Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Blitzsaubere OHC-Serie gerissen

Erste Heimniederlage Blitzsaubere OHC-Serie gerissen

Handball-Drittligist Oranienburger HC unterliegt erstmals in dieser Saison in eigener Halle. Gegen die zweite Mannschaft des TSV Hannover-Burgdorf gab es für die Mannschaft von Trainer Christian Pahl nichts zu holen. In der gab ein 17-Jähriger sein Drittliga-Debüt.

Voriger Artikel
OHC-Talente auf dem Sprung
Nächster Artikel
Das Werk von einem Jahrzehnt Arbeit

OHC-Linksaußen Jonas Liedtke kann sich gegen die Burgdorfer Verteidigung durchsetzen.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburger HC - TSV Hannover-Burgdorf II 27:29 (14:16). Es wäre zu schön gewesen für die Männer des Oranienburger HC: nur noch dieses eine Spiel siegreich gestalten, dann wäre die bis dato blitzsaubere Serie - sieben Siege in sieben Heimspielen - mit Nummer 8 komplettiert worden. Der TSV Hannover-Burgdorf II machte dem OHC einen Strich durch die Rechnung. Oder war es die Oranienburger Mannschaft selbst?

Wohl letzteres. „Wir verwerfen mindestens zehn hundtprozentige Chancen“, lautete ein Grund, den OHC-Trainer Christian Pahl nannte. Ein weiterer: „Wir haben ganz viele einfache Fehler gemacht. Die haben die Burgdorfer gnadenlos bestraft.“

Als sich die Niedersachsen in den Anfangsminuten erst noch sammelten, schlug der Gastgeber Kapital daraus (2:0, 3:2). Aber dann ging es ganz schnell. Die wieselflinken Burgdorfer stiefelten dem Gastgeber mit Tempogegenstößen immer wieder davon. Ballverlust im Angriff - und schon kassierte der Gastgeber ganz leichte Tore. „Unsere Abwehr stand gut - und das Konterspiel hat geklappt“, schätzte der Gäste-Linksaußen Lars Hoffmann ein. Er markierte selbst fünf Tore. Und der 20-Jährige fand zudem, dass sein Team stark gekämpft habe.

Nach der 3:2-Führung des OHC kippte die Partie. 3:5 stand es, bald 4:9 und nach 22 Minuten sogar 8:14. Nichts fruchtete. Im Angriff rannten sich die Oranienburger oft fest, es war schwer, die Mauer zu durchdringen, zumal mit Jendryk Meyer ein exzellenter Keeper zwischen den Pfosten stand. Beste Chancen von Außen und vom Kreis blieben ungenutzt. Die Rückraumspieler warfen reihenweise Fahrkarten, Zuspiele verfehlten ihr Ziel. Und die Gäste nahmen diese Geschenke dankend an. „Wir haben in der ersten Halbzeit am Limit gespielt, obwohl mir mit Yannick Dräger und Julius Hinz zwei ganz wichtige Spieler fehlten“, sagte TSV-Trainer Heidmar Felixon. „Trotzdem war ich mit unserer Angriffsleitung nicht so zufrieden.“

Erst jetzt machte es „klick“ bei den Oranienburgern. Mit einem 5:1-Lauf bis zur Pause schien das sich anbahnende Fiasko sich zum Guten zu wenden. Sogar der Anschlusstreffer zum 14:15 oder 15:16 war drin. Aber es sollte nicht sein.

Der OHC setzte die Aufholjagd nach dem Wechsel nicht fort. Stattdessen legten die Spieler eine Schablone von den ersten knapp 20 Minuten noch einmal aufs Spielfeld. Das Drama begann von Neuem. Im Nu eilten die Burgdorfer mit ihrem aufmerksamen Spiel auf und davon. Die Resultate 14:18, 15:21 und sogar 19:26 (45.) standen auf der Anzeigetagel. „Wir wollten Burgdorf wie zum Ende der ersten Hälfte mehr in die Seitenbewegung drängen. Aber das ist uns nicht gelungen“, bedauerte Christian Pahl. Der Gastgeber drohte auseinanderzubrechen. „Aber dem war nicht so. Wir haben gekämpft“, sagte Christian Riedel, der mit seinen fünf Toren eine solide Partie auf der Rechtsaußenposition spielte. Neun Minuten vorm Ende lagen die Oranienburger aussichtslos mit 21:28 hinten. Mit einer aggressiveren Deckung und einer besseren Chancenausnutzung kam das Team vor 814 Zuschauern - sie klatschten ihr Team trotz des aussichtslosen Rückstands nach vorn - Tor um Tor heran. Vier Minuten waren noch zu spielen, als auf der Anzeigetafel ein 26:28 stand. Die Halle kochte. Das junge Gästeteam - es standen drei aktuelle A-Jugendliche im Aufgebot sowie fünf von vorjährigen A-Jugend - brachte den Vorsprung aber über die Zeit und war damit die erste Mannschaft, die in der Saison Punkte aus Oranienburg entführte. „Sicher haben wir daran geglaubt, punkten kann man immer“, meinte Lars Hoffmann. Sein Trainer Heidmar Felixon sah bei seinem Team Vorteile in de Abwehrarbeit und im Vergleich der Torhüter.

Das Argument des ausgedünnten Kaders - die Außen Linus Dömeland und Nils Müller sowie Janis Bohle fehlten und der A-Jugendliche Tilman Stein gab sein Debüt - kann und will Christian Pahl nicht gelten lassen. Er ärgerte sich eher deshalb, weil eine Reihe von Stärken der Gäste bekannt waren, sein Team darauf eingestellt war, viele Dinge aber nicht beherzigte. Nicht vom Tisch wischen wollte er die Tatsache, „dass man nicht gewinnen kann, wenn man zweimal 15 Minuten lang keine Mittel und keine Lösungen findet, um dem Gegner Paroli zu bieten“. Selbstkritisch sagt er: „Das muss ich mir ankreiden.“

Oranienburger HC: Szabo, Herold - Stelzig (3), Stein, Liedtke (3), Manderscheid (2), Kehl (8/5), Riedel (5), Kleinert (2), Sauß (3), Krai (1)

„Die letzte Nacht war unruhig“

Zu seinem ersten Einsatz im Drittligateam des Oranienburger HC kam am Sonnabend Tilman Stein (17).


MAZ:
 Wann hat der Trainer dich angesprochen und dir das Debüt angekündigt?

Tilman Stein:  So vor zwei Wochen, weil klar war, dass Linksaußen Linus Dömeland fehlen würde.

Konntest du deshalb schlecht schlafen?

Stein:  Eigentlich nicht, nur die letzte Nacht vorm Spiel war ich etwas unruhig. Ich hatte ja zuvor schon mittrainiert.

Hat der Trainer im Vorfeld gesagt, dass du eventuell spielen wirst oder eventuell nicht?

Stein: Nein, aber das Dabeisein war ja schon sehr viel wert.

Du durftest dann tatsächlich aufs Spielfeld ...

Stein: Ja, es ist aus meiner Sicht ganz gut gelaufen.

Warum habt ihr verloren?

Stein: In der ersten Halbzeit waren unsere Abwehr und Torhüter noch nicht ganz in Form. Und es gab einige unglückliche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns.

Von Stefan Blumberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel
MAZ Sportbuzzer
Lindow-Gransee feiert Meisterschaft

Der größte Vereinserfolg der Volleyballer des SV Lindow-Gransee perfekt. Mitte April 2015 konnten sie die Meisterschaft in der 2. Volleyball-Bundesliga fiern.