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Kein Weltrekord beim Mauerspringen

Springreiter und Pferd bleiben unverletzt Kein Weltrekord beim Mauerspringen

Das ging leider schief: Springreiter Thomas Kleis und sein Pferd AFP's Quick Vainqueur haben den Weltrekord im Mauerspringen mit einer Höhe 2,37 Metern für den Guinness Weltrekordversuch verpasst. Die gute Nachricht: Reiter und Pferd blieben bei dem spektakulären Fehlversuch unverletzt.

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Der Weltrekordversuch scheiterte, Pferd und Reiter sind aber wohlauf

Quelle: Screenshot Video

Neustadt (Dosse). Es ist in der Graf-von-Lindenau-Halle mucksmäuschenstill geworden. Auch die weiblichen Fans, die Max-Hilmar Borchert zuvor lautstark entgegengejubelt haben, blicken gespannt auf eine 2,17 Meter große Mauer. So hoch ist der Springreiter aus Menz (Oberhavel) in dieser Saison noch nicht gesprungen. "Das ist dieser eine Moment", sagt der 24 Jahre alte Sportler. "Es muss alles zusammenpassen. Pferd und Reiter müssen eins werden. Sonst hat man keine Chance." Die Tagesform der beiden sei entscheidend. "Motivation ist wichtig. Das merkt man schon beim Warmreiten", so Borchert. "Sollte etwas nicht stimmen, dann lässt man solche Springen aus. Doch da sind wir alle professionell genug. Risiko geht niemand ein. Die Gesundheit des Tiers steht an Nummer eins." Zudem müssen Absprung, Geschwindigkeit und Distanz zum Hindernis auf den Millimeter stimmen. "Vor drei Jahren habe ich noch gesagt, dass die Reiter wahnsinnig sein müssen, die dort rüber gehen. Jetzt bin ich selber dabei."

12 Reiterinnen und Reiter wagen sich ans Mauerspringen

Das internationale Mächtigkeitsspringen war der Höhepunkt der AFP’s Jumping Trophy in Ostprignitz-Ruppin. Zwölf Reiterinnen und Reiter wagten sich an das Riesen-Hindernis. Die Mauer ist aus einzelnen, leicht verschiebbaren Einzelteilen zusammengesetzt. Starthöhe: 1,77 Meter.  "Ich wollte über die 2,07 Meter zu kommen. Das ist mir gelungen", meinte Borchert zufrieden. Cuba Libre habe eine starke Form gehabt. Der neunjährige Wallach, den Borchert seit vier Jahren trainiert, entwickelt sich immer besser. In diesem Jahr holte Borchert unter anderem beim Hamburger Derby Rang acht. Beim Mächtigkeitsspringen im österreichischen Graz belegte das Paar Rang zwei. "Da war bei 1,90 Meter Schluss." Im Wohnzimmer lief es für Borchert besser.

Der Brandenburger Maik Junghänel vom RV Beestwind schaffte ebenfalls die 2,07 Meter und verbesserte seinen persönlichen Rekord um drei Zentimeter. "Die ersten drei Runden waren sehr anstrengend. Da hat das Pferd viel Kraft verloren", sagt der mehrfache Landesmeister. "Bei so einem schwierigen Springen müssen Reiter und Pferd topfit sein." Von 1,77 Meter ging es hoch auf 1,97 Meter. Im dritten Umlauf mussten die Paare 2,07 Meter bewältigen. Danach war Endstation für beide Brandenburger. Borchert holte bei der Prüfung Rang drei und erhielt 750 Euro. Junghänel wurde Fünfter.

Pferd und Reiter nach spektakulärem Fehlversuch wohlauf

Ganz vorn landete Thomas Kleis. Der Mann aus Mecklenburg-Vorpommern schaffte sogar 2,17 Meter und holte gemeinsam mit dem Polen Oskar Murawski Gold. "Es lief gut. Deshalb haben wir uns auch entschieden, den Weltrekord anzugehen", so der 36 Jahre alte Sportler. 2,37 Meter – eine Wahnsinnshöhe und nicht ganz unumstritten. "Mein Pferd ist 1,86 Meter groß und hat ein unglaubliches Sprungvermögen", erklärt Kleis. AFP's Quick Vainqueur habe Erfahrung und in diesem Jahr 30 Mauerspringen gewonnen. "Wir haben schon mehrfach 2,20 Meter oder 2,25 Meter übersprungen. Wir wollten es probieren." Die Vorzeichen für die Rekordverbesserung standen gut. "Wenn ich nur das kleinste Problem beim Pferd gespürt hätte, hätte ich den Versuch sofort abgebrochen. Doch das positive Gefühl war da."

Gereicht hat es am Ende aber nicht. Stattdessen sahen die Zuschauer einen spektakulären Fehlversuch, bei dem Pferd und Reiter stürzten. Beiden gehe es aber gut, sagte Kleis am Montag gegenüber der MAZ. Der Weltrekord bleibt damit bei Franke Sloothaak und Optibeurs Leonardo, die im Jahr 1991 im belgischen Chaudefontaine eine Mauer von 2,35 Meter Höhe übersprungen hatten.

Max-Hilmar Borchert wartete während des Rekord-Versuchs in der Abreithalle auf den Einmarsch zur Siegerehrung. "Bei solchen Sprüngen darf man nicht überlegen und niemals zweifeln", meint Borchert. "Ich vergleiche das immer mit Fahrradfahren auf einer Schanze. Wenn du darüber nachdenkst, was alles passieren könnte, liegst du lang." Im Januar kehrt Borchert in die Graf-von-Lindenau-Halle zurück. Die Unterlagen für das CSI (8. bis 11. Januar) sind schon abgeschickt.

Von Sebastian Morgner

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