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Kopfnuss, Faustschlag und Verbales unter der Gürtellinie

Körperliche Attacken sind Oberhavel-Schiedsrichtern nicht fremd Kopfnuss, Faustschlag und Verbales unter der Gürtellinie

Übergriffe auf Schiedsrichter kommen nicht in Mode, aber offenbar auch nicht ganz aus der Mode. Ein Blick zurück besagt, dass Fußball-Schiedsrichter in Oberhavel sporadisch von Spielern zum Sündenbock gemacht werden. Verbale Attacken sind gang und gäbe, körperliche die unrühmlichen Ausnahmen.

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Nicht nur im Profi-Bereich, wie hier bei einem Testspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Benfica Lissabon, kommt es zu Attacken gegen den Schiedrichter. 

Quelle: dpa

Oberhavel. Andreas Mattes hat im August einen Schlussstrich unter seine Schiedsrichterlaufbahn gezogen. „Ich habe keinen Spaß mehr am Pfeifen. Je niedriger die Klasse, um so mehr wird man von Spielern, Betreuern und Schiedsrichtern bepöbelt und drangsaliert. Da wird man ja selbst aggressiv. Ich will nicht der erste Schiedsrichter sein, der vorm Sportgericht landet, weil er ausgetickt ist.“

Mehr als 20 Jahre leitete der Oranienburger Fußballspiele. Der Tropfen, der bei ihm das Fass zum Überlaufen brachte, war offenbar das Saisoneröffnungsspiel. „Da wurde ich nach einer gelb-roten Karte zerrissen.“ Oft habe der 44-Jährige gehört: „Was, für den Scheiß, den du hier pfeifst, bekommst du noch Geld?“ Auch mit Drohungen kennt sich Mattes aus: „Mir wurde nach einer Entscheidung sogar mal gesagt, ich bringe dich um! Freundschaften sind kaputt gegangen wegen Entscheidungen auf dem Platz.“ Eine andere Qualität im Umgang mit Schiedsrichtern erlebte Henry Reinicke. In den Jahren 2006 und 2007 wurde der Unparteiische dreimal körperlich angegriffen. Bei dem Spiel Klein-Mutz gegen Burgwall zeigte der heute 52-Jährige einem Spieler im November 2011 die gelb-rote Karte. Der Spieler schubste den Referee um. Nur fünf Wochen später wurde er beim Pokalspiel zwischen Hammer und Beetz/Sommerfeld im Mittelkreis von einem Spieler derart umgestoßen, dass Reinicke benommen liegenblieb. Im Spätsommer 2007 zog er sich den Zorn der Zühlsdorfer Zuschauer zu. Im Spiel gegen Bötzow ließ er zwei Minuten nachspielen, verlängerte diese Frist aber. In der Zeit schoss Eintracht Bötzow per Elfmeter den Ausgleich. Im Kabinengang erhielt er von einem Zuschauer einen Faustschlag.

Bereits zweimal sah sich Oberhavels Fußball-Chef Bernd Trojanowski als Schiedsrichter körperlichen Attacken ausgesetzt. Im vergangenen Jahr war er von einem Mildenberger Spieler per Kopfstoß niedergestreckt worden. Vor sieben Wochen ging er in Krewelin nach einer Tätlichkeit zu Boden.

Ronny Schabanowski kann da nicht mitreden. Der Bötzower: „Bei mir sind die Trainer und Zuschauer immer ganz lieb. Ich denke, es liegt auch daran, wie man als Schiedsrichter auftritt. Ich war oft an der Seite von Michael Wendorf. Er ist eine echte Autorität. Von ihm konnte ich viel lernen, von ihm habe ich mir einiges abgeguckt. Die Trainer, die ab Landesklasse aufwärts an der Seitenlinie stehen, haben ein ruhigeres Auftreten als die bei den Spielen auf Kreisebene. Sicher deshalb, weil sie mehr Erfahrung haben und aus dem höherklassigen Bereich kommen. Ich weiß, dass es arrogante Schiedsrichter gibt. Die haben es nicht so leicht.“

Von Stefan Blumberg

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