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Erster OHC-Sieg der Rückrunde

3. Handball-Liga Erster OHC-Sieg der Rückrunde

Oranienburger HC ringt den HSV Hannover in einem dramatischen Spiel der 3. Handball-Liga nieder. Sekunden vor dem Ende haben die Gäste noch die Chance zum Ausgleich, doch OHC-Torwart Simon Herold gewinnt das Siebenmeterduell.

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OHC-Rechtsaußen Nils Müller (rechts) war gegen Hannover viermal erfolgreich.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburger HC - HSV Hannover 24:23 (14:12). 42 Sekunden sind noch zu spielen. Beim Stand von 24:23 für den OHC erhalten die Gäste einen Siebenmeter. Der Hannoveraner Jannis Pille nimmt sich den Ball, täuscht an und wiederholt das Spielchen. Oranienburgs Torwart Simon Herold ist hellwach, lässt sich nicht düpieren. Er wehrt den Wurf ab. Jubelt. Reckt die Faust in die Höhe. Der Freudenschrei geht in dem Jubelgekreische der Zuschauer unter. Der Wahnsinn ist aber noch nicht vorbei. Die Gäste bleiben in Ballbesitz. Eine halbe Minute vorm Ende nehmen sie eine Auszeit. Ordnen sich neu. Torwart raus, siebter Feldspieler rein. Alles oder nichts! Die OHC-Männer mobilisieren die letzten Kraftreserven, um gegen die Überzahl zu bestehen. Und wieder können sie auf die Hilfe von Simon Herold setzen. Er entschärft auch den letzten Wurf. Noch fünf Sekunden. Nils Müller schleppt den Ball. Die Sekunden verstreichen. Schlusssirene. Und dann ist Simon Herold fällig. Seine Mitspieler stapeln sich auf den Keeper. Auf den Matchwinner. Die MBS-Arena ist in dem Moment der Freudentempel Oranienburgs.

„Es lastete ein Riesendruck auf uns“, sagte der umjubelte Keeper. „Wir haben die Situation in typischer OHC-Manier gemeistert.“ Mit Kampf und Krampf. Das gesamte Team war von Trainer Christian Pahl eingeschworen worden und tat das selbst auch. Die Spieler hatten im Laufe der Woche und auch noch am Sonnabend ständig Kontakt und machten sich gegenseitig heiß. „Uns wurde noch einmal vor Augen geführt, dass es nicht selbstverständlich ist, dass in Oranienburg Drittligaspiel-Handball gespielt werden kann. Da helfen sehr viele Leute mit, die wir nicht enttäuschen wollten.“

Genau so sah der Beginn des Spiels aus. Mit einem Handball-Feuerwerk verblitzte der OHC den Gästen die Augen. Die sahen keinen Silberstreif am Horizont. 9:3 nach knapp 14 Minuten. „Ein überragender Start, wir waren präsent, die Körpersprache war da“, freute sich Kapitän Robin Manderscheid. Simon Herold sah da Momente, die in den vergangenen Wochen zu kurz kamen. „Wir haben ein gutes Konterspiel, zeigen das aber sonst zu wenig.“ Er spielte unter anderem auf zwei Tore von Nils Müller per Tempogegenstoß an. „Aber dann nutzten wir die Chancen nicht mehr.“ Ergo: Kurz vor der Pause war der Vorsprung fast weg (13:12). Das Spiel kippte zugunsten des personell angeschlagenen Gastes - mit Riedel, Benkendorf und Muscheiko fehlten drei Stammkräfte. Die Hannoveraner führten lange Zeit (18:16, 20:19, 21:20/46. Minute).

Und dann begann die zähe Schlussphase. Der OHC legte bis zum 24:22 vor (52.). Das war der letzte Treffer der Oranienburger in der Partie! In den Abwehrreihen gab es ein Hauen und Stechen, im Angriff passierten (auf beiden Seiten) unfassbar viele Fehler. Fehlwürfe, Schrittfehler, Stürmerfouls. „Haarsträubend“, meinte Robin Manderscheid dazu. Aber der Kampfgeist verschwand zu keiner Sekunde. „Wir hatten durch Ballgewinne in der Abwehr Erfolgserlebnisse.“ Der Kapitän wusste, „dass es kein schönes Spiel werden würde“. Speziell das Gewürge in der Endphase gab ihm Recht. Und Simon Herold sagte dazu: „Wir haben füreinander gespielt. Das war entscheidend, dass wir die zwei Punkte geholt haben.“

Oranienburger HC: Herold, Szabo – Stelzig (2), Kählke, Dömeland (3), Bruck, Stein, Liedtke, Manderscheid (3), Müller (4), Kehl (9/4), Kleinert (1), Sauß (1), Krai (1)

Trainerstimmen

Christian Pahl, Oranienburger HC: Der Sieg ist Gold wert. Es war der erste Erfolg in der Rückrunde – und das mit nur 23 Gegentoren. Es war nicht alles gut, aber das ist jetzt egal. Hannover hat es uns nicht einfach gemacht, spielte die Angriffe lange aus und überraschte uns dann. Heute haben wir auch über die Torwartleistung gewonnen. Der Anfang war gut, dann kam auch mit Pfostentreffern etwas Pech dazu. Dass wir nicht 60 Minuten mit breiter Brust auftreten, war klar. Die müssen wir uns erst holen.

Stephan Lux, HSV Hannover: So zu verlieren, ist sehr schade. Wir hatten in der Abwehr nicht unseren besten Tag, verloren auch das Torwartduell. Die Ausfälle taten sehr weh. So hatten wir für den Innenblock nur zwei Spieler. Trotzdem kassieren wir nur 24 Gegentore. Respekt an meine Mannschaft, die nach dem 3:9 zurückkam. Der Siebenmeter zum Schluss muss natürlich reingehen. Simon Herold hat dem OHC den Arsch gerettet.

Von Stefan Blumberg

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