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Der Mann für Brieselangs Kegeltalente

Treue Seele im Sportverein Der Mann für Brieselangs Kegeltalente

Seit seinem Umzug aus Borgsdorf ist Enrico Krenz bei den Keglern vom Brieselanger SV in mehreren Funktionen tätig gewesen. Vor sechs Jahren übernahm er die Verantwortung für die Nachwuchstalente in seinem Verein und konnte mit ihnen seitdem eine Reihe hochkarätiger Erfolge feiern. Er selbst erhielt kürzlich die Auszeichnung als „Sportsympathiegewinner“.

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Enrico Krenz (hinten r.) mit einigen seiner Schützlinge auf der Brieselanger Kegelbahn.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Bei der Sportlerehrung des Landkreises Havelland kürzlich in Rathenow stellte im Publikum eine junge Handballspielerin ihren Teamkolleginnen die Frage: „Was ist Bohlekegeln eigentlich für eine Sportart?“ Sie war neugierig geworden, weil gleich mehrere Mädchen und Jungen vom Brieselanger SV zur Auszeichnung auf die Tribüne gerufen wurden. Immer wieder musste auch ihr Trainer Enrico Krenz mit nach vorn. Er wurde dann sogar noch extra als „Sportsympathiegewinner“ des Jahres 2015 von der Lotto Brandenburg GmbH und dem Landessportbund geehrt. „Ohne den unermüdlichen Einsatz von Sportverrückten wir Enrico Krenz wäre eine kontinuierliche und erfolgreiche Nachwuchsarbeit kaum denkbar“, hieß es in der Begründung zur Auszeichnung.

In seinem Verein sind sich alle Mitglieder einig, dass er die Ehrung verdient hat. Der heute 45-jährige Enrico Krenz, der in Borgsdorf im Nachbarkreis Oberhavel groß geworden ist und im Alter von neun Jahren bei Chemie Oranienburg (heute Oranienburger KC) mit dem Kegeln begonnen hatte, kam im Jahr 2001 nach einem Umzug zum Brieselanger SV. Seitdem kegelt er dort nicht nur im ersten Herren-Team, das im vorigen Jahr als Vizelandesmeister den bislang größten Erfolg gefeiert hat, sondern war und ist in den verschiedensten Funktionen tätig.

Deutscher Vizemeister mit der männlichen Jugend A

Zwischendurch sei er sogar einmal 2. Vorsitzender des Vereins gewesen, aber „das war nicht so erfolgreich“, wie er selbst meinte. Seit drei Jahren ist Enrico Krenz beim den Brieselangern Chef der Kegelabteilung und damit Ansprechpartner für die rund 50 Mitglieder. Seit sechs Jahren kümmert er sich erfolgreich um den Nachwuchs im Verein. So wurde das von ihm betreute Team der männlichen Jugend A im Jahr 2012 in Kiel deutscher Vizemeister, sein derzeitiger Schützling Sarah Lieske hat den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft geschafft. Seit vorigen Jahr ist Enrico Krenz auch noch kommissarisch als Kreisjugendwart tätig.

„Da geht natürlich viel Zeit drauf“, sagte er. Im Durchschnitt zwei- bis dreimal in der Woche sei er beim Training auf der Bahn in Brieselang. Dazu komme der ganze „Organisations- und Schreibkram“ für die Kindermannschaften und die Kegel-Abteilung. „Deshalb bin ich meiner Frau Simone auch richtig dankbar dafür, dass sie mir in allen diesen Dingen den Rücken frei hält. Sonst wäre das alles nicht möglich“, sagte Enrico Krenz, der beruflich im Gleisbau bei der Deutschen Bahn tätig ist. Seine Frau und sein Sohn Enrico sind ebenfalls Mitglieder im Brieselanger Verein. Sie ist Kassenprüferin im Gesamtverein, sein Filius hat lange unter den Fittichen seines Vaters für die Brieselanger gekegelt, ist jetzt aber für längere Zeit zur Bundeswehr gegangen.

Angebot vom Bundesligaverein Fehrbellin abgelehnt

Weil der Sohn inzwischen aus dem Haus ist und deshalb in Brieselang alles zu groß geworden sei, ist Enrico Krenz mit seiner Frau vor einiger Zeit nach Hakenberg bei Fehrbellin gezogen. Das wurde auch vom dortigen Verein SV 90 Fehrbellin bemerkt, deren Kegel-Herren sogar in der 1. Bundesliga spielen. „Sie haben bei mir nachgefragt, ob ich bei ihnen Trainer im Nachwuchs machen möchte“, sagte Enrico Krenz. Er habe aber abgelehnt. Schließlich sei es von Hakenberg bis Brieselang nur 30 Minuten Fahrweg. Das sei aber nicht der wichtigste Grund gewesen. „Ich bleibe meinen Kindern treu, denn ich bin sehr stolz auf sie. Ich habe das in Brieselang aufgebaut, und ich habe, wenn gesundheitlich bei mir alles mitspielt, noch viel mit ihnen vor“, so Enrico Krenz, der aktuell 14 Mädchen und Jungen in den Altersklassen der Jugend A und B betreut.

Die nächsten Ziele sind schon abgesteckt. Im April finden die Landeseinzelmeisterschaften für den Nachwuchs in Neuruppin statt, Anfang Mai in Wolfsburg dann die Deutschen Meisterschaften im Drei-Bahnen-Spiel. Anfang Juni steigen schließlich in Celle die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für den Nachwuchs. „Dort hoffen wir auf eine Medaille“, sagte Enrico Krenz, der dem ersten Herrenteam seines Vereins im derzeitigen Endspurt um die Landesmeisterschaft wegen einer Armverletzung nicht helfen kann. „Für mich ist es schwierig, dort zuzusehen, denn es juckt unheimlich und ich will unbedingt wieder kegeln.“

Zurück zur havelländischen Sportlerehrung in Rathenow: Die Frage der Handballspielerin nach dem Bohlekegeln bestätige ihn in seiner Erfahrung, dass es schwer sei, Nachwuchs für seine Sportart zu finden, meinte Enrico Krenz. „Wir gehen öfters an die Schulen, hängen dort Plakate aus und sprechen Mädchen und Jungen an. Aber viele gehen dann doch lieber zum Fußball, Handball oder anderen Sportarten, die sie interessanter finden“, meinte der Trainer. Er werde es mit seinen Vereinskollegen aber weiter versuchen, in der Region Talente für das Kegeln zu finden.

Für seine Auszeichnung als „Sportsympathiegewinner“ werden von Lotto Brandenburg 350 Euro in die Vereinskasse des Brieselanger SV eingezahlt. „Das Geld wird den Kindern zugute kommen. Wir wollen damit im Sommer ein Trainingslager machen“, sagte Enrico Krenz.

Von Axel Eifert

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