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Schauspieler liest gern in kleinen Orten

Christian Berkel in Sewekow Schauspieler liest gern in kleinen Orten

Christian Berkel ist aus Kinofilmen wie „Der Untergang“ bekannt. Es gibt aber auch Momente, da ist er mal gar nicht der Schauspieler, sondern als Vorleser seinem Publikum ganz nahe. So ein Moment wird Sonnabend in Sewekow sein. Im Gespräch verrät Berkel, warum er Geschichten von Erfolgsautor Ferdinand von Schirach liest – und kleine Orte liebt.

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Christian Berkel beim Dreh für die ZDF-Krimiserie.

Quelle: Christel Köster

Sewekow. Am kommenden Sonnabend liest der Berliner Schauspieler Christian Berkel in der Max-Schmeling-Halle in Sewekow Kurzgeschichten des Rechtsanwalts und Bestsellerautors Ferdinand von Schirach. Vor seinem Besuch in Sewekow sprach Berkel im Interview mit der MAZ darüber, warum es im gerade gefällt, in kleineren Ortschaften zu lesen.


MAZ
: Sie sind als Schauspieler für Filmdrehs aber auch für Lesungen in der ganzen Welt unterwegs. Waren Sie schon mal in Sewekow?

Christian Berkel : Da klingelt bei mir was. Aber ich glaube, dass ich noch nie dort gewesen bin.

Vielleicht kommt Ihnen der Name so bekannt vor, weil ihre Frau, Andrea Sawatzki, dort im vorletzten Jahr bereits eine Lesung abgehalten hat?

Berkel : Das wird es sein, dass wir darüber geredet haben. Eigentlich schade, als Berliner wohnen wir gar nicht so weit entfernt von der Region. Aber weil ich gerade in der Woche viel am Set bin, freue ich mich, am Wochenende mit meiner Familie zuhause auszuspannen.

Der Heimatverein Sewekow hat einen langen Atem haben müssen, um sie für diese Lesung gewinnen zu können. Lesen sie sonst lieber in größeren Städten?

Berkel : Im Gegenteil. Ich lese sehr gerne in kleineren Orten, weil ich dort oft auf ein besonders interessiertes Publikum treffe. In den Großstädten herrscht ein kulturelles Überangebot, auf dem Land ist so eine Veranstaltung ein echtes Event.

Sie lesen aus den beiden Bestsellern „Verbrechen“ und „Schuld“. Darin beschreibt der Autor Ferdinand von Schirach Fälle aus seiner Tätigkeit als Anwalt, die sich so oder so ähnlich zugetragen haben. Was fasziniert Sie an den Geschichten?

Berkel : Zunächst einmal kenne ich von Schirach persönlich. Ich habe vor einigen Jahren eine Laudatio auf ihn gehalten. Dabei bin ich näher mit ihm und seinen Werken in Berührung gekommen. Ich hatte damals beide Bücher regelrecht verschlungen. Es sind Kurzgeschichtenbände mit wunderbaren Figuren und Fällen, die zum Nachdenken anregen. Von Schirach beschreibt, wie schnell Menschen in extreme Situationen geraten können. Jeder im Publikum dürfte sich oder jemanden, den er kennt, in den Figuren wieder finden.

Haben Sie eine Lieblingsgeschichte?

Berkel : Ich mag alle ausnahmslos. Interessant finde ich die Geschichte „Der Äthiopiär“. Darin begeht ein Mann, der eigentlich nur Gutes will, ein tragisches Verbrechen. Das Thema passt hervorragend zur aktuellen Flüchtlingsdebatte und hat mich persönlich stark berührt.

Auf wie viele dieser Kurzgeschichten darf sich das Publikum in Sewekow am Sonnabend freuen?

Berkel : Ich habe bis zu sieben Kurzgeschichten in petto. Die sind zwischen drei und 30 Seiten lang. Es ist eine kleine Mischung aus Düsterem und Heiterem, aber trotzdem keine Schwarz-Weiß-Malerei. Im Anschluss möchte ich mit den Leuten ins Gespräch kommen, über die Geschichten diskutieren. Autogramme gibt es natürlich auch.

Sie sind als Schauspieler in Serien wie „Der Kriminalist“ oder Kinofilmen wie „Der Untergang“ sehr erfolgreich. Bei Lesungen können Sie die Szenen aber nicht nachspielen, sondern haben Sie nur Ihre Stimme als Gestaltungsmittel. Hat das auch seinen Reiz?

Berkel : Auf jeden Fall. Ich will das Publikum mit meiner Stimme fesseln. Die Lesungen bieten mir einen ganz besonderen Kontakt zum Publikum. Sie leben von ihrer Intimität. Ich erzeuge gemeinsam mit den Zuhörern eine Art intime Zweisamkeit, die ich so auf der Theaterbühne selten schaffen kann. Außerdem würde ich mich freuen, wenn die Leute durch das Zuhören vielleicht wieder dazu animiert werden, zu lesen oder vorzulesen.

Von Christian Bark

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