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Halbes Jahr Sperre für Wienecke

Sportgericht entschied nach Tätlichkeiten und unsportlichem Verhalten Halbes Jahr Sperre für Wienecke

Die Szenen waren tumultartig. Kurz vor und kurz nach dem Abpfiff des Spiels der 1. Fußball-Kreisklasse zwischen dem SV Zehdenick II und Einheit Krewelin (4:2) am 28. September eskalierte die Situation. Mittendrin: Schiedsrichter Bernd Trojanowski. Höhepunkt: Er fand sich nach einer tätlichen Attacke auf dem Boden wieder.

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Sachsenhausen. Am Montagabend sprachen die Sportrichter ihr Urteil. Der Kreweliner Mannschaftskapitän Tino Wienecke darf bis zum 30. April 2014 kein Pflichtspiel bestreiten. Dazu kommt eine Geldstrafe von 200 Euro. Sein Teamkollege Daniel Kuhn muss drei Pflichtspiele brummen (beginnend ab 7. Oktober). Trainer Sven Hilgert erhielt eine Verwarnung (plus 150 Euro Geldstrafe für grob unsportliches Verhalten). Dazu zählt, das der Kreweliner Verein – auch wenn es ein Auswärtsspiel war – einen schlechten Ordnungsdienst stellte. Und es werden zirka 150 Euro Verfahrenskosten fällig.

Bernd Trojanowski wurde von Tino Wienecke angegriffen.

Quelle: Enrico Kugler

Die Stimmung sei in dem eher langatmigen Spiel zum Ende hin aufgeheizt worden. Aus Kreweliner Sicht deshalb, weil Trojanowski in einer Situation keine Rücksicht auf einen Kreweliner Spieler nahm (er war gegen einen Pfosten geprallt und war angeschlagen) und später meinte, „Ich kann doch nichts dafür, dass Krewelin nicht Fußball spielen kann.“ Weil er sich darüber erregte, erhielt Kuhn in der 90. Minute die gelb-rote Karte, verließ laut Bernd Trojanowski das Spielfeld und zeigte dabei permanent eine obszöne Geste. Wegen der „Ampelkarte“ hätten Mannschaftskapitän Tino Wienecke und Trainer Sven Hilgert unsachlich reagiert. Es kam zur Rudelbildung. Wienecke erhielt Gelb, es sei der Satz gefallen: „Darauf hast du Arschloch doch nur gewartet“. Trojanowski wollte Wienecke dafür die rote Karte zeigen, wurde aber massiv daran gehindert. Der Schiedsrichter folgte dem weggehenden Wienecke. „Ich zeigte ihm die rote Karte und bekam von ihm einen Schlag aufs Ohr. Das war ein voller Hammer. Ich blieb liegen“, sagte Trojanowski gestern. Tino Wienecke bestritt nicht die Attacke auf Trojanowski. „Aber ich habe nicht mit der Faust zugeschlagen und zuvor den Satz nicht gesagt.“ Der Kapitän weiß, dass er einen Fehler begangen hat. „Ich habe Herrn Trojanowski geschubst. Das darf mir nicht passieren. Dafür entschuldige ich mich.“

Noch immer war der Spuk nicht vorbei. Die Polizei wurde angefordert, ein Krankenwagen auch. In der Schiedsrichterkabine sei Bernd Trojanowski von Sven Hilgert, der gestern nicht beim Sportgericht war, weiterhin unablässig bedrängt worden.

Peter Nickel ist Vorstandsmitglied der SG Einheit Krewelin. Er schilderte die Geschehnisse aus seiner Sicht und verbarg nicht, dass einige Schiedsrichterentscheidung dazu beigetragen hätten, dass sich die Stimmung hochschaukelte. Trotzdem stellt er klar, „dass so etwas nicht passieren darf. Das hat es in 30 Jahren noch nicht gegeben“.

TORSTEN PRITSCHOW MUSS SECHS SPIELE ABSITZEN

Im zweiten Fall des gestrigen Abends mussten sich Torsten und David Pritschow (FV Liebenwalde) bei dem von Ulrich Stägemann geleiteten Sportgericht verantworten. Jung-Schiedsrichter Ingo Patzelt (TuS Sachsenhausen) hatte in dem Spiel FV Liebenwalde II gegen SVB Schmachtenhagen (2. Kreisklasse) in der 80. Minute im Fünfmeterraum einen Zweikampf gesehen, bei dem Liebenwaldes Spieler Torsten Pritschow seinen Gegenspieler erst geschubst und mit beiden Händen ins Gesicht geschlagen haben sollte. Dafür erhielt er die rote Karte. Die Äußerung „Du dummes Schwein“ sei auch gefallen. Nach der roten Karte kam FVL-Betreuer David Pritschow auf den Platz und beschwerte sich lautstark“, sagte der Schiedsrichter. „Zudem hat er mir gedroht, dass er mir kein Geld auszahlt, wenn ich die rote Karte nicht zurücknehme.“

Der Stellungnahme der Schmachtenhagener war zu entnehmen, dass es sich bei der Attacke von Torsten Pritschow um ein Stupsen gehandelt habe. Torsten Pritschow räumte ein Schubsen ein, aber keinen Schlag. David Pritschow wies den Vorwurf der Erpressung von sich. „Das habe ich nie gefordert. Ich sitze im Sportgericht, ich weiß, was das bedeutet.“ Für den lauten („aber nicht beleidigenden Ton“) entschuldigte er sich.

Torsten Pritschow muss sechs Spiele pausieren und 100 Euro Strafe zahlen, David Pritschow 50 Euro wegen unsportlichen Verhaltens.

Von Stefan Blumberg

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Tätlichkeit gegen Bernd Trojanowski

Die Partie der 1. Kreisklasse zwischen dem SV Zehdenick II und Einheit Krewelin endete am Sonnabend mit einem Eklat. Schiedsrichter Bernd Trojanowski ging nach einer Tätlichkeit zu Boden. Der Schiedsrichter erstattete noch auf dem Sportplatz eine Anzeige bei der Polizei.

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