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Pahl: „10 Minuten Handball reichen nicht“

3. Handball-Liga Nord Pahl: „10 Minuten Handball reichen nicht“

Der Heimnimbus der Oranienburger Drittliga-Handball ist dahin. Gegen den SV Anhalt Bernburg zeigten die Schützlinge von Trainer Christian Pahl einen uninspirierten Auftritt und kassierten folgerichtig die erste Saisonpleite in eigener Halle. Noch dazu muss der OHC in den nächsten Wochen wohl auf einen seiner Spieler verzichten.

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Der Oranienburger Dennis Leroy Schmöker beim Wurfversuch – das Tor traf er am Samstag aber nicht.

Quelle: AM

Oranienburger HC – SV Anhalt Bernburg 21:23 (9:12). Das Entsetzen stand jedem, der auch nur ein bisschen zum OHC hielt, ins Gesicht geschrieben. Aufgrund eines miserablen Angriffsspiels und fehlenden Enthusiasmus’ versaute sich die Mannschaft für den weiteren Verlauf der Saison eine gute Ausgangsposition. Statt 8:4 Punkte stehen jetzt 6:6 Zähler zu Buche. „Mit 21 Toren kannst du kein Spiel gewinnen, schon gar kein Heimspiel“, sagte ein enttäuschter Besucher der Partie.

Der OHC war nicht wiederzuerkennen im Vergleich zu den bisherigen Heimspielen in dieser Saison. „Es ist genau das eingetreten, was ich befürchtet hatte. Bernburg verlor vorige Woche mit 15 Toren Unterschied. Wenn du glaubst, das geht hier schon irgendwie, ist das falsch“, so ein deprimierter Trainer Christian Pahl. „Ich weiß nicht, warum die Mannschaft so wenig investiert hat.“

Von Anfang an sahen die Bemühungen der Oranienburger halbherzig aus. Das zweite Tor für den bislang so heimstarken Gastgeber fiel erst nach 14 Minuten. Aber auch die Gäste taten sich schwer, deshalb stand es zu dem Zeitpunkt erst 2:3. Nach 24 Minuten hatte der OHC fünfmal getroffen (5:9), zur Pause neunmal (9:12). In den ersten 30 Minuten parierte der Bernburger Keeper Maximilian Folchert nicht nur zwei Siebenmeter (von Dominic Kehl und Darius Krai), sondern auch zahlreiche überhastet und unplatziert geworfene Bälle. „Es war zu wenig Bewegung im Angriff, Entscheidungen wurden zu spät getroffen, Bälle gingen nicht rein“, sagte Dominic Kehl. Mit letzterem meint er auch Bälle, die nicht einmal den Weg auf das Tor fanden. Zudem machte er sechs technische Regelfehler aus, woraus Ballverluste resultierten. Die Trägheit im eigenen Angriffsspiel und die mangelnde Einsatzbereitschaft waren auch für Christian Pahl ungeheuerlich. „Das ist ein no go.“

Der 9:12-Rückstand zur Pause war trotz des fragwürdigen Auftritts noch kein Drama, aber nach dem Wechsel hat nichts von dem gegriffen, was in der Pause besprochen worden war; das betraf im Wesentlichen das mangelhafte Engagement. 13 Minuten später deutete sich eine Blamage an. Die Gäste eilten auf 18:10 davon, weil der OHC kopflos agierte, dem Keeper viele Bälle in die Hände legte, in Überzahlsituationen anfängerhaft auftrat. Dazu kamen Schiedsrichterentscheidungen, die – gelinde gesagt – nicht zu Gunsten des OHC getroffen wurden. Der Angriff fand bis dahin kein Mittel, die Bernburger Abwehr zu durchbrechen. „Wir haben eine gründliche Videoanalyse vom Oranienburger Spiel gemacht und das ganz gut umgesetzt“, sagte Gästetrainer Armands Uscins. Er freute sich insbesondere darüber, dass sein Team große Moral gezeigt hat. Hier ging es um Einsatz und darum, Zweikämpfe zu gewinnen. Da bin ich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Und das Torwartduell gewannen wir auch.

Nach diesem aussichtslosem 10:18-Rückstand legte der OHC plötzlich den Schalter um. Tor um Tor kämpfte sich das Team heran. Erst 13:18 (47.). Zehn Minuten später waren die Oranienburger nach einem fulminanten Lauf auf 20:21 heran. „Das war das einzig Gute, dass wir uns nicht aufgegeben haben“, sagte Dominic Kehl, der in der Schlussphase auftaute. Bei der Aufholjagd musste der OHC auch noch mit ominösen Pfiffen gegen sich leben. Am Ende war Bernburg mit einer Nasenlänge vorn. „Verdient“, wie Pahl sagt. „Zehn gute Minuten von uns reichen eben nicht aus, um ein Spiel zu gewinnen. Dieses Spiel und dieses Ergebnis sind für mich ernüchternd“.

Bitter: Mit Darius Krai fällt ein weiterer Rückraumspieler vermutlich länger aus. Er musste Anfang der zweiten Halbzeit das Spielfeld verletzungsbedingt verlassen (Schulter). Christoph Genilke muss ja noch etliche Wochen passen, Janis Bohle fehlte krankheitsbedingt und für Hüseyin Öksüz liegt immer noch keine Spielgenehmigung vor.

Von Stefan Blumberg

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