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„Was mich antreibt? Die totale Liebe zur Leichtathletik“

MAZ-Serie: Treue Seele „Was mich antreibt? Die totale Liebe zur Leichtathletik“

Schon mit 14 Jahren übernahm die Hohen Neuendorferin Kerstin Paech ihre erste Trainingsgruppe. Seitdem hat sie sich der Leichtathletik verschrieben und ist für ihren Verein zu einer unverzichtbaren Säule geworden.

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Kerstin Paech bildet seit Jahrzehnten die Nachwuchs-Leichtathleten des SV electronic Hohen Neuendorf aus – mit Erfolg.

Quelle: Robert Roeske

Hohen Neuendorf. Gerade erst hat Kerstin Paech eines ihrer vielen Ämter abgegeben. Als beim SV electronic Hohen Neuendorf kürzlich ein neuer Vorstand gewählt wurde, ließ sich die 49-Jährige, die bis dahin als stellvertretende Vorsitzende fungierte, nicht zur Wiederwahl aufstellen. „Ich konnte wenig helfen“, sagt Paech. Weil sie in Schichten arbeitet und danach viermal in der Woche die Nachwuchs-Leichtathleten des Vereins trainiert. Weniger Training – das kam nicht in Frage. Viel zu gern steht sie mit den Kindern auf dem Sportplatz. Bereits mit 14 Jahren übernahm sie ihre erste Trainingsgruppe.

Mit Beginn ihrer Schulzeit ging Paech zum Leichtathletiktraining. „Mit 14 durfte man den Trainerschein machen, das habe ich sofort getan, als ich alt genug war“, erinnert sie sich. Das war noch beim ASV Oranienburg. Später ging sie nach Hohen Neuendorf. Ihr Vater war Fußballtrainer beim SV Blau-Weiss. „Da durfte ich immer mit auf den Sportplatz, vielleicht bin ich deshalb so sportbegeistert.“ Auf die Sportschule aber wollte die Übungsleiterin, die beim SV electronic noch immer die Zehn- und Elfjährigen trainiert, nie. „Ich wollte nicht von zu Hause weg.“

Obwohl sie nun im Verein kürzer tritt, bleibt Kerstin Paech auch künftig Leiterin der Leichtathletik-Abteilung und des Leistungsstützpunktes. Diese Posten hat sie von Anfang an inne. „Ich war damals Alleinkämpferin, musste um Anerkennung ringen“, so die Hohen Neuendorferin. Inzwischen trainieren rund 320 Kinder und Jugendliche beim SV electronic.

Doch was treibt die Trainerin und Funktionärin immer noch an? „Was mich antreibt? Die totale Liebe zur Leichtathletik“, sagt Kerstin Paech. Erst kürzlich habe sie spät am Abend noch eine Kurznachricht bekommen. „Eine Neunjährige meinte, sie sei im Hoch- und Weitsprung nicht so gut. Sie fragte, ob wir nicht mal ein Sondertraining machen könnten“, erzählt die Erzieherin. Nachrichten wie diese zeigen, dass Kerstin Paech vieles richtig macht. „Und das mit dem Einzeltraining bekommen wir schon mal hin“, sagt sie. Tagtäglich hat die Übungsleiterin im Bereich Jugendhilfe mit Kindern zu tun. Nach Dienstschluss geht es auf dem Sportplatz weiter. „Das ist manchmal ein krasser Gegensatz, aber auch mein Ausgleich.“

Derzeit ist Kerstin Paech im Dauerstress. In der Leichtathletik stehen die großen Freiluft-Wettbewerbe an, auf Landes- und Bundesebene fallen bei den Meisterschaften die Entscheidungen. Immer wieder vorne mit dabei: die Athleten vom SV electronic Hohen Neuendorf, von denen viele auch durch Paechs Schule gingen. „Na klar freut es uns, wenn wir erfolgreich sind“, sagt sie. Leichtathletik sei eben bei allem Spaß auch ein Wettkampfsport. „Unser Ziel ist es auch, immer wieder die talentiertesten Athleten an die Sportschule zu delegieren.“

Sohn Carlo startet am 25. Juni für Bayer 04 Leverkusen. Am Wochenende hat der WM-Teilnehmer von 2015 bei den Stabhochsprung-Classics in Leverkusen womöglich die letzte Chance, noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. „Deshalb sind wir auch schon wieder auf dem Sprung“, sagt seine Mutter. Die Familie will ihn unterstützen. Auch deshalb führt Kerstin Paech ein Leben für die Leichtathletik.

Von Christoph Brandhorst

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