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Darius Krai: In doppelter Mission

Neuzugang beim OHC Darius Krai: In doppelter Mission

Darius Krai hat beim Oranienburger HC bis 2018 unterschrieben, aber spielt bis zum Saisonende auch für seinen Heimatverein. Der Neuzugang ist für den OHC trotz der aktuellen Verletztenmisere kein Schnellschuss.

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Will schnell ankommen in den Reihen des OHC: Neuzugang Darius Krai (Mitte), der vom VfL Lichtenrade kam.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Darius Krai sitzt auf der Reservebank der Oranienburger Handballer, vor knapp 900 tobenden Zuschauern in der MBS-Arena. Konzentriert folgen seine Augen dem Geschehen auf dem Parkett. Es ist Spitzenspiel. Der OHC empfängt in der 3. Liga Tabellenführer SC Magdeburg II – und die Kreisstädter gewinnen fast schon souverän 24:22. Der 20-Jährige ist noch nicht lange ein Oranienburger, wurde erst kurz vor der Partie verpflichtet. Doch er ist schon mittendrin. Wenn seine neuen Mitspieler ein Tor werfen, springt Darius Krai auf, reckt die Faust Richtung Hallendecke.

Das war vergangenen Sonnabend. Der OHC-Neuzugang hat seine Feuertaufe bestanden. „Das war schon ein tolles Erlebnis“, sagt der Berliner, den die Oranienburger kurzfristig vom Ostsee-Spree-Oberligisten VfL Lichtenrade loseisen konnten. „Als Reaktion auf die Verletztenmisere“, erklärte OHC-Präsident Thomas Stahlberg. Dabei ist Krai noch in doppelter Mission unterwegs. Obwohl er vorige Woche beim Oranienburger HC einen Vertrag bis 2018 unterschrieb, besitzt er ein Zweitspielrecht für seinen Heimatclub Lichtenrade. „Er wird die Oberliga-Saison dort zu Ende spielen, sofern es zeitliche passt“, erklärt Krais neuer Trainer Christian Pahl. Noch fünf Spiele wird Krai, der als 17-Jähriger von Lichtenrade in den Nachwuchs der Berliner Füchse gewechselt war, für den VfL absolvieren – immer dann, wenn mit dem OHC keine Spiele anstehen. „So kommen wir auch Lichtenrade entgegen“, sagt Pahl. Und der Neuzugang kann sich vernünftig vom alten Team, das von Krais Vater Stefan trainiert wird, verabschieden. „Es ist ja auf den ersten Blick schon etwas komisch, mitten in der Saison zu wechseln“, gibt das Talent zu. Immer montags wird Darius Krai auch beim Oberligisten mittrainieren. „Das mache ich gern, da habe ich Bock drauf.“ Auf den Wechsel habe es auch von seinen VfL-Kollegen positive Reaktionen gegeben.

Die Verpflichtung des Rückraumspielers ist kein Schnellschuss für den OHC, kein Aktionismus ob der langen Ausfallliste. „Der Kontakt ist schon länger da“, sagt Krai. Als beide Teams im Sommer in einem Trainingsspiel aufeinandertrafen, habe man sich darauf verständigt im Frühjahr 2016 noch einmal miteinander zu reden. „Dass es jetzt so schnell gekommen ist, hat uns wohl alle überrascht“, so der Neue, der im Topspiel gegen Magdeburg gleich seine ersten Spielminuten in der MBS-Arena sammelte – und sogar den letzten OHC-Treffer zum 24:21 erzielte. Ein besonderes Gefühl, wie er selbst sagt. Dennoch gehe es jetzt vor allem darum, anzukommen im Team des Drittligisten. „Ich wurde toll aufgenommen“, sagt Darius Krai. „Ich will hier jetzt so schnell wie möglich reinwachsen und umsetzen, was der Trainer verlangt.“ Dieser hält viel vom 20-Jährigen: „Er ist ein talentierter Junge. Wir wollen ihn an das Niveau heranführen. Aber ich bin mir sicher, dass er das packt“, sagt Christian Pahl. „Der Unterschied ist schon da, die Geschwindigkeit ist eine andere“, erklärt Krai.

Dass sich der Berliner durchbeißen kann, hat er in seiner noch jungen Handballkarriere schon oft bewiesen. Mit dem Schul- und Leistungssportzentrum Berlin wurde Darius Krai 2012 unter Trainer Bob Hanning Vize-Weltmeister der Schulen. Im Finale spielte er trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk durch. Ein Jahr später wechselte Krai zu den Füchsen Berlin. Beim Hauptstadtclub war das schon sein zweiter Anlauf. Dort gewann er zwei Deutsche Meisterschaften mit den A-Junioren. Auch zwei Einsätze für Nachwuchsauswahl des Deutschen Handball-Bundes stehen in seiner Vita. „Die Zeit in der Jugend-Bundesliga war für mich ein großer Schritt, um mich auf den Männerbereich vorzubereiten“, sagt Darius Krai rückblickend.

Gewöhnen muss sich der Youngster auch noch an die volle Arena. „In Lichtenrade haben wir höchstens mal vor 400 Leuten gespielt.“ Auch in der Junioren-Bundesliga kamen längst nicht so viele Zuschauer. „Hier in Oranienburg spielen wir fast immer vor rund 800 Zuschauern“, sagt Krai, der in Oberhavels Kreisstadt eine schulische Ausbildung im Sportassistenzwesen absolviert. „Das ist eine andere Situation und macht einfach mehr Spaß“, erklärt er. „Ein bisschen Lampenfieber hatte ich vor dem ersten Spiel schon“, sagt der OHC-Neuzugang. „Aber wenn man dann die Platte betritt, ist das verflogen.“

Von Christoph Brandhorst

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