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Auf Pferderücken durch den Stechliner Forst

Distanzreiten Auf Pferderücken durch den Stechliner Forst

Beim zweiten Dollgower Distanzritt durch den Stechliner Forst gehörte die junge Seilershoferin Josephine Käser zu denen, die ohne Umwege ins Ziel kamen. Auch Turnierorganisatorin Tanja Schroeder hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun. Mit Erfolg – viele Teilnehmer reisten zufrieden ab. Und vielleicht hat sich der Distanzritt in Dollgow sogar für Höheres empfohlen,

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Josephine Käser aus Seilershof auf ihrem Bredow.

Quelle: Margot Schöning

Dollgow. Josephine Käser blickt noch einmal schnell auf die Streckenkarte, bevor die Seilershoferin mit ihrem Bredow das sogenannte „Vet-Gate“ verlässt, in dem die Tierärzte die Pulswerte der Pferde kontrollieren. Gute Pulswerte und richtiges Kartenlesen gehören zum A und O beim Distanzreiten durch unbekanntes, aber ausgeschildertes Gelände.

Beim zweiten Distanzritt in Dollgow deuteten im 25 km-Anfängerfeld drei Teilnehmer die Ausschilderung falsch. Bei den erfahreneren 45 km-Fressern waren es sogar elf, die ungewollt in einen unbekannten Weg einbogen, der die Strecke um fünf Kilometer verkürzte – das gab 30 Strafminuten. Doch bei Joschi, wie Josephine von allen gerufen wird, und ihrem neunjährigen Araber-Traber-Mischling Bredow stimmte alles. Kein falscher Weg und kein Pulswert über 65, der eine zusätzliche Ruhepause erfordert hätte. Das spricht dafür, dass die 16-jährige aus dem Granseer Ortsteil Seilershof ihr aufmerksames Pferd gut vorbereitet hatte. Für beide wurde es ein achtbarer achter Platz über die 65 km-Strecke rund um den Dollgowsee. Einen Sieg für einen Teilnehmer aus Oberhavel gab es in diesem Jahr nicht. Die beste Platzierung schaffte mit einem fünften Rang Pia Böhm auf dem Araber-Berber Urt des Balmes aus Zehdenick über 25 Kilometer.

Nahezu alle 70, weitgehend weibliche Starter mit überwiegend Araber-Pferden seien gut vorbereitet und fit angereist, so Cheftierarzt Stephan Plank aus der Schorfheide. Nur ein Ross musste wegen Lahmheit ausscheiden. Geritten wurden am Sonnabend 25, 45, 65 und 95 Kilometer. Auch Kutscher durften teilnehmen. Gestartet wurde gestaffelt ab 7 Uhr. Die Letzten trudelten gegen 19 Uhr wieder auf dem Pferdehof Kunkel ein. Am Sonntagmorgen fand sogar ein Kinderritt über sieben Kilometer statt. Alle sieben Distanz-Kids im Alter von fünf bis dreizehn Jahren bekamen die Siegerschleifen und die Leistungsklasse 1 zugesprochen. Die guten Bedingungen wurden gelobt, sodass die Verbandsoberen schon mit dem Gedanken spielten, nächstes Jahr in Dollgow sogar die Landesmeisterschaften auszurichten, die in diesem Jahr noch in Zernikow stattfand. „Nicht nur die Reiter sind zufrieden, sondern auch wir. Mich fasziniert, wie beeindruckend freundlich die Reiter untereinander sind. Ganz ohne Konkurrenzdruck“, sagt Reitlehrerin Jeanette Kunkel. So seien die sechs Ersten der 65 km-Gruppe nach vier Stunden und 41 Minuten gemeinsam über die Ziellinie geritten. „Wir haben hier eine tolle Landschaft und guten Boden für ein Distanzturnier, da helfen wir gern mit, um das Strittmatter-Dorf Dollgow auch unter Reitern bekannter zu machen“, so Kunkel. Dabei erwähnt sie nicht, dass die Familie allein drei Tage lang die Koppeln für den Distanzwettkampf und den Stellplatz mähten.

Organisatorin Tanja Schroeder veranstaltete zuvor vier kleinere Ritte in Großwoltersdorf. Ihr ist es gelungen, dass viele Teilnehmer zufrieden die Heimreise antraten – beispielsweise nach Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die 21-Jährige fungierte nicht nur als Turnierleiterin, sondern war auch beim Pulsmessen der Pferde, beim Erstellen der Ergebnislisten oder als Verkäuferin am Teilnehmerbuffet anzutreffen. Auch ihr Einsatz trug dazu bei, dass Oberhavel eine interessante Pferdesportregion geworden ist – im Norden um Dollgow und Zernikow die Distanzreiter, in der Mitte um Grüneberg und Teschendorf die Kaltblut-Kutscher und Züchter sowie etwas südlicher in Linde der Vielseitigkeitssport.

Von Margot Schöning

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