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40 Jahre mit Höhen und Tiefen

Stahl Wittstock 40 Jahre mit Höhen und Tiefen

Stahl Wittstock feiert runden Geburtstag. Nach Jahren von Frust und Tiefgang ist das Vereinsleben wieder intakt

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Ein Bild aus Bezirksligazeiten in den 1990ern: Stahl Wittstock mit Achim Zeiger (von links), Olaf Baumann, Guido Basedow, Burghard Herrmann, Andreas Szelat, Harry Quast, Wolfgang Bading sowie Heiko Weiß (knieend von links), Jörg Katzberg, Dieter Wiedemann, Rüdiger Otto, Dietmar Andree.

Quelle: Privatt

Wittstock. Bei Stahl wird angepackt – und das seit 40 Jahren. In diesem Jahr feiern die Wittstocker Vereinsmitglieder – 108 sind es an der Zahl – und Freunde ihren vierten runden Geburtstag. Spieler der Abteilungen Tennis und Badminton werden an der Partie teilhaben. Das Gros des Vereins stellen allerdings von Beginn an die Fußballer. Dietmar Andree ist seit 37 Jahren bei Stahl, später maßgeblich im Verein tätig. Seit 1991 ist er Vereinsvorsitzender, 1989 übernahm Andree das Traineramt bei den Männern. Beide Ämter bekleidet er bis heute. „Es findet sich keiner“, so die Erklärung für die lange Verweildauer auf den Posten.

Stahl hieß immer Stahl

Entstanden ist Stahl Wittstock – „wir hießen immer so, und haben das auch nicht nach der Wende geändert“ – aus dem DDR-Betrieb Ratio Metallbau in Wittstock, gelegen auf dem heutigen Gelände des Hotels Stadt Wittstock in der Röbeler Straße. Unweit davon entstand über die Jahre das Stahl-Gelände im heutigen Gewand. Mit festen Gebäuden, Containern zum Umziehen, einem Tennis- und einem Fußballbereich. Badminton wird in diversen Sporthallen betrieben. Eröffnet wurde der Platz im Jahr 1981.

Zehn Jahre später musste der Verein langsam Abschied nehmen von Unterstützer Ratio. „Wir mussten uns alleine ernähren“, so Dietmar Andree. Die Stadt übernimmt nur die Nebenkosten wie Strom, Wasser und Abwasser, aber nur bis zu einer gewissen Höhe. „Was wir mehr verbrauchen, müssen wir selbst zahlen.“ Über die Jahre haben dem Verein einige Sponsoren die Treue gehalten, viel wird über die Beiträge eingenommen. „Wir haben keine Reichtümer“, so der Vereinsvorsitzende.

Viermal klappte der Aufstieg der Wittstocker

Einen vernünftigen Fußball spielen, das war und ist das erklärte Ziel von Stahl Wittstock. In den vergangenen vier Jahren ist die erste Männermannschaft viermal aufgestiegen. In der nun abgelaufenen Saison hat Andree sein Team erfolgreich durch die erste Kreisoberliga-Serie geführt. Mit dem erreichten 6. Platz sind der Trainer und die Mannschaft sehr zufrieden. Viel mehr geht nicht mit dem vorhandenen Potenzial an Spielern. „Bei Stahl gibt es kein Geld, prinzipiell nicht. Wenn andere Vereine Geld für die Spieler zahlen, macht mich das richtig traurig.“ Unstimmigkeiten in der Mannschaft würde es hervorrufen, wenn der eine Geld bekommt, der andere nicht. Das erklärte Ziel für die kommende Saison in der Kreisoberliga heißt, ein gewichtiges Wörtchen mitzureden und im oberen Drittel zu landen. Ein Aufstieg in die Landesklasse sei aber kein Thema an der Röbeler Straße. Zeit und Geld fehlen, „das kann so ein kleiner Verein nicht schlucken.“

Aus der Holzbuchte entstand ein Steinhaus für das Vereinsleben

2000 wurde das Vereinshaus aus eigenen Mitteln aus Stein gebaut. „Vorher stand dort nur eine Holzbuchte“, erzählt Dietmar Andree. Die Stählernen, nicht faul, hatten die Holzhütte einfach mit Stein ummauert, dann die „Buchte“ ausgebaut und nebenan wieder aufgebaut. Für diese Aktion gab es tatsächlich etwas Ärger, da keine Genehmigung vorlag. „Aber das konnte geklärt werden“, schmunzeln Dietmar Andree und Ingolf Thon, seit 1990 Abteilungsleiter Fußball.

Weniger zum Schmunzeln war die Zeit bei Stahl Wittstock, als die Fußballer in die 3. Kreisklasse abstiegen. „Viele Spieler haben damals aufgehört“, erinnert sich Andree, „wenn ich absteige, dann sollte ich auch den Arsch in der Hose haben und das durchstehen.“ Aber eine Gemeinschaft war zu der Zeit nicht gegeben. Das Vereinsleben lag in Scherben, „es war ein traurige Zeit.“ Das war im Jahr 2006. Seitdem wird darauf geachtet, dass die Gemeinschaft zusammensteht – auch dank der treuen Fans. Im Schnitt kommen 90 zahlende Zuschauer zu den Heimspielen, mit deren Eintrittsgeldern das Vereinsleben ebenfalls aufrecht erhalten wird. „Da kann man sich nur bedanken“, sagt Andree. Auch wenn es durch einige dieser Fans bereits Ärger gab. „Wir wurden observiert“, so der Vereinschef. Der Verfassungsschutz und auch der Landessport hatten braune Gesinnung ausgemacht. „Wir als Verein distanzieren uns davon. Wenn wir was beim Spiel sehen, schreiten wir ein. Aber was die privat machen, kann uns nichts angehen.“

Von Dirk Becker

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