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„41 Punkte: Mit dieser Zahl war nie zu rechnen“

Handball, 3. Liga Nord „41 Punkte: Mit dieser Zahl war nie zu rechnen“

Hinter dem Oranienburger HC liegt die erfolgreichste Saison in der 3. Liga. Trainer Christian Pahl spart nicht mit Lob, bleibt auf dem Teppich und äußert sich zu einem Angebot, was man nicht aller Tage erhält. Und außerdem vergibt er Noten an seine Spieler.

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Christian Pahl, Trainer des Oranienburger HC, ist noch lange nicht fertig mit seinem Team und peilt neue Herausforderungen an.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Der Oranienburger HC spielte in der 3. Liga Nord eine Rekordsaison. Die Märkische Allgemeine Zeitung blickt mit Trainer Christian Pahl zurück und voraus.

Das letzte Spiel der grandiosen Saison 2016/17 liegt jetzt zwei Wochen zurück. Beschäftigt Sie dieses Spieljahr noch?

Nur, wenn ich darauf angesprochen werde. Es ist natürlich schön, darüber zu sprechen. Mein Blick geht aber eher nach vorn, auf den Trainingsbeginn am 26. Juni.

Lassen Sie uns trotzdem noch einige Gedanken an das abgelaufene Jahr verschwenden. 41 Punkte in der 3. Liga Nord: War damit in irgendeiner Weise – wenn auch nur im stillen Kämmerlein – zu rechnen?

Mit dieser Zahl nicht. Wir wollten schon unter die ersten Fünf. Und eine Punktzahl von 30 plus x ist immer gut. Wir holten ja bereits in der Hinrunde 19 Punkte. Dass wir in der Rückrunde sogar auf 22 von 30 möglichen Punkten kamen, ist toll. Dabei waren die Bedingungen wegen der vielen verletzten Spieler schwieriger. Jeder hätte sagen können: Wir sind personell unterlegen, eine Niederlage ist nicht schlimm. Aber nein: Wir haben es andersherum gehalten. Wir punkteten nur nicht gegen das Spitzenduo Altenholz und Nord HU.

Die Kontinuität ist erstaunlich. Worauf führen Sie die zurück?

Vor allem auf den besonderen Charakter der Spieler. Und sicherlich liegt es auch daran, dass wir nur zwei Neuzugänge einbauen mussten. Um noch einmal auf die vorherige Frage zu kommen: Eine Punktzahl Mitte 30 war denkbar. Dass wir aber neun Punkte über unserer bisherigen Bestmarke blieben, macht mich stolz.

Dennis Schmöker wurden in seinem ersten Jahr beim Oranienburger HC von den Fans gleich zum „Spieler der Saison“ gewählt. Stand er auch auf Ihrem Zettel?

Auf jeden Fall. Er schlug voll ein, gilt als Mentalitätsmonster, polarisiert, ist flexibel einsetzbar. Das half uns in vielen Situationen. Solche Glücksgriffe hatten wir nicht immer. Er hat es verdient, den Titel zu gewinnen. Genauso wertvoll schätze ich die Leistung von Stephan Kleinert ein. Er ist im Mittelblock unser Anker. Robin Manderscheid oder Janis Bohle fehlen auf der Position immer mal. Er macht das hervorragend. Viele sehen immer, was im Angriff passiert. Aber der Grundstein für Siege wird in der Abwehr gelegt.

Sie sind jetzt vier Jahre beim OHC. Zeit genug, um eine Mannschaft aufzubauen. Ist Ihr Wunschlevel erreicht?

Wir sind nicht weit weg davon. Es gibt immer kleine Dinge, die zu verbessern sind. Zum Beispiel tüfteln wir mit unserem Athletiktrainer Tim Fröhlich eine Konzeption für den Präventivbereich aus, um da noch besser aufgestellt zu sein. Die Erfolge sieht man da erst langfristig. Dass die Fitness der Spieler gut ist, wissen wir. Wir bauen nicht mehr zwischen der 40. und 50. Minute ab.

Ist so ein Abschneiden wie in der abgelaufenen Saison denkbar?

Wir werden es versuchen, wieder an die 41 Punkte heranzukommen. Ich denke, dass wir uns gut verstärkt haben. Aber niemand sollte vergessen, wo wir herkommen. Wir sollten real denken und ehrliche Arbeit abliefern. Ob es jetzt 41 Punkte werden oder 35, spielt keine Rolle. Ich halte es für wichtig, dass wir uns prinzipiell dort oben etablieren. Wir werden nicht mehr unterschätzt. Aber ich habe keine Angst vor der neuen Saison.

Sie haben noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison 17/18. Präsident Thomas Stahlberg bot Ihnen einen unbefristeten Vertrag an. Hoppla, was machen Sie denn damit?

Ich freue mich riesig über das Vertrauen. Ich glaube, das hat nichts mit der tollen letzten Saison zu tun. Der Vorstand ließ nie einen Zweifel daran, dass ich der richtige Trainer bin. Es freut mich zu lesen, wenn ein Thomas Stahlberg sagt, dass ich der beste Trainer bin, den der OHC bislang hatte. Mein Vertrag geht jetzt noch ein Jahr. Den werde ich erfüllen. Es wird in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich noch Gespräche geben. Klar ist für mich, dass der OHC meine letzte Trainerstation ist.

Der Trainer benotet seine Spieler

Simon Herold und Ivan Szabo: Unsere beiden Torwarte riefen konstant gute Leistungen ab. Ihr Anteil an der besten Abwehr der Liga ist ungeheuer groß.  Note 2

Christoph Genilke: Der ärmste Spieler, weil extrem vom Verletzungspech verfolgt. keine Note

Dominic Kehl: Er akzeptierte die Situation, dass er keine optimale Saison spielte. Aber seine Einstellung, auch im Training, war immer positiv. Es strahlte auch auf die Mannschaft aus. Note 3

Robin Manderscheid: Er ist der absolute Anführer des Teams. In der Abwehr agierte er gewohnt stark, in der Vorwärtsbewegung kann er mehr. Das hat er insbesondere vor zwei Jahren bewiesen. Note 2

Huseyin Öksüz: Er hat sich sehr gut in die Mannschaft eingefügt. Während des Spiels muss er egoistischer werden.   Note 3

David Sauß: Im ersten Spiel bekam er eine „1“, bis zum 7. Spieltag eine „3“, danach ging es bergauf. Er erreichte ein hohes Level, erzielte 142 Tore, legte in der Abwehr zu. Und ich weiß, dass er noch nicht am Ende seines Vermögens ist.  Note 1-

Linus Dömeland: Wenn er gespielt hat, war er voll da. Er ist zuverlässig und ergänzt sich mit Dennis Schmöker bestens. Fehler im Spielunterlaufen ihm so gut wie nie.       Note 1

Ioannis Frangis: Er hatte Anlaufprobleme, steigerte sich in den letzten Wochen. Sein Anspruch ist sicher ein anderer. Er kann einen Sprung machen.  Note 3

Nils Müller: Bis zu seiner Verletzung spielte er auf einem Top-Niveau. Er ist schnell, athletisch, effektiv. Und menschlich ist er ein feiner Typ – anders, als es mir vor seiner Verpflichtung prophezeit wurde.  Note 1

Dennis Schmöker: Ein flexibel einsetzbarer Spieler. Er fing am Kreis an, spielte auf Außen und zuletzt im Rückraum. Sportlich ist er ein Gewinn und menschlich sowieso. Note 1

Janis Bohle: Wenn er spielt, ist auf ihn Verlass. Berufsbedingt fehlte er öfter, auch im Training. In der Abwehr ein wichtiger Mann. Im Angriff spielt der Kreisspieler seit drei Jahren im Rückraum, obwohl er eigentlich Kreisläufer ist. ER macht seine Sache sehr ordentlich. Im Spiel wünschte ich mir manchmal, dass er auch aus dem Rückraum wirft; wie im Training.  Note 2-

Stephan Kleinert: Er ist der Eckpfeiler unserer 6:0-Abwehr. Er dirigiert mit Ruhe seine Nebenleute und führt im Training die jungen Mitspieler. Note 1

Josip Perkovic: Er bekam nur wenige Spielanteile und war lange verletzt. Er ist talentiert und wird seinen Weg gehen.   keine Note

Robert Stelzig: Er ist seit Jahren einer unserer Leistungsträger. In der Abwehr stark, im Angriff ist er zu einem der Besten der Liga geworden. Was immer die wenigsten sehen: Er arbeitet sehr viel für die Rückraumspieler. Note 1

Christian Riedel: Er half aus, als wir ihn brauchten. Sportlich lief es bestens. Er hatte sehr viel Spaß an dem, was er tat. Das färbte auch auf die Mannschaft ab. Note 1

Von Stefan Blumberg

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