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In Staffelde fehlt ein Pferd

Reitsport In Staffelde fehlt ein Pferd

Der Reit- und Fahrverein aus dem Kremmener Ortsteil Staffelde kann auf eine über vierzigjährige Tradition im Voltigieren zurückblicken. Doch seit November 2015 müssen sich die neun Kinder, die dort regelmäßig trainieren, mit Trockenübungen und Theorieunterricht begnügen. Der Grund ist ebenso simpel wie tragisch: das Vereinspferd musste eingeschläfert werden.

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Da war die Welt in Staffelde noch in Ordnung: Die Voltigiergruppe des Reit- und Fahrvereins mit ihrem „Tarok“.

Quelle: Verein

Staffelde. Schon fast ein halbes Jahr müssen sich die Voltigier-Kinder des Reit- und Fahrvereins Staffelde mit Trockenübungen und Theorieunterricht begnügen. Auf dem Rücken eines Vierbeiners konnten die neun Kids lange keine Übungen mehr machen. Denn in Staffelde fehlt ein Pferd. Und das stellt den kleinen Verein vor die Zerreißprobe.

„Unser Hauptziel ist das Voltigieren“, erklärt Doreen Bock, seit 25 Jahren Mitglied. Ihre Tochter gehört selbst zur Nachwuchsgruppe, die von Susanne Diderich und Heike Kirstein betreut wird. „Bis November hatten wir ein eigenes Vereinspferd“, so Bock. Doch „Tarok“ musste im Alter von 25 Jahren eingeschläfert werden. „Er lahmte von einen Tag auf den anderen – ein Beckenbruch. In der Tierklinik konnte ihm nicht mehr geholfen werden.“ Ein schmerzliches Erlebnis für die Kinder. „Sie hatten eine enge Bindung zu dem Pferd“, bemerkt Doreen Bock. Schnell kam die Frage auf: Wie soll es weitergehen mit dem Staffelder Reitverein? „Das Pferd war unsere Grundlage. Es ist, als wolle man Fußball spielen und hat keinen Ball.“ Ohne eigenes Pferd droht dem Verein mit über vierzigjähriger Voltigiertradition die Auflösung.

Auch Sebastian Busse, Ortsvorsteher von Staffelde, ist betroffen. Seine Tochter gehört zu den Voltigier-Kids, die nun nicht mehr auf einem Pferderücken turnen können. „Es wäre sehr traurig, wenn dieser Traditionsverein an so einer Situation scheitert“, sagt er. Doreen Bock suchte Hilfe beim Kreissportbund Oberhavel. Dort konnte ihr der Vorsitzende Frank Müller wenig Hoffnung machen. „Es ist schwierig an Fördergelder für die Anschaffung eines neuen Pferdes zu kommen“, erklärt Müller. Er hofft nun auf die Solidarität anderer Vereine. Vielleicht könne der eine oder andere etwas spenden.

Denn für ein Voltigierpferd müsste der Club tief in die eigene Tasche greifen. 5000 Euro müsse man schon einplanen, erklärt Doreen Bock. Denn so ein Tier, noch dazu wenn Kinder damit arbeiten, benötige besondere Charaktereigenschaften, eine besondere Ausprägung. „So ein Pferd ist nicht so schnell zu finden und kostet auch deutlich mehr als ein Freizeitpferd.“

Probeweise haben sich die Staffelder nun ein Pferd geliehen. Das sei jedoch nicht ausgebildet. „Wir können es nicht verantworten, dass die Kinder darauf turnen und dann womöglich runterfallen“, erklärt Bock. Sie hofft auf schnelle Hilfe, sei es finanziell oder mit einem Tipp, wo ein bezahlbares und geeignetes Pferd verfügbar ist. Denn es sei das Ziel des Vereins, den Sport bald wieder auf einem eigenen Pferd anbieten zu können.

Dabei hatten die Staffelder 2016 einiges vor. Unter anderem ist ein Projekt mit der Grund- und Oberschule Kremmen geplant gewesen. Doreen Bock: „Wir sind eine gute Truppe, es wäre schade, wenn das jetzt zusammenbricht.“

Wer kann helfen?: Wer dem Reit- und Fahrverein Staffelde helfen will oder Tipps hat, kann sich telefonisch an Doreen Bock wenden: 0173 / 8348315.

Von Christoph Brandhorst

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