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Amputierten–Fußballclub im Lindower Trainingscamp
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Kick auf einem Bein Amputierten–Fußballclub im Lindower Trainingscamp

Der 1. Amputierten Fußballclub der Republik, gleichbedeutend mit der Deutschen Nationalmannschaft, hatte sich in der Sportschule in Lindow für seinen monatlichen Trainingslehrgang eingebucht.

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Jens Faerber (l.) ist seit dem3. Lebensmonat amputiert.

Quelle: D. BECKER

LINDOW . Raimund schwört auf Stahl, immerhin sind seine Selbstbau-Krücken schon zwölf Jahre alt und halten immer noch. Normale Lebensdauer herkömmlicher Laufhilfen beim Krückenfußball: drei Monate. Was machen die denn da? Die Frage stellten sich wohl alle, die am Samstagmorgen etwas in der Sportschule Lindow zu tun hatten und dieses Bild auf dem Kunstrasenplatz sahen: einbeinige Männer und eine Frau, die dem runden Leder auf eben diesen Krücken hinterherjagten.

Ein Trainingsspiel zum Abschluß der ersten Traininseinheit, laut schallen Kommandos von Spieler Christian Heinz übers Feld. Bis zu einem Autounfall hatte Heinz Fußball gespielt. Ab dem 4. Lebensjahr immer beim SG Alfbachtal in der Eifel, Bezirksliga. Mit 26 war damit Schluss, der rechte Unterschenkel musste amputiert werden. Heinz fand den Weg zurück ins Fußball-Leben, wie auch Jens Faerber. Der 44-jährige aus der Nähe von Kleve ist seit seinem 3. Lebensmonat amputiert. Faerber wollte in seiner Kindheit nur Fußballspielen, aber wegen seiner Behinderung ließen ihn die anderen Kinder nicht. Schließlich landete er beim Sitzvolleyball und wurde bei den Paralympics 1992 in Barcelona dritter mit der Nationalmannschaft. Dass Faerber jetzt wieder Fußball spielen kann, ist für ihn so etwas wie nach Hause kommen.

An diesem Wochenende muss die Mannschaft, die für ein internationales Turnier in Irland trainiert, ohne ihre Torwarte auskommen, die aus beruflichen Gründen nicht anreisten. „Wir müssen alles selber bezahlen“, sagt Philipp Siewert, mit 18 Jahren der Jüngste im Team und so etwas wie der Pressesprecher. Von der Sepp-Herberger Stiftung des DFB gab es schon Unterstützung, aber es dürfte gern etwas mehr sein. An einer langfristigen Lösung wird gearbeitet“, so Siewert. Und die ist auch nötig, will sich die Mannschaft ihren Traum erfüllen: Die Teilnahme an der Amputee-Soccer-Weltmeisterschaft im September 2014, die in Mexico stattfindet.

Von Dirk Becker

1. AFC - FÜR JEDEN OFFEN

Im Mutterland des Fußballs, England, sind die Amputierten-Fußballclubs, die Amputee Football Clubs, den großen Fußballvereinen angegliedert.

Gekickt wird mit sechs Spielern mit Beinamputationen plus Torwart, die Spielzeit beträgt 2 x 20 Minuten; der Torwart darf, in Analogie zu den Spielern, nur einen funktionsfähigen Arm haben. Prothesen müssen vor dem Spiel abgelegt werden. Absichtliche Ballberührung mit der Stütze gilt als Handspiel, der Spieler sieht die gelbe Karte.

Offen ist der 1. Amputierten-Fußballclub für jeden, der mitmachen möchte, unabhängig von Geschlecht oder Alter. Weitere Informationen unter www. amputierten-fussball.de. E-Mail an info@amputierten-fussball.de, Tel. 01573/46 63 602.

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