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Erfolgreiche Paddler für Deutschland

Drachenbootfahren Erfolgreiche Paddler für Deutschland

Die Drachenbootfahrer des SV Kanu Neuruppin können wieder einmal auf eine tolle Saison zurückblicken. Bei der Club-EM in Frankreich und der Nationen WM in Kanada waren sie wieder sehr erfolgreich. Aber die neue Saison ist schon im Blick, Anfang Dezember gibt es die Nationalmannschaft-Sichtung für 2016.

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Stephan Müller, Frank Steiner, Carla Haase, Anton Jurukov, Nancy Beelitz, Frank Birkholz und Bodo Kostezka vom SV Kanu Neuruppin.

Quelle: Foto: Möller

Neuruppin. Die Saison ist für die Drachenbootfahrer des SV Kanu Neuruppin zwar zu Ende, doch die Planung für 2016 läuft. Im nächsten Jahr steht die Drachenboot-EM in Rom an. Bis zum 30. November muss die Bewerbung für das Nationalteam erfolgen, die Neuruppiner Frank Birkholz, Frank Steiner, Nancy Beelitz, Stephan Müller, Bodo Kostezka, Anton Jurukov sowie Carla Haase haben ihre Bewerbung abgegeben.

Schon am 5./6. Dezember gibt es in Berlin die Sichtung für das Nationalteam. Beim Bankziehen (3 Minuten/eine Minute) sowie einem Messpaddeltest müssen die Kandidaten ihr Können zeigen. Die Neuruppiner sind da optimistisch, für alle ist es nicht der erste Test, sie kennen die Anforderungen. „Uns fehlt der Nachwuchs, da sieht es in anderen Ländern ganz anders aus“, erklärte Birkholz. Davon konnte er sich im August in Kanada bei der WM überzeugen. Birkholz feierte dort ein kleines Jubiläum, zehn Jahre Nationalmannschaft, seine erste WM fand 2005 auch in Kanada statt. Doch in der Zeit sind einige Länder den Deutschen davongezogen. „In Kanada, den USA und in Australien hat der Sport eine andere Bedeutung, da ist die Unterstützung viel größer. In Kanada können die Nationaltrainer aus 4000 Athleten auswählen, bei uns sind es vielleicht 400“, erklärt er. Während die Gastgeber finanziell unterstützt werden, zahlen die Deutschen fast alles aus eigener Tasche (rund 2000 Euro) und opferten ihren Urlaub. Daher waren die Deutschen mit dem Abschneiden bei der WM (viermal Gold, zehnmal Silber und neunmal Bronze) sehr zufrieden. Die sechs Ruppiner hatten daran einen gehörigen Anteil, denn Frank Steiner fehlte wegen eines privaten Termins. „Wir haben alle Medaillen vom Saisonhöhepunkt mitgebracht, Stephan Müller und Bodo Kostezka sogar das komplette Paket, also Gold, Silber und Bronze“, freute sich der Neuruppiner Vereinschef Birkholz. 2015 war für die Neuruppiner Drachenbootfahrer ein sportlich tolles Jahr. „Wir sind mit 2015 rundum zufrieden“ gestand Birkholz. Nach dem heimischen Höhepunkt, den Drachenbootrennen beim Neuruppiner Stadtfest, begann schon die Vorbereitung auf die WM. Haase, Jurukov, Müller, Kostezka und Steiner starteten zuvor noch bei der Club-EM in Frankreich. „Es war ein toller Wettkampf, er fand auf dem Lac de Divonne mit majestätischem Blick auf den Mont Blanc statt, perfekt organisiert und für uns sportlich sehr erfolgreich“, berichtete Jurukov. Er und Carla Haase (Ü 50 und Ü 40) saßen im Neckar-Drachen, der im Mixed dreimal Gold erpaddelte. Für Jurukov gab es noch zweimal Gold im Männerboot und für Haase zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze bei den Frauen. Beide hatten also ihren Anteil daran, dass die Neckar-Drachen der erfolgreichste Verein bei der Club-EM (23-mal Gold) wurde. Frank Steiner (Ü 40) saß im Brandenburger „Steel Dragon“. Über 200 m, 500 m und 2000 m gab es jeweils Bronze. Müller und Kostezka holten im Magdeburger „Silver Backs“ mehrfach Gold und Silber. „Es waren schöne Wettkämpfe, aber für uns zählte dabei vor allem die Vorbereitung auf die WM in Kanada“, sagte Müller.

Am 16. August ging es für 163 deutsche Drachenbootfahrer, darunter sechs Neuruppiner, über den „großen Teich“. Nach einem dreitägigen Trainingslager („Um ein Wassergefühl zu bekommen“, so Birkholz) startete die WM im kanadischen Welland (Ontario) mit einer beeindruckenden Eröffnungsfeier in Sichtweite der hell angestrahlten Niagara-Wasserfälle. Für Nancy Beelitz, sie sitzt seit fünf Jahren im Drachenboot, waren es die ersten Wettkämpfe im Frauen-Nationaldress. „Ein schönes Erlebnis, vor allem gab es so viele neue Eindrücke“, berichtete sie. Sportlich war es auch ok, zweimal gab es im großen Boot (20 Paddler) Bronze (1000 m/ 200 m). „Angesichts der Konkurrenz aus Kanada, USA und Australien waren die Trainer sehr zufrieden“, erzählte sie. Auch Birkholz brachte wieder vier WM-Medaillen (zwei Bronze/Silber) mit. „Die Ausbeute war super. Kanada war nicht zu schlagen, dahinter waren wir im Verfolgerfeld“, so Birkholz. Noch mehr Medaillen hatten Carla Haase und Anton Jurukov (Ü 50) im Gepäck. „Damit hatten wir nicht gerechnet, doch im ersten Wettkampf über die 2000 m im Mixed-Boot holten wir völlig überraschend Silber, das gab Schwung für die nächsten Rennen“, erzählte Haase. Danach gab es noch zweimal Silber (Mixed, 500 und 1000 m) und zweimal Bronze (Frauen, 2000 und 200 m) für Haase. Jurukov saß auch über 1000 m im Mixed-Boot. Er startete auch im Smal-Boot (10 Paddler) bei den Männern Ü 40. Da war die Konkurrenz nicht ganz so groß, aber mit zweimal Gold und einmal Silber hatte der Neuruppiner trotzdem nicht gerechnet.

Für die Überraschung aus deutscher Sicht sorgten Stephan Müller und Bodo Kostezka im Ü-60-Boot über 2000 m. „Bei der ersten Wende hatten wir die USA (15 Sekunden vorher gestartet d. R.) schon überholt und sind am Ende sogar zu Kanada (30 Sekunden) aufgelaufen“, erzählte Kostezka. Doch noch war Australien im Rennen, verfehlte aber um sechs Hundertstel die deutsche Zeit. „Also Gold für Deutschland, es war das einzige im großen Boot und die Stimmung natürlich toll“, erinnerte sich Kostezka. Nur zwei Stunden später saßen beide auch im goldenen Smal-Boot. Den Schwung nahmen die deutschen Ü-60-Paddler mit in die nächsten Rennen. In einem dramatischen Wettkampf gab es über die 500 m Silber und Bronze über die 200 m. Also einen kompletten WM-Medaillensatz für die beiden Neuruppiner. Im Smal-Boot folgten noch zwei silberne über 200 und 500 m. „Es war aber nicht nur sportlich eine tolle WM, die Organisation war super, das Land wunderschön, die Menschen nett, nur das ungewohnte kanadische Frühstück war nicht nach unserem Geschmack“, sagte Kostezka lächelnd.

Und sein Blick geht schon voraus, erst gibt es 2016 die EM in Italien und dann folgt die Club-WM in Australien. Bei beiden Wettkämpfen erhoffen sich die Neuruppiner wieder einige Medaillen. „Die stehen aber nicht im Vordergrund, die Gemeinschaft ist toll, man sieht andere Länder und man macht etwas für seine Gesundheit“, so Birkholz zum Abschluss.

Von Roland Möller

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