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100 000 Kilometer im Laufbauch vermerkt

MAZ-Serie „Treue Seele“ 100 000 Kilometer im Laufbauch vermerkt

Wer den Rathenower Lauftreff am Ferchesarer Weg schon einmal besucht hat, wird ihn kennen. Seit Jahren ist Gerd Last in der Westhavelländer Laufszene engagiert und kaum wegzudenken. Dabei hatte der gebürtige Semliner zunächst ganz andere Sportarten betrieben.

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Gerd Last (r.) hat den Semliner 3-Seen-Lauf ins Leben gerufen und ist heute noch als Mitorganisator dabei.

Quelle: Heike Wilisch

Semlin. Gerd Last hat eine Menge zu erzählen über „seinen“ Sport. Seit über 40 Jahren prägt der Semliner den Laufsport der Region wie kaum ein Anderer.

Dabei hatte der heute 78-Jährige sich zunächst in anderen Sportarten probiert. „Als Kind, welches am See geboren wurde, probiert man sich vor allem in Wassersportarten aus“, so Last. Segeln, Schwimmen und Eishockey standen auf der Interessenliste ganz weit oben. Doch mit den Jahren änderten sich die Gewohnheiten und Gerd Last, der auch in der Leichtathletik als Werfer Erfolge zu verzeichnen hatte, kam zum Laufen. „Das war 1972. Ich dachte, ich sei zu dick. So hat alles angefangen“, erzählt der gelernte Diplom-Landwirt. Fortan ging der mehrfache Großvater für sich selbst und allein laufen. Doch erst mit der Meilenbewegung von 1976 begann Last sich intensiv mit dem Laufsport zu befassen und wurde 1978 mit knapp 2000 gelaufenen Kilometern auch Meilenkönig. „Es war einfach schöner in Gemeinschaft zu laufen. Man konnte sich auch mal austauschen“, so Gerd Last.

Bereits ein Jahr später rief Last den Semliner 3-Seen-Lauf ins Leben und das zunächst in Eigenregie. „Im ersten Jahren waren wir 15 Läufer. Alles war sehr familiär und wir haben danach in unserem Garten gesessen“, erzählt der rüstige Rentner, der betont: „Ohne meine Frau Petra, die immer hinter mir stand, hätte ich das niemals so durchziehen können.“ Über 100000 Kilometer sind in den über 40 Jahren zusammen gekommen. Jeder Lauf wurde mit Datum und Strecke genau in einem kleinen Buch protokolliert. „Im Schnitt bin ich 9,2 Kilometer täglich gelaufen. Das hält jung und schult nicht nur den Körper, sondern auch den Geist“, so Last. Ob beim Rennsteiglauf oder mehreren Marathon-Läufen in Berlin, immer war Petra, mit der er seit 1969 verheiratet ist, an seiner Seite. „Der schönste Lauf war aber der Kyffhäuser Berglauf über 36 km. Das Profil dort war wahnsinnig schwer, aber richtig toll“, so der gebürtige Semliner, der heute wieder in seinem Geburtshaus direkt am See wohnt.

An einen Moment müsse er heute noch oft denken, erzählt Gerd Last. „Als ich beim Neuwittenbecker Lauf über 100 km nach knapp elf Stunden ins Ziel kam, war ich völlig überwältigt. Davon zehre ich noch heute.“ Doch nicht nur als aktiver Läufer war Last in den letzten knapp fünf Jahrzehnten unterwegs. Auch den Rathenower Laufverein, dessen stellvertretender Vorsitzender er war, prägte er über lange Jahre mit. Innige Freundschaften sind über die Jahre entstanden . „Am meisten wurde ich natürlich von Werner Bünger geprägt“, so Last, der heute mit der Laufgruppe Bünger einen regelmäßigen Lauftreff am Ferchesarer Weg in Rathenow veranstaltet. Bei diesen Läufen trägt Gerd Last regelmäßig selbst geschriebene Gedichte vor. Ein Markenzeichen von ihm. „Neben dem Schreiben von Gedichten zeichne ich seit über 20 Jahren das Wetter auf“, erzählt Last von weiteren Hobbys, ohne seinen Garten zu vernachlässigen, in dem es akkurat aussieht.

Seit einigen Jahren ist Last auch wieder bei „seinem“ 3-Seen-Lauf stärker in die Organisation eingebunden. „Der Lauf wurde ja von Jahr zu Jahr größer, das macht einen schon glücklich.“ Einen Wunsch hat Gerd Last am Ende dann aber doch noch. „Es wäre schön, wenn der 3-Seen-Lauf irgendwann mal meinen Namen tragen würde.“ Man würde es dem Laufsportveteran gönnen.

Von Christoph Laak

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