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252 Oberhavel-Läufer in Berlin am Start

36. Halbmarathon 252 Oberhavel-Läufer in Berlin am Start

Zahlreiche Sportler aus dem Landkreis waren am 3. April beim 36. Berliner Halbmarathon dabei und bewältigten die 21,0975 Kilometer lange Strecke – darunter auch ein MAZ-Reporter, der seinen ersten „Halben“ seit zehn Jahren lief.

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Geschafft, MAZ-Reporter Torsten Weigel im Ziel.

Quelle: Weigel

Berlin. Ein lauter Knall hallt durch die Alexanderstraße, die Massen setzen sich in Bewegung. Erst langsam und dann immer schneller trotten sie in Richtung Nordwesten. Angefeuert werden sie von tausenden Zuschauern, die an die Absperrung hämmern und lauthals in die Menge brüllen. Musik dröhnt aus den Lautsprechern. Gänsehautstimmung.

Es fällt mir schwer, mich zu bremsen. „Bloß nicht zu schnell beginnen“, denke ich mir. Es ist mein erster Halbmarathon seit zehn Jahren und ich habe großen Respekt vor dieser Strecke. 21 Kilometer können lang werden. Wer sich vom Sog der Läuferschar mitreißen lässt, der läuft Gefahr, hinten raus einzubrechen. „Grau werden“, oder „platzen“, sagen die Läufer dazu.

Wir durchqueren das Brandenburger Tor und steuern auf die Siegessäule zu. Das rhythmische Getrappel der Läufer klingt mir in den Ohren. „Wärmer muss es nicht werden“, denke ich und bemerke erste Schweißtropfen, die mir nach von der Stirn rinnen. Das Wetter ist gut, fast zu gut für meinen Geschmack. Ich versuche mich abzulenken und suche ein Thema, über das ich nachdenken kann. Dabei lande ich bei der Frage, was die Sportler wohl antreibt, diesen Halbmarathon in Angriff zu nehmen. 32.753 Läufer aus 103 Nationen sind auf der Strecke. Ihre Beweggründe sind so unterschiedlich, wie ihre läuferischen Fähigkeiten. Die einen jagen eine bestimmte Zeit, die anderen wollen einfach nur Spaß haben. „Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Ziel ist es, mit einem guten Gefühl die Strecke zu schaffen“, sagte mir etwa mein Kumpel Christian Bürger vor dem Start. Kathrin Koczessa aus dem Löwenberger Land nahm indes das Wort „Bestzeit“ in den Mund und plante, ihre drei Jahre alte Marke anzugreifen. „Wie es den beiden wohl geht?“, frage ich mich und starre in das bunte Feld der Läufer.

Es folgen stimmungsvolle Kilometer durch die deutsche Hauptstadt. Wir laufen da, wo sich sonst Blechlawinen im Berufsverkehr quälen. Mein Vorname ist auf die Startnummer gedruckt. Immer wieder werde ich von wildfremden Menschen angefeuert. Das motiviert und macht vergessen, dass die Beine allmählich schwerer werden. Natürlich hatte ich mich vorbereitet. Doch drei Wochen gezieltes Lauftraining können nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich über Jahre mehr auf dem Fahrrad unterwegs war. Ein grazile Läuferin überholt mich und führt mir vor Augen, wie elegant Laufen aussehen kann. Verglichen mit ihr bin ich wohl ein Elefant.

Nach 1:35:56 Stunden erreiche ich zufrieden das Ziel, die Stimmung auf den letzten Kilometern war noch einmal rekordverdächtig. Als mir meine Teilnehmermedaille um den Hals gehängt wird und ich mich mit einem Becher Tee in die Sonne stelle, ist Philipp Hoffmann schon auf dem Weg nach Hause. Der Sportler des 1. VfL Fortuna Marzahn, der auch für den SSV Hohen Neuendorf startet, erreichte das Ziel bereits nach beachtlichen 69:46 Minuten. Als Gesamt-49. war er auch der schnellste Sportler aus Oberhavel. „Ich bin sehr zufrieden. Die letzten vier Kilometer waren hart und ich bin glücklich darüber, unter 70 Minuten geblieben zu sein“, antwortet er mir später auf meine Glückwunsch-SMS. Für ihn hat sich das harte Training ausgezahlt.

Die schnellste Frau aus dem Landkreis ist einmal mehr Kathrin Koczessa. 1:33:25 Stunden benötigte sie und verpasste damit ihre Bestzeit um winzige zehn Sekunden. „Macht nichts. Ich habe meiner Familie versprochen, dass ich glücklich oder sehr glücklich nach Hause komme. Man muss auch mal zufrieden sein.“

Zufrieden sein ist ein gutes Stichwort. Ich ziehe meinen Hut vor all den 252 Läufern aus Oberhavel, die das Ziel erreicht haben. Denn ganz egal ob ambitionierter Spezialist oder Einsteiger – 21 Kilometer zu Fuß sind für jeden eine Herausforderung.

Von Torsten Weigel

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