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Füchse-Star mit Wurzeln in Brandenburg

Handball, Bundesliga Füchse-Star mit Wurzeln in Brandenburg

Fabian Wiede startet am Sonntag mit den Füchsen Berlin mit einem Heimspiel gegen Ludwigshafen in die neue Spielzeit der Handball-Bundesliga. Im Interview spricht der aus dem Land Brandenburg stammende Star über Heimatgefühle und Schaltereinsätze als Bankangestellter.

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Aus dem Fläming auf die große Handballbühne : Nationalspieler Fabian Wiede startet mit den Füchsen Berlin am Sonntag in die neue Bundesligasaison.

Quelle: picture alliance/City-Press Gb

Berlin. Fabian Wiede ist in den vergangenen Jahren nicht nur zu einer der prägenden Figuren der Füchse Berlin auf dem Spielfeld aufgestiegen, der gebürtige Brandenburger gehört auch längst zu den Gesichtern des Vereins. Im Interview spricht der 23-jährige Nationalspieler über den Tagesablauf eines Handball-Profis und erdende Elemente.

Herr Wiede, Sie bewegen sich jetzt seit Jahren als einer der großen Stars in der Glitzerwelt Bundesliga, vor wenigen Tagen spielten Sie beim Golden Globe auf der ganz großen Bühne in Katar: Es muss für Sie ein bizarres Gefühl sein, in das beschauliche Bad Belzig, Ihre Heimatstadt zurückzukehren.

Fabian Wiede: Nein, dass würde ich nicht bizarr nennen. Natürlich sind die Gegensätze riesig, schon zwischen Berlin und einer Kleinstadt wie Belzig liegen Welten, der Gegensatz zu Doha ist noch krasser – aber ich freue mich einfach, wenn ich zu Hause bin und meine Eltern besuchen kann. Hier liegen meine Wurzeln. Es hat einfach ein Heimatgefühl, wenn ich nach Hause komme.

Dann hat Bad Belzig als Ort, der Sie erdet, großen Anteil am Verlauf Ihrer Karriere?

Ja, aber nicht als erdendes Element, sondern weil dort meine Laufbahn begonnen hat, weil sich dort Trainer wie beispielsweise meine Mutter sehr viel Mühe gemacht und mir das Spiel beigebracht haben. Geerdet werden muss ich nicht, ich kenne auch keine anderen Handball-Profis, die das nötig hätten. Im Übrigen mache ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann, auch das reduziert die Gefahr des Abhebens. Ich lebe nicht in einer Scheinwelt, das ist mir auch sehr wichtig.

Da sitzen Sie ganz normal tagsüber in einer Bankfiliale hinter dem Schalter?

Ja. Auch das kommt vor, wenn Bedarf herrscht.

Die Kunden müssen denken, das ist eine Folge der versteckten Kamera, wenn ein Handball-Star hinter dem Schalter sitzt.

Nein. Hin und wieder möchten Leute ein Autogramm, aber das war es auch schon. Viele erkennen mich gar nicht, in Berlin verläuft sich vieles, das Gesicht eines Handballspieler ist nicht jedem bekannt – das wiederum wäre in Bad Belzig schwieriger.

Wie sieht Ihr Alltag aus mit ihrer Ausbildung und dem Job als Handballprofi?

Der Tagesablauf ist sehr strukturiert. Wenn wir zweimal Training haben, dann fahre ich so gegen acht in die Arena. Am Vormittag steht oft 90 Minuten Athletiktraining auf dem Programm. In der Zeit bis zur zweiten Einheit am Nachmittag habe ich, wenn sich das einrichten lässt, Unterrichtsstunden für meine Ausbildung. Später haben wir dann eine zweite Trainingseinheit. Die Lehre zum Bankkaufmann lässt sich gut mit dem Sport koordinieren, weil ich sie an einer privaten Einrichtung absolviere.

Sie haben sich im vergangenen Winter einer Schulter-Operation unterziehen müssen. Sind die Probleme überwunden?

Ich hatte während der Vorbereitung wegen der hohen Belastung kleine Schwierigkeiten, aber inzwischen kann ich ohne Probleme spielen. Beim Golden Globe lief alles reibungslos.

Die Handball-Bundesliga hat in dieser Saison neue Anstoßzeiten, gespielt wird am Donnerstag und am Sonntag. Für die Fans ist es schwierig, unter der Woche Auswärtsspiele zu besuchen. Befürchten Sie, dass die Basis bröckeln könnte?

Nein. Man muss zwar sehen, wie diese Änderungen angenommen werden, aber ich habe keine Bedenken. Unsere Fans sind sehr enthusiastisch, sie werden Wege und Mittel finden, die Spiele weiter zu besuchen. Ich hoffe, auch bei unserem Saisonstart.

Was erhoffen Sie sich von der kommenden Spielzeit?

Natürlich wollen wir wieder oben angreifen und die Top drei ärgern. Wir wissen aber auch, dass die anderen Teams, die letztes Jahr hinter uns waren, sehr gut aufgerüstet und sich verstärkt haben. Daher denke ich, dass diese Saison sehr ausgeglichen sein wird und vieles sich erst in den letzten Spieltagen entscheiden wird.

Von Lars Sittig (Interview)

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