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„Das ist keine One-Man-Show, jeder ist ersetzbar“

MAZ-Serie: „Treue Seele“ „Das ist keine One-Man-Show, jeder ist ersetzbar“

Kerstin Jerichow ist bei der SG Einheit Rathenow in viele verschiedene Aufgaben eingebunden. Seit 1983 ist die 39-Jährige ihrem Verein treu geblieben und steht bis heute mehrmals wöchentlich am Beckenrand, um die Schwimmer und Schwimmerinnen der SG Einheit Rathenow zu trainieren.

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Kerstin Jerichow ist gleich in zwei Trainingsgruppen Übungsleiterin.

Quelle: Ronald Weihs

Rathenow. Wenn man Kerstin Jerichow über die SG Einheit Rathenow reden hört, merkt man sofort, dass es für sie eine Herzensangelegenheit ist. Seit 1983 ist die 39-Jährige beim Rathenower Schwimmverein aktiv und hat in dieser Zeit eine Menge miterlebt.

Kurios ist schon die Geschichte, wie die Physiotherapeutin damals zum Schwimmen kam. „Es war in dieser Zeit ja üblich, dass Trainer in die Klassen gingen und Schüler für verschiedene Sportarten sichteten. In unserer Klasse wollten die Trainer meinen Zwillingsbruder haben, also bin ich halt mitgegangen.“ Das ist mittlerweile über 30 Jahre her und Kerstin Jerichow ist mit viel Herzblut „ihrem“ Verein treu geblieben. Zunächst als aktive Schwimmerin, dann als Trainerin und in verschiedenen anderen Positionen. „Mit zwölf Jahren habe ich erstmals als Übungsleiterin geholfen“, erzählt die sportliche Leiterin des Vereins. Zu ihrer aktiven Zeit ist sie vor allem über die Freistil-Strecken aktiv gewesen, die sie auch heute noch am liebsten schwimmt. „Ich durfte mal bei einer Bezirksmeisterschaft in Potsdam starten, mit Übernachtung vor Ort. Das war schon ein tolles Erlebnis“, erzählt Kerstin Jerichow, die auch heute noch regelmäßig bei den Masters ins Wasser springt. „Wettkampfmäßig schwimm ich aber nicht mehr, das lässt die Zeit auch kaum zu.“

Die Prioritäten haben sich verändert. Mehrmals wöchentlich leitet Jerichow Jugend-Trainingsgruppen und ist auch in die Arbeit des Vorstand eingebunden. „Mit den Kindern zu arbeiten macht richtig Spaß, weil richtig viel zurückkommt. Den Kindern merkt man den Spaß richtig an“, so die 39-jährige Mutter von zwei Kindern, die, wie sollte es anders sein, ebenfalls bei der SG Einheit schwimmen. „Das ist auch das Schöne. Die Trainingszeiten und Wettkämpfe verschlingen natürlich viel Zeit, aber man muss kein schlechtes Gewissen haben, da meine Kinder ja immer dabei sind.“ Dabei ist es Kerstin Jerichow wichtig, dass sie eigentlich gar nicht so wichtig ist. „Klar, ich bin in viele Themen involviert. Aber das ist ja keine One-Man-Show, jeder ist ersetzbar. Wir haben im Verein viele tolle Helfer, die ihre Zeit opfern.“ Für die Trainingsgruppen organisiert die gute Seele des Vereins in den Ferien Trainingslager, für die sich Kerstin Jerichow aber gern frei nimmt, denn der Verein sei für sie wie eine Familie und in der langen Zeit seien ja auch Freundschaften entstanden. „Es ist einfach schön zu sehen, wie viele Leute sich ehrenamtlich im Verein engagieren, das geht oft Hand in Hand. Aktuell kümmern sich 13 Übungsleiter um die knapp 80 Kinder.“

In den letzten Jahren habe sich der Verein toll entwickelt, so Jerichow, auch wenn es manchmal schmerzt Kinder wegschicken zu müssen, da die Kapazitäten einfach begrenzt sind. „Die Trainingsgruppen sind voll und wir am Maximum angekommen. Das ist aber auch schön zu sehen, dass wir beim Schwimmen einen regen Zulauf verzeichnen zu können.“ Und das zahlt sich auch aus. Unter den gegebenen Umständen wird bei der SG Einheit leistungsorientiert trainiert. Erfolge gibt es immer wieder, wie Ole Mats Eidam zeigt. Dieser trainiert mittlerweile am Leistungsstützpunkt in Potsdam und in Rathenow auch von Kerstin Jerichow trainiert wurde. Auf die Faszination des Schwimmsports angesprochen sprudelt es noch einmal aus Kerstin Jerichow heraus. „Es ist ein sauberer, meistens verletzungsarmer Sport, der ungemein Spaß macht. Außerdem ist es einfach ein tolles Gefühl durchs Wasser zu schweben.“ Man glaubt es ihr sofort.

Von Christoph Laak

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