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Hennigsdorfer RV vor Meister-Showdown

Ringen-Oberliga Hennigsdorfer RV vor Meister-Showdown

Im vorigen Jahr hat der Hennigsdorfer Ringerverein den Oberliga-Titel im letzten Moment noch aus der Hand gegeben. Diesmal soll es besser laufen für die Schützlinge des bundesligaerfahrenen Trainers Norman Brennert. Am Sonnabend empfangen sie den SC Roland Hamburg zum finalen Duell um die Meisterschaft.

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Wollen diesmal den Titel: die Hennigsdorfer Oberliga-Ringer um Trainer Norman Brennert (vorne mittig).

Quelle: Christoph Brandhorst

Hennigsdorf. Norman Brennert ist vorsichtig geworden mit Kampfansagen. „In der vorigen Saison habe ich mich zu dem einen oder anderen Spruch verleiten lassen“, sagt der Trainer der Hennigsdorfer Ringer vor dem Training – dem letzten vor dem finalen Kampf in der Oberliga Nord, dem Showdown um die Meisterschaft. Schon im Vorjahr lagen die Mattenfüchse vom HRV vor dem letzten Saisonkampf an der Tabellenspitze, gaben den Titel aber noch aus der Hand. „Da waren wir gefühlt schon Meister. Doch wir haben aus den Fehlern gelernt“, bemerkt Brennert. Seine Schützlinge empfangen am Samstag (19 Uhr) den SC Roland Hamburg in der heimischen Halle an der Biber-Grundschule Nieder Neuendorf.

Dass es überhaupt noch einmal spannend wurde in einer Saison, welche die Hennigsdorfer lange ziemlich souverän abspulten, ist der 14:17-Niederlage vor einer Woche gegen die KG Kiel/Lübeck geschuldet. „Wir hatten Probleme, unsere Bestbesetzung aufzustellen“, sagt Brennert. Nach zwei kurzfristigen Ausfällen konnte der HRV eine Gewichtsklasse gar nicht besetzen. Der erfahrene Tim Siebert erlebte auf der Matte einen Blackout. „Das darf ihm als Kapitän nicht passieren“, so sein Coach, der in Berlin und Potsdam einst selbst in der 1. und 2. Bundesliga rang und seine Erfahrung nun weitergibt. Dabei ist Brennert selbst gerade einmal 28 Jahre alt. „Ich war im Jugendbereich dran an der nationalen Spitze“, sagt er rückblickend. Zu einem deutschen oder internationalen Meistertitel habe es aber nie gereicht. „Dafür fehlte mir immer etwas die Konzentration.“ 2012 schlug der Hennigsdorfer beruflich einen anderen Weg ein, auch die Motivation fehlte. Seither trainiert Brennert die HRV-Männer – als Experte für den Freistil. Für den griechisch-römischen Ringstil steht ihm Co-Trainer Michael Martinke zur Seite. Beide fiebern dem Duell mit den drittplatzierten Hamburgern entgegen. Zuletzt kamen über 200 Zuschauer in die Halle, so viele sollen es auch am Samstag werden.

„Wir haben eigentlich alle Vorteile auf unsere Seite“, erklärt Norman Brennert. Der Vorsprung der Hennigsdorfer ist so komfortabel, dass sie sich sogar eine Niederlage mit maximal fünf Zählern Unterschied leisten könnten. Darauf will sich ihr Trainer aber nicht verlassen. „Das darf uns nicht passieren. Sonst hätten wir es wieder nicht verdient.“ Brennert und Martinke können aus dem Vollen schöpfen. „Alle Kräfte sind fit, wir können in Bestbesetzung antreten.“ Gemeinsam stellen die beiden Trainer die Mannschaft auf, werten dafür auch die Hinkämpfe gegen die Hamburger aus.

Wer am Samstagabend auf die Matte darf, da lassen sich Brennert und Martinke nicht in die Karten blicken. „Es ist auch ein Taktieren“, sagt Brennert. „Die Aufstellung wird nicht verraten.“ Wie sehr es im Ringen auch um den Überraschungseffekt geht, erklärt er mit einer Anekdoten aus vergangenen Bundesliga-Zeiten. „Da hat uns der Trainer für die Anreise in fette Daunenjacken gepackt, um zu vertuschen, wer in welcher Gewichtsklasse antritt.“ Erst beim öffentlichen Wiegen, das am Samstag um 18.45 Uhr beginnt, kommen die Karten dann auf den Tisch. Streiten sich zwei Athleten um einen Platz, sei es gang und gäbe, die Position unter Wettkampfbedingungen auszuringen. „Das kam bei uns in dieser Saison aber erst einmal vor“, berichtet Brennert. Mit dem Gegner will er sich gar nicht zu sehr beschäftigen. „Es geht im Ringen vielmehr darum, seinen eigenen Stiefel durchzuziehen.“

Im Abschlusstraining wurden die Kräfte für den finalen Kampf noch einmal gebündelt. Große Sprüche aber gibt es nach den Ereignissen im Vorjahr nicht mehr. „Wir schauen von Kampf zu Kampf“, sagt Norman Brennert. Für den HRV wäre der Oberliga-Titel der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte. Sollte den Hennigsdorfern diesmal tatsächlich der ganz große Wurf gelingen, ist sich Vorstandsmitglied Alexander Kebernik sicher, „dann werden am nächsten Tag ein paar Leute ganz schön heiser sein.“

Von Christoph Brandhorst

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