 Tore tatsächlich zu wenig, zumal drei Siebenmeter vergeben wurde. Wir müssen einfach weiter an der Chancenverwertung arbeiten.
Beim 25:23 gelang Ihnen allerdings ein spektakulärer Treffer, aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Hatten Sie diese Variante geübt?
Ludwig: Ja, das wurde schon mal im Training probiert. In dieser Szene musste ich auch den Abschluss suchen, denn es war Zeitspiel angezeigt.
Was erwarten Sie noch von dieser Saison?
Ludwig: Dass wir in der Abschlusstabelle im Bereich von Platz drei bis Platz fünf liegen.

Schien es noch unglücklich, dass Löwendorf von einem Wurf voll im Gesicht getroffen wurde und nach 20 Minuten ausscheiden musste, so gab es doch auch etliche Szenen, die die Gemüter auf den Rängen arg erregten. Etwa, als Brands beim Torwurf in der Luft gerammt wurde. Dass diese rücksichtslose Aktionen nur mit Siebenmeter plus Zwei-Minuten-Zeitstrafe geahndet wurde, brachte die Zuschauer auf die Palme. Hatten sie doch 14 Tage vorher erlebt, dass Kroll für eine vergleichsweise harmlose Aktionen gleich die rote Karte sah. Andererseits griffen die Schiedsrichter aber auch konsequent durch. So zeigten sie dem Wittenberger Trainer Bebber Rot, weil der sich bemüßigt fühlte, einem Wildauer Spieler unfreundliche Worte zu verpassen.
„Doch unsere Mannschaft ist gereift und kann auch solche Situationen meistern“, bestätigte Brade. Dabei bekamen die Gastgeber gleich in der Anfangsphase die Athletik und die Angriffswucht der Gäste zu spüren. Wenn Torhüter Pechhold nicht mit mehreren grandiosen Paraden Ärgeres verhindert hätte, wären die HSV-Handballer wohl gleich bedrohlich weit in Rückstand geraten. Auch so sah sich Trainer Brade genötigt, bei 3:7 eine Auszeit zu nehmen. Nach 4:8 konnte seine Mannschaft den Rückstand dann auf verkürzen, und mit dem 11:11 gelang Ludwig der Ausgleich (21.).
Die Prignitzer legten zwar wieder vor, doch wirkten sie gegen Ende der ersten Halbzeit schon nicht mehr so dynamisch wie in der Anfangsphase. Dagegen setzte sich nun immer mehr die ausgeprägtere Wildauer Spielkultur durch. Wobei es sich die Gastgeber aber dadurch schwer machten, dass sie mal wieder etliche dicke Chancen ausließen. Bei 14:14 erzielte Dähn in Unterzahl den erneuten Ausgleich, und Hohenstein nutzte gleich noch ein Kreisanspiel zur 15:14-Führung (28.). Als die Gastgeber aber in der Schlussphase der ersten Halbzeit sogar zwei Mann mehr auf dem Parkett hatten, vertändelten sie diese Gelegenheit zunächst durch Ballverlust und konnten dann einen Siebenmeter nicht verwandeln.
Eingangs der zweiten Spielhälfte blieb es zunächst beim knappen Zwischenstand. Doch nachdem der gerade eingewechselte Torwart Chambers einen Siebenmeter abgewehrt hatte, konnten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 21:17 ausbauen (45.). Beim Stand von 22:20 parierte der HSV-Schlussmann einen weiteren Siebenmeter (50.), trotzdem zogen die Wittenberger bei 23:23 noch einmal gleich (54.).
Bis zur vorletzten Spielminute blieb das Geschehen hoch brisant. Poschinski entwischte seinem Sonderbewacher und erzielte das 24:23. Mit einer artistischen Aktion traf Ludwig von der linken Seite zum 25:23 ins kurze Eck. Vom Siebenmeter-Punkt verkürzte PHC Wittenberge auf 25:24, wogegen die Wildauer einen weiteren Strafwurf nicht verwandeln konnten. Feick wurde beim Nachwurf aber behindert. Es gab erneut Siebenmeter, Co-Trainer Beuthling handelte den Gästen gleich noch eine Zeitstrafe ein, und Ludwig ließ die Wildauer Anhängerschar mit dem 26:24 aufatmen. Im Kontern erhöhte Hohenstein auf 27:24, und Nachwuchsspieler Röschel setzte den Schlusspunkt zum 28:24.

Die Aufstellung

HSV Wildau: Pechhold, Chambers; Brands 3 (1), Poschinski 7, Löwendorf, Ustinov 3, Dähn 6, Hohenstein3, Ludwig 4 (1), Richter 1, Feick, Röschel 1.

Von Rainer Rosenthal

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