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Tempo auch beim Stullenschmieren

25. RTF „Vor den Toren Berlins“ Tempo auch beim Stullenschmieren

Bei der 25. Radtourenfahrt „Vor den Toren Berlins“ sorgten 250 Teilnehmer für ein stattliches Feld. Der Anteil der Fahrer, die für einen Verein starten, geht allerdings immer weiter zurück. Doch ohne Verein gibt es auch keine Wertungskarte, um Punkte einzutragen.

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Start am Königs Wusterhausener Hockeyplatz. 250 Fahrer sorgten für ein stattliches Teilnehmerfeld.

Quelle: Rainer Rosenthal

Königs Wusterhausen. „Beim Stullenschmieren ist Tempo gefragt“, stellte Hans Zippan gleich mal klar. „Und was es dabei alles gibt: Pflaumenmus, Erdbeermarmelade, Haselnussaufstrich, Schmalz, ... Und auch noch Kuchen, das reinste Schlemmerfest.“ Hans Zippan, der vor 50 Jahren sein erstes Radrennen fuhr und bei der Bezirksmeisterschaft in Potsdam gleich den sechsten Platz belegte, betreute zur 25. Radtourenfahrt „Vor den Toren Berlins“ gemeinsam mit seinem Sohn Michael und Hans Sonneberg wieder den Kontrollpunkt im Limpsdorf, den die meisten der 250 Teilnehmer zweimal passierten.

Die Radtourenfahrt versetzt die Radsportler des RSV 93 Königs Wusterhausen/Wildau alljährlich in eine Art Ausnahmezustand. Schon im Vorfeld muss ein strammes organisatorisches Pensum abgestrampelt werden. Der Veranstalter braucht zunächst einmal die „Erlaubnis für die Durchführung einer Veranstaltung für die Straßen mehr als verkehrsüblich in Anspruch gebracht werden“. In 28 Punkten wird dabei nicht mit Bedingungen und Auflagen gespart. Punkt 22 etwa verlangt, dass pferdebespannte Festwagen grundsätzlich von einem Führer geleitet werden müssen. Der hübschen Pferdefestwagen-Anregung wollte der Veranstalterverein dann doch nicht weiter nachgehen. Auch so waren am Tourtag 24 Helfer voll gefordert, bei der Anmeldung auf dem Königs Wusterhausener Hockeyplatz, als Eskorte bis zum Bahnhofstunnel und wie Hans Zippan an den einzelnen Kontrollstellen, wo Mineralwasser dann allerdings gefragter als Schmalzstullen war, und wo es den Stempel für die Wertungskarte gab, so dass die Punktesammler ihr Konto weiter aufbessern konnten.

Das Punktesammeln kam vor 25 Jahren nach Königs Wusterhausen, auf Initiative von Paul Dinter, dem damaligen Breitensport-Fachwart des brandenburgischen Landesverbandes, und dank Fritz Wellner von den Berliner Bären, die auch mit technischen Ausrüstung aushalfen. „Der Rückspiegel ist immer noch dabei“, verkündete Wellner bei der Jubiläumstour. Er hat bei keiner Radtourenfahrt „Vor den Toren Berlins“ gefehlt. Früher munterte das Berliner Urgestein seine müden Weggefährten auch noch nach 150 Kilometern mit flotten Sprüchen auf, inzwischen beschränkt sich der Wortvorrat auf die etwas kürzeren Strecken.

25 Jahren sind am Radtourenfahren und auch am Königs Wusterhausener Starterfeld ohnehin nicht spurlos vorübergegangen. Landesweit gibt es nur noch drei Veranstaltungen dieser Größenordnung, wobei die Rathenower Veranstalter auch schon ihren Rückzug angekündigt haben. Da durfte der RSV 93 bei seinem Jubiläum mit 250 Teilnehmern sehr zufrieden sein. Wobei sich die Relationen inzwischen verschoben haben. Früher hatte fast jeder Radsportler, den es vor die Berliner Tore zog, auch seine Wertungskarte in der Tasche, um sich je nach Streckenlänge bis zu vier Punkte bestätigen zu lassen. Diesmal nun stellten die Punktejäger nur noch gut die Hälfte im Starterfeld. 118 Teilnehmer gehörten keinem Verein an, so dass für Karte und Stempel erst gar nicht in Betracht kamen..

Ob nun mit oder ohne Punkte-Ambitionen, auch aus Gera, Leipzig, Essen und Hamburg erschienen Gästen. Die weiteste Anreise hatte Matthias Kleszak aus München. 40 Vereine waren bei der Jubiläumstour vertreten. Den Pokal für die stärkste Gruppe aus Brandenburg holte der RSV Cottbus, der 13 Fahrer mobilisierte, darunter auch mehrere Jugendliche. In dieser Wertung belegte der RSV Blankenfelde mit sechs Teilnehmern den zweiten Platz vor dem RSV Lübben, der vier Pedaleure an den Start schickte. Aus Berlin war Möve Britz mit elf Startern am stärksten vertreten. Jeweils neun Teilnehmer kamen vom RSV Spandau und vom RV Charlottenburg.

Von Rainer Rosenthal

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