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Oranienburger HC erobert die Tabellenspitze

3. Handball-Liga Oranienburger HC erobert die Tabellenspitze

Zum Saisonauftakt brannten die Oranienburger Drittliga-Handballer in eigener Halle ein Feuerwerk ab. Mit zehn Treffern Unterschied schickten sie den Staffelfavoriten aus Schwerin wieder nach Hause. Trainer Christian Pahl ist zufrieden. Er konnte sich am Sonnabend vor allem auf zwei treffsichere Spieler verlassen.

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David Sauß (oben) war beim Auftakt mit zehn Treffern der beste OHC-Werfer.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburgs HC – SV Mecklenburg Schwerin 32:22 (14:12). Das war selbst für die optimistischen Fans der Hammer. Am ersten Spieltag fegt ihr Team einen der hoch gehandelten Staffelfavoriten aus der Halle. „Nicht zu fassen!“, „Unglaublich!“, „Wahnsinn“ – so jubelten die Oranienburger Anhänger nach dem irren Saisonauftakt am Samstagabend. Ein 32:22 gegen den SV Mecklenburg Schwerin stand auf der Anzeigetafel. Dieser Kantersieg ist nach den Sonnabendspielen der Staffel gleichbedeutend mit der Tabellenführung. Die Jungs wussten das ganz genau. Durch die geschlossene Kabinentür dröhnte ihr Gesang: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, he, he!“ Via Datenautobahn wurden per Smartphone Feuerwerk-Symbole verschickt. So sah das Spiel der Oranienburger in der zweiten Halbzeit auch aus. Sie ließen die Funken sprühen, spielten sich in einen Rausch. Die Stiere waren machtlos.

Dabei hatte das mit hervorragenden Handballern ausgestattete Team aus Schwerin ansehnlich begonnen, lag auch bis zum 10:9 immer vorn. „Es ging am Anfang pari-pari zu“, befand Gäste-Coach Danny Anclais. Der OHC hatte Mühe, sich reinzukämpfen in die Partie gegen unbequeme Schweriner, die in der Abwehr beinhart agierten und im Angriff ihre Tore machten. „Am Anfang fehlte uns in der Abwehr der Zugriff“, sagte OHC-Coach Christian Pahl. „Wir haben zu leichte Tore kassiert.“ Pahls Team fand sich allmählich. Einer, der wie in der Vorwoche im DHB-Pokal gegen die Füchse Berlin enorm treffsicher war, netzte auch am Samstag hervorragend ein: Rechtsaußen Nils Müller. Vor allem seine Tore brachten den Gastgeber vor 781 Zuschauern wieder ins Spiel. „Das hat er wirklich gut gemacht“, erkannte der Schweriner Keeper Janis Kominek den Auftritt des Linkshänders an. Insgesamt erzielte er sieben Tore. Die Defensive fing sich mit fortlaufender Spieldauer immer mehr. „Uns sind dadurch - besonders in der zweiten Halbzeit - viele leichte Tore geglückt. Ich denke, wir haben das Spiel über die Abwehr gewonnen“, meinte der Rechtsaußen. Zur Pause führte sein Team 14:12.

Jene zweite Hälfte konnten die Gäste nur noch kurz offen halten. Mit dem Treffer zum 19:16 zündete David Sauß das Feuerwerk, welches der OHC in der zweiten Hälfte abfeuerte. Besonders Sauß. Unwiderstehlich nutzte der Rückraumspieler alle seine Möglichkeiten, um sein Team auf die Siegesspur zu bringen. „In der ersten Hälfte versuchte er, mannschaftsdienlich zu spielen, in der zweiten nahm er sich die Würfe. Aber auch in der Abwehr hat er sich sehr entwickelt. Er ist erst Anfang 20, wir werden noch viel Freude an ihm haben“, befand Pahl. Zehn Tore erzielte der Rückraumspieler am Sonnabend – so viel wie noch nie in einem Pflichtspiel für den OHC. Er selbst tat es so ab: „Es ist ganz gut gelaufen. Dadurch, dass wir weniger Kreuzbewegungen gespielt haben, bin ich auch mal selbst gegangen.“

Von jenem 19:16 bis zum 32:20 legte der OHC einen 13:3-Lauf hin – und begeisterte das Publikum. „Ich habe dann noch einmal umgestellt. Aber auch das half nichts“, sagte ein enttäuschter Danny Anclais, der 40 Minuten lang ein offenes Spiel gesehen hatte, dann jedoch den OHC davonstürzen sah. „Wir trafen viele falsche Entscheidungen.“ Christian Pahl führte das auf eine enorm kompakte Abwehr mit einem starken Keeper Simon Herold zurück. Und das, obwohl mit Robert Stelzig und Janis Bohle zwei Abwehrsäulen fehlten. Und das Problem am Kreis – drei der vier Spieler fielen aus – wurde gelöst, indem Linksaußen Dennis Schmöker dort einsprang. Co-Trainer Matthias Lessig war auf die Idee gekommen. Christian Pahl: „Wir sind ja mittlerweile Meister der Improvisation.“

Zu Buche steht ein grandioser Saisonauftakt. Sauß wusste, warum: „Wir waren alle megaheiß.“ Nils Müller fasste es so zusammen: „Am Ende des Tages kann man sagen, es war ein super Spiel von uns!“

Von Stefan Blumberg

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