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Am Lenkrad oder mit Sani-Koffer

Vereinsleben Am Lenkrad oder mit Sani-Koffer

Burkhard Jöchen ist einer der unverzichtbaren Elternteile, die den Judoclub Bad Belzig 93 mit verkörpern. So machte er sich in der Vergangenheit gleich mehrfach unsterblich für den Verein aus der Kreis- und Kurstadt.

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Burkhard Jöchen und Thekla Wolter sind bei Heim-Wettkämpfen als Sanitäter direkt am Mattenrand für Sofort-Maßnahmen zur Stelle.

Quelle: privat

Bad Belzig. Dass kleine Kämpfer des Judoclub Bad Belzig 93 an regionalen und überregionalen Wettkämpfen Deutschlands teilnehmen können oder der Belziger Verein große selbst Turniere stemmen kann, ist neben der guten Vereinsarbeit auch Nichtmitgliedern, wie Burkhard Jöchen zu verdanken. Der Vater eines JCBB-Mitgliedes saß über ein Jahrzehnt am Lenkrad, um den Judo-Nachwuchs pünktlich am Wettkampfort abzuliefern. Ohne Umschweife ist er auch mit dem Sanitätskoffer zur Stelle, sollte sich ein Kämpfer verletzten. Dass alles, wie viele andere Judo-Eltern auch, aus eigenem Antrieb, weil seine Tochter Maria einmal die Liebe zum Judosport für sich entdeckte.

Fahrten zu verschiedensten Judo-Wettkämpfen

Vor genau elf Jahren fing sein Töchterchen, damals war Maria siebe Jahre alt, mit Judo beim JCBB 93 an und bis heute ist sie dem japanischen Kampfsport treu geblieben. Bald schon standen erste Wettkämpfe für sie und weitere Nachwuchskämpfer an. Klar, Papa fährt. Und aus Turnier-Teilnahmen in Brandenburg (Havel) wurden es Fahrten zu Wettkämpfen in Rathenow, Cottbus und auch in Ritterhude, der Bad Belziger Partnerstadt nahe Bremen. „Sie können sich vorstellen, was da manchmal für ein Geräuschpegel herrscht“, spricht Burkhard Jöchen wahrscheinlich unzähligen Papis, die ihre Kinder Wochenende für Wochenende zu Wettkämpfen oder Punktspielen fahren, aus der Seele. „Das hat aber jedes Mal auch Spaß gemacht“, fügt er hinzu. Neben der Chauffeur-Rolle wurde man nämlich auch gleich zum Betreuer der Kämpfer und so war er jedes Mal hautnah bei den Kämpfen dabei. Folglich entstanden auch Freundschaften mit ausrichtenden Vereinen, wie in Ritterhude.

Bei Heimturnieren für Erste-Hilfe-Maßnahmen stets zur Stelle

So trägt Burkhard Jöchen neben den erfolgreichen Auftritten der Bad Belziger Judoka große Mitschuld daran, dass sich Turniere, die der JCBB ausrichtet immer größerer Beliebtheit erfreuen. Heute kommen zirka 600 kleine und große Judoka in die Albert-Baur-Halle, um sich auf den Fläminger Matten zu messen. Und da kommt Burkhard Jöchen erneut ins Spiel. Er und ungefähr zwei Dutzend weitere Eltern helfen dem Judoverein bei der Vorbereitung und Durchführung sowie bei der Nacharbeit. „Wenn wir die ganzen Muttis, Vatis und auch Großeltern nicht hätten, könnten wir unsere Turniere in dieser Größenordnung gar nicht realisieren“, weiß JCBB-Öffentlichkeitsarbeiterin Diana Grund. Ihren Aussagen zufolge helfen sie beispielsweise beim Verlegen der Matten, sorgen für die Verpflegung der Kämpfer und kümmern sich auch um Erste-Hilfe-Maßnahmen, wo wir wieder bei Burkhard Jöchen sind. Er ist von Beruf nämlich Rettungssanitäter und somit selbstverständlich bei Heimturnieren zusammen mit dem Bad Belziger Kinderarzt Burkhard Kroll und der ausgebildeten Krankenschwester Thekla Wolter ehrenamtlich stets zur Stelle, was bei der Ausführung einer Kampfsport nicht selten vorkommt. So war das Erste-Hilfe-Trio auch bei der Deutschen Meisterschaft, die der JCBB im März vorigen Jahres ausrichten durfte, im Einsatz. „Klar, es kommt schon mal zu einer ausgekugelten Schulter oder ein Kämpfer wird bewusstlos. Bei der DM zog sich ein Judoka eine Fraktur und einen Bänderriss im Knöchel zu. Größere Verletzungen sind aber die Ausnahme“, meint der 52-Jährige.

Tochter Maria jetzt selbst Übungsleiterin

Seine Tochter ist heute 18 Jahre alt und kümmert sich im Verein um die kleinsten Kämpfer, die sogenannten „Kampfzwerge“. Erst in diesem Jahr fuhr Papa Burkhard seine Tochter als Übungsleiterin mit ihren Schützlingen zum Turnier nach Ritterhude. „Auch wenn sie jetzt selbst einen Führerschein hat. Mir war es aber lieber, sie dorthin zu fahren, so dass sie sich voll auf ihren Sport konzentrieren konnten.“

Von Jörgen Heller

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