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Vereinsgründung der Saunafreunde misslungen

Premnitz Vereinsgründung der Saunafreunde misslungen

In der Sauna am Premnitzer Freibad wird es noch in diesem Monat den letzten Aufguss geben. Der Betreiber Family Fitness hat seinen Vertrag aus wirtschaftlichen Gründen zum Jahresende gekündigt. Am Mittwochabend ist die Gründung eines Vereins, der die Sauna betreiben könnte, wegen zu unterschiedlicher Vorstellungen der Anwesenden fehlgeschlagen.

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Schön wär’s gewesen, würde es in Premnitz auf diese Art weiter gehen. Doch leider, leider gehört das Bild zu einer anderen Sauna.

Quelle: PHILIPP GUELLAND

Premnitz. Da wird es in der Sauna am Premnitzer Freibad reichlich Gesprächsstoff geben – und viele lange Gesichter auch. Die Gründungsversammlung eines Vereins, der die Einrichtung erhalten könnte, ist am Mittwochabend daneben gegangen. Zwar kam die verheißungsvolle Zahl von 38 Interessenten zusammen, doch lagen in der Diskussion viele Anwesende mit ihren Vorstellungen so weit auseinander, dass kein Vorstand die Leitung übernehmen wollte. Der jetzige Betreiber Family Fitness hat aus wirtschaftlichen Gründen seinen Vertrag zum Jahresende gekündigt. Nun scheinen die Tage gekommen, in denen sich die Saunafreunde auf den letzten Aufguss einstimmen müssen.

Der langgestreckte Gebäudekomplex mit der Sauna steht nun bald leer

Der langgestreckte Gebäudekomplex mit der Sauna steht nun bald leer.

Quelle: Bernd Geske

Die Premnitzerin Marion Schneider hatte sich schon darauf eingestellt, mit ihrem Donnerstagskreis aus der Frauensauna anzupacken. Sie hatte sich schon damit angefreundet, den Vereinsvorsitz zu übernehmen, wenn sich niemand anderes gefunden hätte. „Schön, dass wir es versucht haben“, hat sie am Donnerstag festgestellt, „nun wissen wir ganz sicher, dass der Plan nicht umzusetzen ist.“ Im Verein hätte es so sein müssen, erklärt sie, dass alle Mitglieder sich in weitgehend gleicher Art und Weise um das Betreiben der Sauna kümmern. Sauber machen, auf den Einlass achten, trotzdem Beitrag zahlen. Die Wünsche und Vorstellungen der Anwesenden über den künftigen Saunabetrieb seien einfach zu unterschiedlich gewesen, um sie unter einen Hut bringen zu können. Marion Schneider resümiert: „Nun kann wenigstens keiner sagen, dass wir es nicht versucht haben...“

Mathias Hohmann, Vorsitzender des Vereins Naturbad Premnitz, hätte sich auch in einem Saunavereinsvorstand engagiert. „Ich hatte alle erforderlichen Unterlagen für die Vereinsgründung mitgebracht“, berichtet er, „aber die Diskussion hat gezeigt, dass dieser Weg nicht tragen wird.“ An den Äußerungen verschiedener Saunagänger sei klar zu erkennen gewesen, dass es ohne eine angestellte Person nicht funktionieren würde, die sich um den Einlass kümmert und sauber macht. Das wiederum hätte den Rahmen der finanziellen Möglichkeiten einfach überstiegen.

Zuletzt 82 Mitglieder in der Sauna

82 Mitglieder hat der Betreiber Family Fitness zuletzt gezählt.

170 Unterzeichner standen unter einem Brief an den Premnitzer Bürgermeister, die sich für den Erhalt der Sauna aussprachen.

30 000 Euro Zuschuss im Jahr von der Stadt würden gebraucht, um die Sauna mit wenig Personal weiter zu betreiben.

16 000 Euro für Strom und 8000 Euro für Heizung müssten unter anderem künftig aufgebracht werden.

„Wir hätten uns gut vorstellen können“, sagt Bürgermeister Ralf Tebling (SPD), „einen Verein zu unterstützen, der die Sauna betreibt.“ Da die Gründung aber nun fehlgeschlagen sei, müsse man eindeutig feststellen, dass die Stadt sich nicht in der Pflicht befinde, eine Einrichtung zu betreiben, die ansonsten aus guten Gründen der privaten Wirtschaft überlassen werde. Ein von der Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz erbetenes Konzept hatte ergeben, dass die Sauna über einen städtischen Zuschuss von 30 000 Euro pro Jahr mit einem gewissen Personalaufwand zu erhalten gewesen wäre. „Da müssen wir auf die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und Sparsamkeit achten“, hält Ralf Tebling dagegen. 82 Mitglieder waren zuletzt für die Sauna eingetragen. „Wir haben jetzt Klarheit, dass ein Verein die Sauna nicht betreiben wird“, stellt der Bürgermeister fest. In der Verwaltung werde man sich nun Gedanken machen, ob und wie die Immobilie sinnvoll genutzt werden könnte. Welche Möglichkeiten es gebe, das könne er jetzt noch nicht sagen.

Von Bernd Geske

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