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Glindow richtet Ostdeutsche Meisterschaft aus

Ostdeutsche Meisterschaft im Bogenschießen Glindow richtet Ostdeutsche Meisterschaft aus

Der Schützenverein Glindow richtet zum zehnten Mal die Ostdeutsche Meisterschaft im Bogenschießen aus. Viele Helfer aus dem Verein sind im Einsatz.

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Lykke und ihr Vater Hans-Jörg Gierke.

Glindow. Schwer ist er nicht. Etwa vier Kilo wiegt der Bogen – doch auf der Sehne sind etwa 15 Kilo Zugkraft. Sechs mal sechs Pfeile schießen die Schützen bei einer Meisterschaft auf die runden Strohzielscheiben. Der Muskelkater in der Schulter am nächsten Tag ist garantiert.

Wie es aussieht, wenn die Schützen aus 60 Metern Entfernung punktgenau „ins Gold treffen“, kann man am kommenden Wochenende auf dem Gelände des Schützenvereins Glindow beobachten. Der Verein richtet zum zehnten Mal die Ostdeutschen Meisterschaften im Bogenschießen aus. „Wir erwarten insgesamt 200 Teilnehmer“, berichtet Jugendwart und Vorstandsmitglied Hans-Jörg Gierke. Am Samstag treten die Junioren gegeneinander an, am Sonntag die Erwachsenen. Die Kinder sind manchmal gerade erst acht Jahre alt. Gierkes Tochter Lykke ist zwölf. Sie ist mit ihrer Gruppe 2016 beim Brandenburgischen Schulvergleich Erste geworden. „So bin ich auch zum Bogensport gekommen“, erzählt Gierke, der in der Halle in der Landesliga antritt. Seine Tochter besuchte in der Schule eine Arbeitsgemeinschaft. Gierke fuhr sie zum Training und wurde auf den Sport aufmerksam. Wegen der Anlagengröße des Vereins und der Möglichkeit, dort zu campen, richten die Glindower Schützen fast jedes Jahr die Meisterschaft aus. „Und jeder kann mitmachen“, erzählt Gierke. Bei der Veranstaltung ist der gesamte Verein eingespannt: als Kampfleiter, Schiedsrichter oder Kuchenverkäufer. Zuvor müssen der Platz noch mit Scheiben bestückt und die Tribüne aufgebaut werden. Jugendwart Gierke freut sich auf die Meisterschaft: „Da kann man die Sportart bestmöglichst sehen.“

Perfektion ist gefragt

Bogensport sei mal was anderes, sagt Christian Thalmann. Der 21-jährige Politikstudent ist seit 13 Jahren im Verein. „Mich fasziniert die Perfektion, die dahinter steckt“, erzählt er. Bei einem Schuss lernt der Schütze zu Beginn die elf Phasen eines Schusses, angefangen vom richtigen Stand bis zum Lösen der Sehne. Ein kleiner Wackler kann entscheidend sein.

Sechs Mal schießen die Schützen bei der Meisterschaft in einem Durchgang auf die dartsähnliche, im Durchmesser etwa 1,20 Meter messenden Scheiben. Maximal 720 Ringe können erreicht werden. „Man muss auch viel trainieren“, erzählt Thalmann. „Vor allem die Schultermuskulatur.“ Die Partie ist beim Schuss besonders beansprucht. Bis man die Technik verinnerlicht hat und einen vernünftigen Schuss abschießen kann, dauert es etwa ein halbes Jahr, erzählt Gierke.

Wie bei vielen anderen Sportarten auch, braucht es eine gewisse Ausrüstung. Neben dem Bogen natürlich auch die Pfeile, einen Brustgurt und einen Fingerschutz, die die entsprechenden Körperteile schützen sollen. Groß verletzt hat sich Christian Thalmann noch nicht. „Ich hatte vielleicht mal einen blauen Fleck“, weil ihm das obere Ende seines Carbonbogens gebrochen ist. Das passiert bei der Meisterschaft am Wochenende hoffentlich nicht.

Von Lisa Neumann

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