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Falkenseer Trio bei Olympia in Rio

Annika Bochmann, Nils Brembach und Ronald Rauhe am Start Falkenseer Trio bei Olympia in Rio

Zu den 425 Teilnehmern aus Deutschland an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gehören auch drei Sportler aus Falkensee. Seglerin Annika Bochmann und Geher Nils Brembach geben dabei ihr Olympia-Debüt. Renn-Kanute Ronald Rauhe, im Jahr 2004 in Athen schon einmal Olympiasieger, nimmt bereits zum fünften Mal an Sommerspielen teil.

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Annika Bochmann (r.) und Marlene Steinherr wollen in der 470er Klasse der Frauen das Finale der besten zehn Boote erreichen.

Quelle: Privat

Falkensee. Nach der verletzungsbedingten Absage von Marathonläufer Arne Gabius am Donnerstag wird die deutsche Olympia-Mannschaft mit 425 Sportlern in Rio de Janeiro an den Start gehen. Darunter sind gleich drei Teilnehmer aus der 43 000-Einwohner-Stadt Falkensee – was ein Novum ist: Seglerin Annika Bochmann, Geher Nils Brembach und Rennkanute Ronald Rauhe.

Annika Bochmann (Segeln)

Die 25-jährige Steuerfrau Annika Bochmann, die wie ihre Familie schon sehr lange in Falkensee lebt, und ihre Steuerfrau Marlene Steinherr (30) – beide gehören dem Verein Seglerhaus am Wannsee an – gehen in Rio in der 470er Klasse der Frauen an den Start. Da ihr Olympia-Wettkampf am 10. August mit den ersten beiden Wettfahrten beginnt, fliegen sie bereits an diesem Montag in die brasilianische Metropole. So haben sie auch noch genügend Zeit, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am kommenden Freitag teilzunehmen. „Darauf freuen wir uns beide schon ganz besonders“, sagte Annika Bochmann kurz vor ihrer Abreise der MAZ.

Die olympischen Rennen der 470er Seglerinnen, bei denen 20 Boote an den Start gehen, sind für den 10., 11., 12., 14., 15. und 17. August geplant. Der 13. und 16. August sind frei und mögliche Nachholtermine für ausgefallene Wettfahrten (wegen Flaute o.ä.). Als möglicher Nachholtermin für das Medaillenrennen ist noch der 18. August geplant. „Das Finale oder auch das Medaillenrennen der besten zehn Teams möchten wir gerne erreichen. Mal sehen, was dann noch möglich ist“, sagte Annika Bochmann.

Zusammen mit Marlene Steinherr hat sie sich akribisch auf den bisherigen Höhepunkt ihrer Sportlerlaufbahn vorbereitet. Beide waren insgesamt viermal zum mehrwöchigen Training auf der Olympiastrecke (Annika Bochmann mit ihrer vorherigen Vorschoterin sogar noch ein fünftes Mal) in der Guanabara-Bucht unterwegs, die im Vorfeld der Sommerspiele wegen der starken Verschmutzung schon oft in den Schlagzeilen war. „Wir sind bisher zum Glück davon verschont geblieben, uns dort mit irgendwelchen Krankheiten zu infizieren“, sagte Annika Bochmann.

Als Favoriten sieht sie Jo Aleh und Polly Powrie aus Neuseeland, die 2014 Olympiasiegerinnen in London waren, die aktuellen Weltmeisterinnen Camille Lecointre und Helene Defrance aus Frankreich sowie die Europameisterinnen Lara Vadlau und Jolanta Ogar aus Österreich, die den Olympiasieg als ihr erklärtes Ziel ausgegeben haben. Auch die Boote aus Großbritannien, den USA, Japan, den Niederlanden und aus dem Gastgeberland Brasilien seien nicht zu unterschätzen. „Es ist schwer zu sagen, die Weltspitze bei den Frauen liegt sehr eng beieinander“, meinte Annika Bochmann.

Nils Brembach (Leichtathletik)

Der 23-jährige Nils Brembach begann einst beim TSV Falkensee als Mittelstreckenläufer mit der Leichtathletik und wechselte vor sechs Jahren zum SC Potsdam ins Geher-Lager. Unter Bundestrainer Ronald Weigel steigerte er dort zuletzt seine Leistungen deutlich, wurde Deutscher Meister über 20 und 50 Kilometer und kam im vorigen Jahr bei seiner WM-Premiere in Peking über 20 Kilometer auf den 34. Platz.

Im Frühjahr schaffte er auf dieser Strecke die Qualifikation für die Olympischen Spiele, wo das bisher größte Rennen in seiner Karriere am 12. August um 19.30 Uhr (MESZ) gestartet wird. „Das ist in Rio um 14.30 Uhr. Dort ist zwar Winter, aber es werden sicher so um die 25 bis 30 Grad sein. Die Strecke kenne ich bisher nur aus der Teambroschüre, aber ich weiß, dass sie direkt am Wasser liegt und es unterwegs keinen Schatten gibt“, sagte Nils Brembach.

Nils Brembach

Nils Brembach

Quelle: dpa

Vor einer Woche kehrte der Falkenseer zusammen mit seinen ebenfalls für Olympia qualifizierten Vereinskollegen Christopher Linke und Hagen Pohle aus dem Trainingslager in Bulgarien zurück und absolviert derzeit zusammen mit ihnen die letzten Olympiavorbereitungen in Kienbaum. Am 5. August fliegt das Trio dann nach Rio. Die drei Geher können deshalb nicht am der Eröffnungsfeier teilnehmen und sie nicht einmal im Fernsehen anschauen, sind dann aber bei der Abschlussfeier der Sommerspiele dabei.

Eine konkrete Platzierung wollte Nils Brembach als Zielstellung für sein Olympia-Debüt nicht nennen, er möchte aber möglichst an seine Bestleistung von 1:20:58 Stunden herankommen. „Ich werde natürlich mein Bestes geben und hoffe vor allem, dass ich in der zweiten Rennhälfte schneller bin als in der ersten Hälfte“, sagte der Falkenseer, der in Rio vor Ort von seinen Eltern unterstützt wird. Als erste Favoriten auf den Olympiasieg sieht Nils Brembach den Spanier Miguel Angel Lopez und „alle Geher, die aus China kommen“. „Mit denen ist immer zu rechnen“, sagte er.

Ronald Rauhe (Kanu)

Für den 34 Jahre alten Ronald Rauhe, der seit 2005 in Falkensee wohnt und dem KC Potsdam angehört, ist es in Brasilien bereits die fünfte Olympiateilnahme. Der Olympiasieger von 2004 in Athen – damals mit Tim Wieskötter im Kajak-Zweier über 500 Meter – bestreitet als letzter der drei Teilnehmer aus Falkensee seine Wettkämpfe in Rio de Janeiro.

Ronald Rauhe (r) und Tom Liebscher

Ronald Rauhe (r.) und Tom Liebscher

Quelle: dpa-Zentralbild

Rauhe, der seit dem vorigen Jahr mit der Kanu-Olympiasiegerin Fanny Fischer verheiratet ist und mit ihr einen Sohn hat, geht im Kajak-Zweier zusammen mit dem Dresdner Tom Liebscher und danach im Einer jeweils auf der 200-Meter-Sprintstrecke an den Start. In beiden Fällen will er die Endläufe erreichen, die im Zweier am 18. August (Vorläufe am 17. August) und im Einer am 20. August (Vorläufe am 19. August) stattfinden.

Das Hauptaugenmerk von Ronald Rauhe liegt dabei auf dem Zweier mit Tom Liebscher. „Darauf ist alles ausgerichtet. Mit dem Einer beschäftige ich mich überhaupt nicht“, sagte Rauhe. Grundsätzlich würde er sich über eine Medaille freuen, egal welche Farbe. Ronald Rauhe: „Wenn ich antrete, dann aber immer mit dem Gedanken: Ich möchte Gold gewinnen. Wenn man nicht so denkt, hat man schon die entscheidende Zehntel am Start liegen gelassen.“

Von Axel Eifert

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