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OHC überrollt Werder in 15 Minuten

3. Handball-Liga OHC überrollt Werder in 15 Minuten

Am Ende konnten einem die Werderaner Spieler schon leid tun. Fast eine Dreiviertelstunde lang haben sie aufopferungsvoll gekämpft und sich gegen die Niederlage gewehrt. Dann brach es über sie herein. Der Oranienburger Handball-Club feierte einen furiosen Sieg im Brandenburger Drittliga-Derby.

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Nils Müller leitete die furiose Schlussviertelstunde des OHC ein. Mit neun Treffern war er an diesem Abend der beste Werfer auf dem Parkett.

Quelle: Robert Roeske

3. Handball-Liga Nord.
Oranienburger HC – HV Grün-Weiß Werder 29:18 (11:13). Am Ende konnten einem die Werderaner Spieler schon leid tun. Fast eine Dreiviertelstunde lang haben sie aufopferungsvoll gekämpft und sich gegen die Niederlage gewehrt. Dann brach es über sie herein. Nils Müller, der beste Oranienburger in diesem Brandenburg-Derby, leitete mit seinem Tor zum 17:16 einen wahren Sturmlauf der Gastgeber ein. Innerhalb von 19 Minuten legte der OHC einen 13:1-Lauf zum 29:17-Zwischenstand hin. Der Aufsteiger konnte den Tempogegenstößen der Hausherren nur noch zusehen. „So leicht, wie es womöglich aussah, war es nicht“, sagte Nils Müller, der mit neun Toren glänzte und dabei mehrfach die in der Abwehr selbst erkämpften Bälle per Gegenstoß verwertete. „In Halbzeit zwei zeigten wir viel mehr Emotionen. Ich möchte so ein VIP-Spiel nicht verlieren“, so der bis zum Schlusspfiff hochkonzentrierte Rechtsaußen.

Mindestens auf Augenhöhe schien in der ersten Hälfte Aufsteiger Werder zu sein. Er agierte leichtfüßig in der Abwehr und kaufte damit dem OHC-Rückraum den Schneid ab. Im Angriff fehlte den Gästen zwar die Wurfgewalt (Tobias Frank, Niko Harnge und Laurent Terlunen sind langzeitverletzt), sie besaßen aber mit Robin Huntz, Moritz Bruck und Dominik Nehls quirlige Spieler im Rückraum, die immer wieder Lücken in der Oranienburger Deckung fanden. Somit gestaltete sich das Spiel offen. Der Außenseiter ging mehrfach in Front (5:4, 8:6 und zur Pause 13:11). „Ich würde nicht mal sagen, dass wir am Limit gespielt haben. Da aus dem Oranienburger Positionsangriff nichts kam, war die Führung auch in Ordnung“, fand Moritz Bruck, der erst im Sommer von Oranienburg nach Werder gewechselt war. Er ärgerte sich um so mehr, da die Partie eine jähe Wendung nahm. „Denn hier war mehr drin.“ Auch wenn sein Mitspieler Florian Schugardt nach einem Foul an Robin Manderscheid schon früh Rot gesehen hatte (23.).

Einig waren sich die Oranienburger darin, dass sie im ersten Abschnitt zu unbeweglich auftraten, „nicht emotional genug“, wie Kapitän Robin Manderscheid befand. Trainer Christian Pahl kann das gar nicht verstehen, weil er sein Team präzise vorbereitet hatte. „Aber wir haben uns dann gesteigert. Insbesondere in der Abwehr. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, so Pahl und Manderscheid unisono. Das sah auch Werders Coach Silvio Krause so: Wir haben dadurch nicht mehr so zielstrebig agieren können. Wir machten leichte Fehler, die bestraft wurden.“ Gnadenlos zeigten sich in diesen Situationen insbesondere die beiden Außen Dennis Schmöker (acht Tore) und Nils Müller (neun). Schon mit dem Wiederanpfiff hatte sich der OHC mit drei schnellen Toren die Führung zurückgeholt (14:13). Und ab dem 16:16 (ein Treffer von Werders Keeper Tom Göres ins leere OHC-Tor) ging die Post ab. Erst enteilte der Hausherr auf 22:16 (50.), danach auf 29:17 (59.). Fast durchweg durch Konter. „Zu hoch fiel das Ergebnis aus“, befand Oranienburgs Rückraumspieler Dominic Kehl. Auch Gastgeber-Trainer Christian Pahl meinte das auf der Pressekonferenz, „selbst wenn ich mit dem Auftreten in der zweiten Halbzeit und den fünf Gegentoren sehr zufrieden bin“. Ein Extralob verteilte er an die Außenspieler. Riesig auch die Fans in beiden Lagern, die für eine Top-Stimmung sorgten.

Christoph Drescher, er spielte von 2013 bis 2014 beim OHC, analysierte nüchtern: „Als Aufsteiger brauchst du auch Glück. Das haben wir uns in der ersten Hälfte erarbeitet. Aber wir verloren den Faden, machten Fehler, hatten nicht immer Glück mit den Schiedsrichtern. Der OHC ist routiniert und spielt so etwas herunter. Wenn man hinten liegt, verliert man irgendwann die Nerven.“

Von Stefan Blumberg

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