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Kleintransporter drängt junge Radfahrer ab

Unfallfahrer geflüchtet Kleintransporter drängt junge Radfahrer ab

Die jungen Radsportler des RC Kleinmachnow werden noch lange brauchen, um diesen Schock zu verdauen. Bei einer Trainingsausfahrt wurden sie von einem entgegenkommenden Transporter abgedrängt. Die Sportler stürzten, während der Verursacher Fahrerflucht beging.

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Die Radsportler des RC Kleinmachnow trainieren das ganze Jahr hindurch.

Quelle: Verein

Kleinmachnow. Plötzlich Schreie, die Bremsen quietschen – Sturz. Für Antonia Schmidt war es ein Alptraum, was sich da am vergangenen Samstag ereignete. Eine neunköpfige Radsportgruppe des RC Kleinmachnow – darunter drei Kinder – war auf Trainingsausfahrt, als sie in Saarmund von einem entgegenkommenden Transporter, der parkende Autos überholte, abgedrängt wurde. „Ich fuhr in der Gruppe an dritter Stelle, plötzlich war alles nur noch ein Knäuel, und wir lagen auf der Straße“, erinnert sich die 14-jährige Antonia. Die lange Radhose hatte am Knie ein Loch und das Vorderrad nahm Schaden. Die Ausfahrt war abrupt beendet. „Dass ich mir das Knie aufgeschlagen hatte, habe ich erst gar nicht bemerkt, so geschockt war ich. Ich sah nur das kaputte teure Rennrad“, meint die deutsche Vizemeisterin.

Die seelischen Wunden bleiben

Ihren Nebenmann erwischte es noch schlimmer. Der 12-jährige Phillip Unterberger wurde sogar zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. „Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.

Das mehrere tausend Euro teure Karbonrad von Antonia Schmidt hat Schaden genommen

Das mehrere tausend Euro teure Karbonrad von Antonia Schmidt hat Schaden genommen.

Quelle: Verein

Aber das linke Knie tut noch immer weh, wird jetzt langsam blau“, erzählt der Siebtklässler am Donnerstag, der wie Antonia Schmidt das Weinberg-Gymnasium in Kleinmachnow besucht. „Im Radcross kommt es ja schon ab und zu mal vor, dass ich stürze, aber so etwas ist mir auf der Straße noch nie passiert“, berichtet Phillip Unterberger, der sich wie Antonia Schmidt und Patrick Ceglarek (14) auf die

Die Kinder wissen, die Räder lassen sich wieder reparieren, die Schmerzen an den vom Sturz in Mitleidenschaft gezogenen Körperstellen werden nachlassen, aber die seelischen Wunden bleiben. „Ich finde das total krass, dass der Transporter mit vollem Tempo in unsere Gruppe gerast ist. Das ist einfach unglaublich“, meint Antonia Schmidt, die derzeit im Deutschland-Cup im Radcross an zweiter Stelle liegt.

„Für die Kinder ist es besonders schwer, das zu verarbeiten“, bestätigt Markus Schmidt, Vater von Antonia und Vorsitzender des RC Kleinmachnow. „Klar müssen unsere Radsportler im öffentlichen Straßenverkehr aufmerksam sein. Aber wenn sie von rücksichtslosen Kraftfahrern aufs Korn genommen werden, dann ist das durch nichts entschuldbar. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme hat das nichts zu tun.“

Transporterfahrer begeht Unfallflucht

Ralf Haelke (51), der ganz vorn in der ersten Reihe trampelte, ist stinksauer auf den Unfallverursacher: „Der hat voll draufgehalten und die Option zu bremsen, offenbar gar nicht in Erwägung gezogen. Er hat gesehen, was passiert ist und dann noch Unfallflucht begangen.“ Haelke bestätigt, dass es zwar immer wieder mal heikle Situationen mit Autofahrern gebe, die die Radgruppe zum Beispiel zu dicht überholen oder beim Wiedereinscheren schneiden, aber so krass habe er das selten erlebt.

„Dass der Transporterfahrer nicht angehalten hat, kann ich nicht verstehen“, sagt der kleine Phillip, der das Geschehene nur schwer verarbeiten kann. Sicher werde er sich bei der nächsten Ausfahrt mit einem mulmigen Gefühl auf das Rennrad setzen. „Das war verantwortungslos von dem Kraftfahrer“, ergänzt Antonia Schmidt. „Ich hoffe immer noch, der Transporterfahrer kommt vorbei, um sich wenigstens zu entschuldigen.“

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Von Peter Stein

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