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Fußballverein trauert um getöteten Mitspieler

Drama in Nauen Fußballverein trauert um getöteten Mitspieler

Er war der Mittelfeldmotor und zuletzt dreifacher Torschütze für seinen Klub Blau-Weiß Groß Behnitz, einige nannten ihn Fußballgott. Jetzt trauern seine Mitspieler um den erschossenen Norman G. Er ist am Mittwochabend Opfer einer tragischen Verwechslung und von einem Jäger erschossen worden.

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Norman G.s Fußballverein hat zum Zeichen der Trauer weiße Rosen im Mittelkreis abgelegt.

Quelle: Screenshot

Nauen. Den Mittelkreis auf dem Fußballplatz von Blau-Weiß Groß Behnitz zieren weiße Rosen. Der Verein trauert um seinen tragisch verstorbenen Mitspieler Norman G. Der 31-Jährige ist am Mittwochabend in einem Feld nahe im Nauener Ortsteil Tietzow erschossen worden. G. hatte sich in dem Feld mit einer Frau niedergelassen. Ein Jäger, der ganz in der Nähe auf der Pirsch war, hörte ein Rascheln. Er dachte, bei dem Pärchen handele es sich um Wildschwein.

„Norman hat in die Welt gepasst. Ein tierisch guter Kumpel“

G. wurde durch den Schuss so schwer verletzt, dass er von den Sanitätern nicht wiederbelebt werden konnte. Die Nachricht vom Tod seines Torjägers Norman G. hatte Fred Hoffmann über Facebook erhalten. „Wir wollten es nicht glauben. Es war lange nicht klar, ob es sich wirklich um Norman handelt“, sagt der Vereinschef von Blau-Weiß Groß Behnitz. „Dann erhielt ich einen Anruf, dass er es ist. Wir sind alle niedergeschlagen. Norman hat in die Welt gepasst. Ein tierisch guter Kumpel. Er hat seine Meinung gesagt. Ein absoluter Teamplayer.“ Er werde eine Riesenlücke hinterlassen. „Die bekommen wir nicht geschlossen“, so Hoffmann, der lange sein Trainer war und seit 1992 an der Spitze des Vereins aus dem Havelland steht.

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Donnerstag, 10. September: Drama in Nauen – ein Mann ist am Mittwochabend Opfer einer tragischen Verwechslung geworden. Ein 30-jähriger Jäger hatte auf ihn und seine 23-jährige Freundin geschossen, die sich in einem Feld niedergelassen hatten. Der Jäger hatte das Pärchen für ein Tier gehalten. Durch den Schuss starb der Mann, die Frau wurde schwer verletzt.

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Auf Facebook-Seite des Vereins steht eine Trauer-Bekundung

Das sieht Trainer Steven Liepe ähnlich. „Er war unser Vize-Kapitän, unsere zentrale Figur in unserem Spiel“, sagt er. „Norman war für alle ein Vorbild. Auf und auch neben dem Platz. Wir sind alle platt und müssen die Sache erst einmal sacken lassen. Er wird uns an allen Ecken fehlen. Er war die Lunge der Mannschaft, war im Spiel überall, hat hinten ausgeholfen und vorn Tore geschossen.“ Für Liepe sei die Situation bedrückend. „Ich muss damit selber erst einmal klarkommen. Ich weiß, dass sich schon kleinere Gruppen getroffen haben und sich austauschen. Ich werde zeitnah eine Teambesprechung einberufen. Wann das sein wird, kann ich aber noch nicht sagen.“

Die Mannschaft hat ihrer Facebook-Seite ein Foto mit den weißen Rosen veröffentlicht, außerdem hat ein Mitspieler eine Trauer-Bekundung auf die Seite gestellt. Unter dem Foto haben viele Freunde und Mitspieler in einem Kommentar ihr Mitgefühl ausgedrückt.

Beim letzten Spiel hat Norman G. gleich dreimal getroffen

Auch Hoffmann hofft, dass das Team klarkommt. „Wir müssen sehen, wie das unsere junge Mannschaft jetzt verkraftet. Norman war einer aus ihrer Mitte.“ Der 55-Jährige Hoffmann will in Absprache mit seinem Vorstand Gesprächsrunden einberufen. „Jetzt müssen wir mit der Nachricht aber erst einmal allein klarkommen.“ Die Mannschaft aus der 2. Kreisklasse hat am Wochenende kein Spiel. Beim letzten Auftritt am 30. August war Norman G. noch der Matchwinner. Beim 4:1-Sieg gegen den VfL Nauen III traf er dreimal ins Tor.

Von Sebastian Morgner

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