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Erika Saubohn ist die gute Seele im FK Hansa Wittstock Lizenz zum Waschen

Erika Saubohn ist Fußballfan. Sie schwärmt für die Kicker vom FK Hansa Wittstock. Wenn die Jungs ein Spiel auf dem heimischen Rasen haben, fiebert die 59-Jährige so sehr mit, als würde sie selbst dem runden Leder nachjagen. Ihr Stammplatz ist auf der Tribüne.

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Der Duft von frisch gewaschener Wäsche gefällt Erika Saubohn. Sie ist schließlich dieWaschfrau imWittstocker Verein FK Hansa.

Quelle: Madlen Wirtz

Wittstock. Von hier feuert sie ihre Favoriten an. „Darauf legen die Fußballer auch großen Wert“, verrät Erika Saubohn.

Es macht ihr nicht nur Spaß zuzuschauen, sondern sie auch stolz. Denn als „Wäschefee“ sorgt sie für saubere Trikots und ist quasi die wichtigste Frau im Hintergrund. „Das wissen ,meine Jungs’ zu schätzen. Die sind einfach topp. Auf sie lasse ich nichts kommen. Ich habe immer ein wachsames Auge auf sie“, berichtet die Frau mit der Waschlizenz. Aber wenn sich ihre „Jungs“ mal wieder auf dem Fußballfeld so richtig eingeschmuddelt haben, macht sie das andere Auge lieber zu: „Ich sage zwar immer: ,Macht doch nichts. Das ist nicht so schlimm.’ Aber in Wirklichkeit höre ich in meinem Hinterkopf schon die Waschmaschinen rattern.“

Bei Hansas Waschfrau haben Schmutz und Flecken absolut keine Chance. Wo sich was in den Stofffasern festgesetzt haben könnte, wird es eine der beiden modernen Waschmaschinen schon richten. Das Regal für die chemischen Helferlein indes ist sehr übersichtlich. Auf Weichspüler verzichtet Erika Saubohn ganz. Wie sie mit den Folgen eines rasanten Turniers umgeht, bleibt ihr gehütetes Geheimnis. Jedenfalls guckt sie bei der Wahl des richtigen Waschmittels auch auf einen günstigen Preis. Und bis jetzt konnte sie allen grünen und braungrauen Flecken erfolgreich zu Leibe rücken. Ein mulmiges Gefühl beschleiche sie jedoch immer dann, wenn die 1. und 2. Männermannschaft ihre Wäscheberge anschleppen. Denn sie tragen weiße Trikots, weiße Hosen und natürlich weiße Stutzen. „Wenn die Männer im Dreck spielen, ist das nicht mehr lustig“, sagt Erika Saubohn mit ernster Miene und fügt leise hinzu: „Das ist eine Herausforderung.“

Für etwa 160 kleine und große Kicker bringt die Wäschefee das Innere von zwei Waschmaschinen gleichzeitig in Bewegung. Mehrmals in der Woche verrichtet die Technik pflichtgemäß ihren Dienst. Am Wochenende sind bis zu acht Waschmaschinen gefüllt.
Kaputtgehen darf nichts. Als jüngst der Wäschetrockner seinen Geist aufgab, fühlte sich die Waschfrau aufgeschmissen. „So lange das Wetter schön ist, hänge ich die Sachen draußen auf. An anderen Tagen brauche ich einen Trockner, sonst haben die Jungs keine sauberen Trikots“, sagt sie mit leicht energischem Unterton in der Stimme.

Vor wenigen Tagen bekam der Verein einen Trockner gesponsert. Nun ist Erika Saubohn wieder glücklich bei der Arbeit. Dass ihr das Spaß macht, ist ihr anzumerken. Sie hat es sich zur freiwilligen Aufgabe gemacht, die etwa 160 Balljäger und Torhüter stets zum Spielbeginn in ihren Trikots „glänzen“ zu sehen. Ihre Philosophie ist: „Die Spieler müssen einfach gut aussehen. Das ist ganz wichtig, weil es die Stimmung im Team hebt. Sie sollen sich freuen, wenn sie in frisch duftenden Hansa-Trikots raus aufs Spielfeld gehen.“ Über ein Freiwilligenprojekt, das vom Kreissportbund gefördert wird, ist Erika Saubohn beschäftigt. Neben dem Wäschewaschen sorgt sie außerdem für Ordnung.

„Sie ist unsere gute Seele im Verein“, betont Thomas Krieglstein, der Präsident vom FK Hansa-Wittstock.

Von Madlen Wirtz

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