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Von der Schippe gesprungen

3. Handball-Liga Nord Von der Schippe gesprungen

Ein indiskutabler Auftritt des Oranienburger HC in Stralsund endet mit einem glücklichen Sieg. Damit sichern sich die Kreisstädter den vorzeitigen Klassenerhalt

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Freudentanz der OHC-Spieler nach dem Abpfiff.

Quelle: Stefan Blumberg

Stralsund.

Stralsunder HV – Oranienburger HC 21:23 (10:8). Oranienburgs Trainer Christian Pahl hätte sich eigentlich freuen können. Über zwei Punkte. Oder über den jetzt sicheren Klassenerhalt. Aber er tat es nicht. Er ärgerte sich. „Ich bin enttäuscht, wie sich meine Mannschaft nur eine Woche nach dem sehr guten Spiel gegen Altenholz so schlecht präsentiert hat. Von der erforderlichen Körpersprache war nichts zu sehen. Unsere Leistung war nicht drittligawürdig“, sagte er gegenüber der MAZ. Und in der Pressekonferenz räumte er ein: „Wir haben unverdient gewonnen.“

Der OHC war am Sonnabend beim vermutlichen Absteiger Stralsunder HV neben der Spur. Obwohl die Sundstädter unter akutem Personalmangel litten (vier Spieler der zweiten Mannschaften saßen auf der Bank), bekam der OHC besonders im Angriff nichts auf die Reihe. Nach einer Viertelstunde gelang erst das erste Feldtor zum 5:4. Wenn nicht Torwart Simon Herold so viele Bälle pariert hätte, wären die Stralsunder deutlicher weggezogen. Weil die Abwehr aber stand, holte der OHC Rückstände immer wieder auf (2:5, 4:7, 7:10). „Das war ganz lange Standhandball. Der Angriff war eine Katastrophe, obwohl uns viele Situationen - wie fünf gegen fünf - eigentlich sehr entgegenkommen“, urteilte Kapitän Robin Manderscheid. „Stralsund hat viele Dinge gut gelöst.“ Eine Reihe von Würfen nahmen sich die Rückraumspieler viel zu früh, zwei Siebenmeter wurden auch verworfen. Die Trefferquote von den Außenpositionen blieb im gesamten Spiel unterirdisch. „Es waren kein Tempo, keine Bewegung in unserem Spiel“, so Christian Pahl.

Nach dem 10:8-Pausenstand hofften die etwa 15 Oranienburger Fans auf Besserung. Vergebens. Stralsund spielte unbekümmert, traf von allen Positionen und baute den Vorsprung in der gefürchteten Vogelsanghalle aus (14:10). Obwohl sich die Oranienburger haarsträubende Fehler im Angriff erlaubten und regelmäßig am Stralsunds Keeper Szymon Ligarzewski scheiterten, schmolz der Vorsprung auf 14:12 und 16:15. Aber neun Minuten vorm Ende lag der Gastgeber wieder mit drei Treffern vorn (18:15). Janis Bohle war vor allem derjenige, der in der zweiten Hälfte Verantwortung übernahm. Als Robert Kählke der 18:18-Ausgleich gelang, brüllte er seine Mitspieler an: „Jetzt holen wir sie uns!“ Genau so war es. Dominic Kehl sorgte mit einem Zuckertor in den Winkel für die erste Gäste-Führung (19:18). Jetzt blieben die Oranienburger an Drücker. Als Ivan Szabo beim 20:19 für den OHC einen Siebenmeter parierte (56.), war das der Moment, als sein Team von der Schippe sprang, auch wenn die letzten Minuten die Nerven strapazierten. Tore von Moritz Bruck und Dominic Kehl wurden abgepfiffen, Nils Müller warf freistehend neben das Tor, zwei Stralsunder Angriffe wurden abgepfiffen. Der Sieger des Kampfspiels, in dem die Stralsunder alles in die Waagschale geworfen hatten und das handballerisch kein Leckerbissen war, ging an Oranienburg. „Zum Schluss bewahrten wir den kühleren Kopf“, meinte Robin Manderscheid.


Oranienburg: Herold, Szabo - Bohle (5), Stelzig (1), Kählke (2), Dömeland (4/2), Bruck, (1), Liedtke, Manderscheid (2), Müller (1), Kehl (7/3), Kleinert, Sauß, Krai

Von Stefan Blumberg

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