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Ein Kampf jenseits des Spielfelds

Sportvereine unsicher über Umgang mit Rechtsextremen Ein Kampf jenseits des Spielfelds

Mehrere Sportvereine in Oberhavel haben derzeit offenbar mit der rechtsextremen Gesinnung einzelner Mitglieder zu kämpfen – und sind mit dieser Situation überfordert. Infoveranstaltungen sollen über die rechte Szene und den Umgang mit ihren Anhängern aufklären.

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Dieses Banner von Anhängern des TuS Sachsenhausen sorgte im Landespokal gegen den SV Babelsberg für Ärger.

Quelle: Jan Kuppert

Oranienburg. Mehrere Sportvereine in Oberhavel haben derzeit offenbar mit der rechtsextremen Gesinnung einzelner Mitglieder zu kämpfen. Bei einem nichtöffentlichen Informationsabend mit dem Mobilen Beratungsteam Neuruppin (MBT) am vergangenen Dienstag hätten mehrere Anwesende aktuelle Probleme in ihrem Verein angesprochen, bestätigte Pierre Schwering, Sachgebietsleiter für Jugend und Sport, am Donnerstag gegenüber der Presse.

Die Stadtverwaltung hatte die Vereine eingeladen, „um sie fit zu machen“ im Umgang mit rechten Tendenzen innerhalb ihres Mitgliederkreises, so Schwering. Auslöser dafür seien die Vorwürfe gegen die dritte Mannschaft des TuS Sachsenhausen gewesen. Ende September hatten das rechtsextreme Tattoo eines Spielers und ein zumindest zweideutiges Fanplakat mit der Aufschrift „Gas geben Sachsenhausen“ den Verein in Erklärungsnot gebracht.

„In solchen Fällen muss ein Verein Gesicht zeigen“, forderte Sozialamtsleiterin Antje Michelczak. Sich dem Thema zu verschließen, sei der falsche Weg. „Sowas kann jeden Verein betreffen“, sagte sie. Nähere Informationen zu den betroffenen Vereinen wollten die beiden Vertreter der Stadt nicht geben – insgesamt zehn Vereine waren aber der Einladung gefolgt.

„Die Resonanz war in meinen Augen gut“, sagte Matthias Senger, Geschäftsführer des Kreissportbundes Oberhavel. Die Anwesenden hätten offen über ihre Erfahrungen berichtet. Angesichts der „Vielzahl an Problemen“, die existieren, seien viele Vereine „einfach überfordert“. „Sie müssen sich ja in erster Linie darum kümmern, dass der Sportbetrieb läuft“, sagte Senger. Sich darüber hinaus über rechte Symbolik und Codes zu informieren, sei für viele zeitlich kaum machbar.

Trotzdem plant die Stadt nun eine Folgeveranstaltung, in der vornehmlich Übungsleiter über die rechte Szene aufgeklärt werden sollen. „Sie kennen ihre Mitglieder am besten“, sagte Schwering. Fällt ein Sportler durch versteckte Codes auf, können sie frühzeitig einschreiten und das offene Gespräch suchen.

Mögliche Sanktionen gegen Vereinsmitglieder sind nur in einem engen rechtlichen Rahmen möglich. „Solange sich der Betreffende nicht vereinsschädigend verhält, kann er nicht ausgeschlossen werden“, erklärte Senger. Zumindest bei offenkundig rechtsradikalen Fans habe der Verein aber mehr Spielraum. „Jeder Veranstalter hat das Hausrecht und kann Ordner anweisen, keine rechten Fans reinzulassen“, sagte Schwering. Unternimmt ein Verein überhaupt nichts, kann das auch finanzielle Folgen haben. „Wenn wir mitbekommen, dass sich ein Verein öffentlich rechts positioniert, müssen wir natürlich die Fördermittelvergabe hinterfragen“, so Schwering. „Aber man muss sich vorher zusammensetzen.“

Von Judith Görs

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