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Cherines Schicksal bewegt Oberhavels Sportwelt

Spendenaktion Cherines Schicksal bewegt Oberhavels Sportwelt

Die Spendenangebote für die todkranke sechsjährige Cherine aus Germendorf reißen nicht ab. Jetzt haben auch zahlreiche Sportvereine aus Oberhavel angekündigt, sich an der Aktion zu beteiligen, um dem Mädchen einen Herzenswunsch zu erfüllen. Sie wollen so dabei helfen, einen Herzenswunsch des Mädchens zu erfüllen.

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Die sechsjährige Cherine aus Germendorf.

Quelle: Privat

Oberhavel. Fußball ist eben doch nur eine Nebensache. Das wird dieser Tage in Oberhavel einmal mehr besonders deutlich, wenn es um die sechsjährige Cherine aus Germendorf geht. Das Mädchen ist unheilbar an einem Gehirntumor erkrankt. Cherines Wunsch, einmal das Disneyland in Paris zu besuchen, rief nun auch zahlreiche Fußballer aus dem Landkreis auf den Plan. Die Kicker von Grün-Weiß Bergfelde riefen öffentlich zum Spenden auf – zahlreiche Mannschaften und Vereine schlossen sich bereits an.

Hilferuf von Eltern

In einem Brief hat sich Familie Rauer zunächst an die Eltern der rund 120 Kinder in der Kita Eden gewandt und um Unterstützung gebeten.

Bis zum vergangenen Dienstag besuchte Cherine die Sonnengruppe des Edener Kindergartens.

Die Spenden können gern auf folgendes Konto überwiesen werden:
IBAN: DE66 1007 7777 0250 7341 00, Norisbank, Kontoinhaber: Jenny Krautwald

Wer Fragen hat oder eine Spende lieber persönlich abgeben möchte, wendet sich bitte an Jenny Rauer. Sie ist zu erreichen unter Tel.  0174/6 63 93 86.

„Für uns war es überhaupt keine Frage, dort zu helfen. Ich bin selbst Vater von drei Kindern und kann nur erahnen, wie es der Familie gerade geht“, sagt Steve Fekete, Routinier im Kreisoberliga-Team der Grün-Weißen. „Wir werden eine fixe Summe aus der Mannschaftskasse an die Familie spenden und werden zudem auch mit einigen Aktionen versuchen, noch mehr auf diese Tragödie aufmerksam zu machen“, so der Bergfelder Abwehrspieler. Gesagt, getan: Fekete selbst stellte sich jüngst beim Training vor die Kamera. „Wir würden gern einen Beitrag dazu leisten, um ihren Traum von Disneyland zu erfüllen“, sagt er in dem Video, das in den sozialen Netzwerken schnell die Runde machte. „Wir würden uns freuen, wenn andere Vereine diesem Weg folgen würden“, so Steve Fekete.

TuS Sachsenhausen III macht Heimpartie zum Benefizspiel

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Andreas Mathow, Fußball-Abteilungsleiter des SV Glienicke, kündigte an, dass der Club die Einnahmen aus den Heimspielen der beiden Männermannschaften am kommenden Wochenende auf das Spendenkonto überweisen werde. Das hatte die Germendorferin Jenny Rauer, eine Freundin von Cherines Mutter Jenny Krautwald, für die Familie eingerichtet. Nur wenige Stunden später waren die ersten Beträge eingegangen, die das todkranke Mädchen ihrem Traum einen Schritt näher brachten.

Die dritte Mannschaft des TuS 1896 Sachsenhausen erklärte ihre Heimpartie am kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen die Reserve des Birkenwerder BC kurzerhand zum Benefizspiel. Auch die Mannschaft von Trainer Steven Bergmann nahm vor dem Training ein kurzes Spendenvideo auf. „Wir vom TuS Sachsenhausen III möchten uns auch am Traum von Cherine beteiligen“, erklärt der Coach des Teams aus der 1. Kreisklasse West. Die kompletten Eintrittsgelder vom Sonntag werde TuS III für Cherines Herzenswunsch spenden.

Flatower Kicker spenden pro gewonnenen Punkt

Als Adrian Hey vom SV Rot-Weiß Flatow von der Aktion hörte, sprach er das Thema innerhalb der Männermannschaft der Rot-Weißen an. „Da hat keiner nein gesagt, alle haben sofort zugestimmt, dass wir irgendwie helfen wollen“, so Hey. Schnell herrschte bei den Flatowern Einigkeit darüber, dass pro Punkt, den sie bis zum Saisonende in der Kreisliga West noch holen, ein bestimmter Betrag aus der Mannschaftskasse aufs Spendenkonto fließen soll. Hey weiß selbst, wie es ist, wenn andere Dinge in den Hintergrund rücken. Nach einem schweren Autounfall vor gut zwei Jahren habe er von seinem Teamkollegen ebenfalls viel Unterstützung bekommen. „Vielleicht ist mir diese Sache deshalb so ein besonderes Anliegen“, sagt er.

Bergfeldes Coach Knut Güldemeister ergänzt: „Ich denke, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, in solchen Situationen hilfreich zu sein. Gleiches haben wir vor einem Jahr bei dem kleinen Arne aus Hohen Neuendorf gemacht.“ Er hoffe, dass sich noch viele weitere Sportler aus der Region an der Aktion beteiligen.

Noch könne sie keinen Zwischenstand der Spendensumme nennen, sagt Mitinitiatorin Jenny Rauer. Ein Kassensturz sei für die nächste Woche geplant. Angesichts der großen Spendenbereitschaft habe sie sich schon Gedanken gemacht, was mit einer etwaigen Restsumme geschehen soll. Dieses Geld werde an einen Verein aus der Region überwiesen, der Krebskranken Kindern hilft, kündigte sie an. Schließlich kämen auch die meisten Spender aus der Region. Die große Resonanz und Anteilnahme erstaune sie nach wie vor.

Strahlentherapie wurde verschoben

Cherine habe am Mittwoch eine Operation gut überstanden, sagt Jenny Rauer. Dem Mädchen wurde ein sogenannter Port implantiert, damit ihr regelmäßig Medikamente verabreicht werden können. Die eigentlich bereits ab dieser Woche geplante Strahlentherapie sei jedoch um zwei bis drei Wochen verschoben worden, weil die Sehfähigkeit des Kindes beeinträchtigt ist. Zunächst müsse dieses Symptom behandelt werden.

Etwa zwei Wochen nach Abschluss der Behandlung sei jedoch zu erwarten, dass Cherine für eine gewisse Zeit symptomfrei ist und die Reisen – auch Flugreisen – tatsächlich unternehmen kann. In dieser Zeit könnten der Ausflug ins Disneyland Paris, ein Urlaub am Meer oder ein Aufenthalt auf einem Reiterhof stattfinden. Das hatte sich Cherine von Herzen gewünscht. Bei der Sechsjährigen wurde ein Ponsgliom diagnostiziert. Dieser Gehirntumor sei aufgrund seiner Lage am Stammhirn bei Cherine nicht operativ zu entfernen.

Von Christoph Brandhorst

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