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Training für Olympia in Rio de Janeiro

Annika Bochmann und Marlene Steinherr müssen sich in der Olympiastadt auch vor dem stark verschmutzten Wasser schützen Training für Olympia in Rio de Janeiro

Die Seglerinnen Annika Bochmann aus Falkensee und Marlene Steinherr aus Berlin stehen in der 470er Klasse der Frauen kurz vor der Qualifikation für die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro. Um auf das Großereignis bestens vorbereitet zu sein, trainiert das Team derzeit auf dem Olympiakurs in der brasilianischen Metropole.

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Im vergangenen August nahmen Annika Bochmann und Marlene Steinherr an der vorolympischen Regatta auf dem Olympiakurs in Rio de Janeiro teil.

Quelle: Sailing Energy

Falkensee/Rio de Janeiro. Bis Ende nächster Woche sind die beiden Seglerinnen Annika Bochmann aus Falkensee und Marlene Steinherr aus Berlin noch zum Training im Olympia-Revier in Rio de Janeiro. Sie wollen dort die Gegebenheiten auf der Strecke näher kennenlernen, auf der im August dieses Jahres bei den Olympischen Sommerspielen in der brasilianischen Metropole die Medaillen in der 470er Bootsklasse der Frauen vergeben werden.

Denn die 24-jährige Steuerfrau Annika Bochmann und ihre fünf Jahre ältere Vorschoterin Marlene Steinherr haben das Olympia-Ticket zwar noch nicht ganz in der Tasche, ihnen fehlt aber nur noch ein gutes Ergebnis bei der Europameisterschaft im April in Palma de Mallorca, um die für die Qualifikation geforderten Bedingungen des Deutschen Segler-Verbands und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland zu erfüllen. Den Startplatz für Rio de Janeiro in der 470er Klasse der Frauen haben Bochmann/Steinherr mit ihrem achten Platz bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Oktober in Haifa (Israel) gesichert.

Das olympische Segelrevier in Rio de Janeiro ist für Annika Bochmann und Marlene Steinherr kein Neuland. Bereits im vorigen Jahr waren sie dort. Das deutsche Team hatte sich für die dort im August ausgetragene vorolympische Regatta und belegte in ihrer Bootsklasse am Ende den elften Platz.

Ein wenig kennen sie die Bedingungen also bereits. Annika Bochmann bestätigte Medienberichte, dass die 380 Quadratkilometer große Guanabara-Bucht vor Rio, in der einige olympische Segelwettbewerbe stattfinden sollen, durch jahrzehntelange Einleitung ungeklärter Abwässer, stark verschmutzt ist. Sie sei voller Müll, Fäkalien und Tierkadavern. Auch antibiotikaresistente Superbakterien seien dort gefunden worden, hieß es in den Berichten. „In der Bucht ist es wirklich schlimm. Außerhalb der Bucht, wo sich der Olympiakurs für unsere 470er Klasse befindet, ist es etwas besser“, sagte Annika Bochmann.

Um aber auf den Kurs für ihre Bootsklasse zu gelangen, werden die beiden deutschen Seglerinnen mit ihrem Boot immer für längere Zeit durch die Bucht geschleppt. „Da sind wir immer ganz vorsichtig und passen auf, dass wir möglichst nicht zu viele Spritzer abbekommen oder aus Versehen herunterschlucken“, erzählte die Falkenseer Spitzenseglerin. Nach der Rückkehr in den Hafen sei dann immer intensive Reinigung von sich selbst, der Segelbekleidung und des Bootes angesagt, um sich nicht zu infizieren. Immerhin hatten Annika Bochmann und Marlene Steinherr mitbekommen, dass sich der deutsche Olympia-Kandidat Erik Heil (49er Klasse der Männer) bei der vorolympischen Regatta im August einen Infekt an den Beinen und der Hüfte eingefangen hatte und im Krankenhaus behandelt werden musste.

Die gesundheitlichen Gefahren halten die Falkenseerin und die Berlinerin aber nicht davon ab, sich in diesem Jahr ihren Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen zu erfüllen. Wenn sie es schaffen sollten, wäre es für beide die Premiere bei dem größten Sportereignis der Welt. Und um dann auch noch ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, nehmen Annika Bochmann und Marlene Steinherr die Strecke für ihre Bootsklasse genauestens unter die Luft. Denn wie sie bei der vorolympischen Regatta erfahren mussten, ist der 470er Olympiakurs sehr anspruchsvoll. Vor allem die teilweise sehr hohen Wellen und der oftmals sehr starke Wind würden alle Starter besonders fordern.

Sollte es bei der EM in Mallorca mit einem guten Ergebnis „so unter den Top 15 klappen, was für die Olympia-Nominierung reichen müsste“, wie Annika Bochmann meinte, geht es für beide im Mai nochmals zum Training nach Rio de Janeiro.

Die Crew Bochmann/Steinherr ist außerdem froh, dass es für sie bis zu der möglichen Teilnahme an den Olympischen Spielen nun auch mit einem Trainer für sie geklappt hat. Mit Lucas Zellmer bekam das Team seinen Wunschkandidaten an die Seite gestellt. Der neue Coach von Annika Bochmann und Marlene Steinherr besitzt selbst Olympiaerfahrung, denn der Berliner startete 2004 in Athen in der 470er Klasse der Männer, wo er mit zusammen mit Felix Krabbe den elften Platz belegte

Nächstes Highlight in der 470er Klasse der Frauen in diesem Jahr ist im Februar die Weltmeisterschaft in Argentinien. „Die WM hat aber für uns keine Bedeutung für die Olympiaqualifikation“, sagte Annika Bochmann. Im März und April geht es für Bochmann/Steinherr zunächst zum Weltcup nach Palma de Mallorca, wo dann gleich danach auch die so wichtige Europameisterschaft stattfindet.

Von Axel Eifert

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