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Optik Rathenow unterliegt Berliner AK 07 mit 0:1

Viel Applaus, aber keine Punkte Optik Rathenow unterliegt Berliner AK 07 mit 0:1

Diszipliniert, leidenschaftlich und ordentlich gespielt. In der Partie gegen den Tabellenzweiten BAK zeigte der FSV Optik eine gute Leistung. Dennoch standen die Rathenower am Ende wieder einmal mit leeren Händen da.

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Die Rathenower, hier Egzon Ismaili (oben), zeigten einen enormen Kampfgeist.

Quelle: Heike Wilisch

Rathenow. Der Phrasenschwein-Satz "Wenn du erst mal unten stehst..." wurde dem Gastgeber auf brutale Weise deutlich gemacht.

Eine interessante Konstellation gab es im taktischen Bereich. Erstmals in dieser Saison trat ein Gast am Vogelgesang mit drei Stürmern an. Das brachte den Berlinern zu Beginn zwar einige Ecken, aber keinerlei Torgefahr. Nach spätestens zehn Minuten sah man, wie die Partie laufen wird. Lange, schöne aber völlig unproduktive Ballstaffetten der Hauptstädter, dann ein Zweikampf und sofort schnelle Rathenower Gegenstöße. Das führte zu besten Möglichkeiten. Einen Kopfball vom diesmal als Sturmspitze aufgebotenen Süleyman Kapan entschärfte Marcel Höttecke in artistischer Manier. Dann ein Direktschuss von Egzon Ismaili aus spitzem Winkel, der vorbeiging. Auf der Gegenseite hatte Selvedin Begzadic keine einzige Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Die Versuche der Berliner flogen allesamt am Gehäuse vorbei. Aufregend wurde es in der Schlussphase der ersten Hälfte. Zunächst kam Sebastian Huke nach einer Ecke aus Nahdistanz frei zum Kopfball. Bis auf die kleine, aber lautstarke Gruppe der BAK-Fans jubelte das ganze Stadion bereits. Zu früh, der Ball ging nicht ins Tor. Sekunden vor dem Pausenpfiff gab es dann eine knifflige Szene für Schiedsrichter Oliver Lossius aus Sondershausen. Atakan Yigitoglu senste als letzter Mann Süleyman Kapan um. Der Unparteiische, der versuchte, das Spiel so wenig wie möglich zu unterbrechen und diese Linie auf beiden Seiten konsequent durchzog, beließ es bei Gelb.

Trainerstimmen

Engin Yanova: „Ich habe immer viel Respekt, wenn es nach Rathenow geht, denn ich habe hier als Trainer bisher noch nie gewonnen. Das war das erste Mal heute, weshalb ich auch sehr glücklich bin. Ich weiß um die Taktik und die Heimstärke von Optik. Das haben wir ja besonders in der ersten Halbzeit gesehen, wie sie den Raum eng gemacht und uns dann auch sehr schwer das Offensivspiel ermöglicht haben. Mein Vorwurf für die erste Halbzeit war, dass wir ein bisschen seelenlos wirkten. Wir haben zwar mit dem Ball ein bisschen spielen wollen, uns aber auch zu sehr auf unsere spielerische Qualität verlassen, trotz der Bodenverhältnisse, die ein technisches Spiel eigentlich nicht zulassen. Die Ansprache war auch deutlich. So ging es vor allem um mehr Seele, mehr Leidenschaft und vor allem um ein besseres Nachvornespielen. Das haben wir ansatzweise in der zweiten Halbzeit besser gemacht und so haben wir uns auch belohnt. Zum Schluss hat die Mannschaft natürlich auch aufopferungsvoll gekämpft, um nicht nochmal so eine Erfahrung wie gegen Union zu machen, wo wir in der letzten Sekunde noch einen Treffer kassierten. Das war heute ein sehr wichtiger Sieg, obwohl wir vielleicht nicht unser bestes Spiel gezeigt haben.“
Ingo Kahlisch: „Ich bin überhaupt nicht zufrieden. So wie der Spielverlauf war, müssen wir ein, zwei Tore machen und dann haben wir einen Punkt oder auch drei. Fußball ist ergebnisorientiert, das ist nun mal so. Der BAK hatte als Spitzenmannschaft hier nur eine echte Chance. Aber das ist clever, das gehört einfach dazu. Wir hatten in der ersten Halbzeit drei, vier gute Möglichkeiten aus Kontern. Es war natürlich klar, dass wir sportlich keinen offenen Schlagabtausch anbieten können. Die Leistung war o.k., aber wenn man verliert, kann man natürlich nicht zufrieden sein. Und wenn man so viele Möglichkeiten auslässt, dann müssen wir uns hinterfragen. Wenn wir das nicht so schnell wie möglich ändern, dann fehlen am Ende die Punkte, die wir brauchen, um die Liga zu halten. Wir hatten einen Punkt verdient, aber danach geht es im Fußball nicht.“

Nach dem Seitenwechsel gab es dasselbe Bild. Berlin mit mehr Ballbesitz, Rathenow zielstrebiger und konsequenter. Dann kam jene zu Beginn angesprochene Szene. Kapan lupfte einen Kopfball über den chancenlosen Höttecke. Als Mitglied eines seit sechs Spielen sieglosem Teams musste er mit ansehen, wie das Leder an die Latte klatschte. Im Gegenzug umkurvte Omid Saberdest im Stile eines Slalomläufers die gesamte Defensive. Seine Eingabe fand den Fuß von Serhat Akin, der zum 0:1 vollendete. Optik machte unverdrossen weiter. Kein Ball wurde verloren gegeben. Der BAK, der kürzlich gegen Union II einen Zweitorevorsprung verspielt hatte, verzichtete fast gänzlich auf Konter. Die Mannschaft hat eigentlich eine bärenstarke Defensive, geriet aber trotzdem immer wieder in Bedrängnis. Neben dem unbändigen Kampfgeist des FSV gab es dafür einen zweiten Grund. Torhüter Marcel Höttecke, auf der Linie mit fantastischen Reflexen, scheint fußballerisch arg limitiert. Jeder Rückpass bereitete ihm Probleme. Kurz vor dem Abpfiff die einzige wirklich hässliche Szene des Spiels, als sich Emre Turan zu einem üblen Tritt gegen Onur Uslucan hinreißen ließ. Er war mit Gelb sehr gut bedient. Auch diesen letzten Freistoß überstanden die Gäste. So gab es am Ende viel Applaus, aber erneut keine Punkte für den FSV Optik.

Von Detlev Nießner

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