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Lucke-Hof ist ins Kulturerbe aufgenommen

Premnitz Lucke-Hof ist ins Kulturerbe aufgenommen

Der Lucke-Hof an der Alten Hauptstraße 35 in Premnitz ist ins Kulturerbe aufgenommen worden. Das ist seit wenigen Tagen auf einer neuen Tafel am Tor des Hofes nachzulesen. Verliehen worden ist die Ehrung für die vorbildliche denkmalgerechte Restaurierung des Gebäude-Ensembles, das den einzigen noch erhaltenen Vierseitenhof fränkischer Bauart im Landkreis Havelland bildet.

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Friederike Wolk in traditioneller Kleidung am frisch restaurierten Brunnen des Hofes, der seinen Ursprung im Mittelalter hat.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Die Europäische Union (EU) hat den Lucke-Hof an der Alten Hauptstraße 35 in Premnitz ins Kulturerbe aufgenommen. Das kann jeder Interessierte auf der neuen blau-weißen Tafel lesen, die seit Kurzem das Hoftor ziert. Vergeben worden ist die Ehrung für die denkmalgerechte Restaurierung der historischen Gebäude-Gruppe, die den einzigen erhalten gebliebenen Vierseitenhof nach fränkischer Bauart im Landkreis Havelland bildet. Die Luckes hatten ihn 1723 als Lehnschulzenhof übernommen. Im Zuge der preußischen Agrarreformen ging er 1815 ins Eigentum der Familie über.

Die Fassade des Gutshauses an der Alten Hauptstraße ist in diesem Jahr restauriert worden

Die Fassade des Gutshauses an der Alten Hauptstraße ist in diesem Jahr restauriert worden.

Quelle: Bernd Geske

Wegen des desolaten Bauzustandes war der Hof nach der Wende 1990 nicht mehr wirtschaftlich nutzbar. Um ihn schrittweise wieder herzustellen, gründete sich unter Federführung der Erbin Ute Lucke-Polz 2001 ein Förderverein. Nach und nach gelang es, die ersten drei Seiten mit Scheune, Pferdestall und Rinderstall zu restaurieren. 2014 wurde das Dach des Gutshauses neu gedeckt – mit alten Ziegeln, die bei der Neueindeckung der nicht weit entfernten Kirche frei geworden waren. Drei recht unterschiedliche i-Tüpfelchen setzten in diesem Jahr dann eine Art Schlusspunkt. Die Außenhülle des Gutshauses an der Straßenseite wurde restauriert, indem nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde Putz und Farbanstrich erneuert, einige Fenster ausgetauscht und andere Fenster aufgearbeitet wurden. Der wegen mangelnder Festigkeit gesperrte Fußboden im Dachgeschoss ist wieder saniert worden.

Der Backofen im restaurierten Lehmbackhaus aus dem Jahr 1723 wird bei der Stallweihnacht am 10

Der Backofen im restaurierten Lehmbackhaus aus dem Jahr 1723 wird bei der Stallweihnacht am 10. Dezember wieder angeworfen.

Quelle: Bernd Geske

Außerdem hat man dem alten Lehmbackhaus von 1723 im Garten eine umfassende Verjüngungskur angedeihen lassen. Davon, dass es vor wenigen Wochen noch als einsturzgefährdet galt, kann keine Rede mehr sein. Bei der nächsten Stallweihnacht am 10. Dezember wird im alten Lehmofen wieder gebacken. Nicht zuletzt hat der aus dem Mittelalter stammende Brunnen wieder stilecht einen oberirdischen Teil bekommen. Einst sind Mensch und Tier von dort aus mit Wasser versorgt worden. Nun kann aus ihm wieder geschöpft werden, in vier Metern Tiefe stößt man aufs Nass.

All die Baumaßnahmen sind neben den Eigenmitteln des Vereins gefördert worden durch Gelder der EU, von Bundesministerien, vom Land Brandenburg und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Voraussetzung war eine Nutzung im sozialen und kulturellen Bereich. Kinder aus schwierigen Verhältnissen können dort Erholungsaufenthalte verbringen.

Stallweihnacht am 10. Dezember

Der Lucke-Hof ist der einzige noch erhaltene Vierseitenhof fränkischer Bauart im Landkreis Havelland.

Die Luckes übernahmen ihn im Jahr 1723 als Lehnschulzenhof. Im Zuge der preußischen Agrarreformen ging er 1815 ins Eigentum der Familie über.

Jährliche Weihnachtsveranstaltung des Hofs ist die „Stallweihnacht im Lichterglanz“, diesmal findet sie statt am 10. Dezember.

Ab 11 Uhr werden im Lehmbackofen Brote und Kekse gebacken.

Um 14 Uhr beginnt das Puppenspiel „Hänsel und Gretel“. Anschließend Krippenspiel, Posaunenchor und ein neuer Premnitz-Film.

Weil die Restaurierung des Lucke-Hofes so gut gelungen ist, hat er mit einer Doppelseite auch Eingang gefunden das Havelland-Buch der Reihe „Landschaften in Deutschland – Werte der deutschen Heimat“. Dieser Band Nr. 74 kommt jetzt heraus und wird mit einer Präsentation am 15. Dezember um 18 Uhr im Kulturzentrum Rathenow vorgestellt. Ute Lucke-Polz ist für Januar auch zur nächsten Grünen Woche nach Berlin eingeladen worden. Sie soll dort darüber berichten, wie es ihr mit Hilfe von öffentlichen Geldern gelang, den Hof zu restaurieren. „Es fehlt nicht mehr viel, dann sind wir fertig“, teilt sie mit. Die behindertengerechte Pflasterung des Hofes, die müsse demnächst noch vollendet werden.

Von Bernd Geske

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