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Sibylle Kumm-Kottke erfüllt den Verein mit Leben

MAZ-Serie: Treue Seele Sibylle Kumm-Kottke erfüllt den Verein mit Leben

In der MAZ-Serie „Treue Seele“ stellen wir diesmal Sibylle Kumm-Kottke vom Ruder-Klub Werder/Havel vor. Die 45-Jährige erfüllt in dem Verein viele Aufgaben – von der Trainerin bis zur Schiedsrichterin, von der 2. Vorsitzenden bis zur Regattaveranstalterin.

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Trainerin Sibylle Kumm-Kottke (M.) mit dem Werderaner Ruder-Nachwuchs.

Quelle: Foto: Olaf Möldner

Werder. Wenn Sibylle Kumm-Kottke über ihren geliebten Rudersport erzählt, gerät sie ins Schwärmen. Ihre Begeisterung ist geradezu ansteckend. „Diese Harmonie der Bewegungen auf dem Wasser hat mich schon als Kind begeistert“, erzählt die 45-Jährige vom Ruder-Klub Werder/Havel 1918, die nicht nur Trainerin ist, sondern auch Vorstandsmitglied, Wettkampfrichterin, Regattaveranstalterin und ein Mädchen für alles im besten Sinne. „Ohne sie wäre der Verein nicht das, was er ist“, sagt die Vereinsvorsitzende Brigitte Ahrenholz. „Auf Sibylle kann man sich hundertprozentig verlassen, sie ist eine Seele von Mensch, kümmert sich um alles und jeden. Das reicht von der Betreuung der Kinder bis zu unseren internationalen Gästen, ja selbst wenn der Bootsmotor streikt, ist Sibylle handwerklich geschickt zur Stelle.“ Die Physiotherapeutin sei auch in technischen Dingen sehr bewandert.

Einst Medaillen bei DDR-Meisterschaften gewonnen

Die Werderanerin rudert seit ihrem zehnten Lebensjahr. „Ein Jahr zuvor hatte mich der Trainer noch nach Hause geschickt, ich solle erst einmal ein bisschen größer und kräftiger werden. Aber sie ließ sich nicht abwimmeln. Später in der Jugend gewann sie sogar Medaillen bei DDR-Meisterschaften. Und nebenher begann früh die Übungsleitertätigkeit. Das ist bis heute so geblieben.

Der Mutter zweier Söhne namens Florian (12 Jahre) und Tobias (10) macht es einfach Spaß, anderen das Einmaleins des Rudersports zu vermitteln. Die große Gruppe der Kinder und Jugendlichen wird von ihr und ihren Trainerkolleginnen wie Ulrike Hartmann oder Sabine Wolter abwechselnd jeden Tag in der Woche betreut. An den Wochenenden geht es dann 15 bis 20 Mal im Jahr zu den Regatten. Fast jede Woche kämen Leute vorbei, die ihre Kinder beim Rudern anmelden wollen. „Wir schicken keinen weg“, erzählt Sibylle Kumm-Kottke. Und: „Nicht alle wollen oder können später mal Weltmeister oder Olympiasieger werden. Wir bieten allen ein Zuhause, den ambitionierten Leistungssportlern wie denen, die einfach nur einen schönen Sport betreiben wollen, um fit zu bleiben. Da gibt es keine Altersgrenzen. In unserem Verein gibt es für jeden eine Aufgabe und jeder ist in der Trainingsgruppe wichtig. Diese Gruppendynamik zu erfahren, schult für das Leben. Das ist mir wichtig. Mit dem Sport kann man fürs Leben lernen.“

Beim Training am Steuer des Motorbootes

Natürlich ist Sibylle Kumm-Kottke, die in diesem Jahr mit dem Ehrenamts-Award des Kreissportbundes Potsdam-Mittelmark ausgezeichnet wurde, noch selbst aktiv beim Mastersrudern, wenn es die Zeit erlaubt. „Wenn wir es schaffen, abends im Achter über den spiegelglatten See in den Sonnenuntergang zu rudern, dann ist das wie Urlaub“, kommt sie gleich wieder ins Schwärmen. Wenn sie die Trainingsfahrten der Kinder und Jugendlichen mit dem Motorboot begleitet, hat sie zu tun, die Gruppe aufgrund der unterschiedlichen Leistungsstärken zusammen zu halten und auf den übrigen Schiffsverkehr auf der Havel zu achten. Vom Vereinsdomizil auf der Insel in Werder geht es meist in Richtung Phöben.

Sie bringt die Sportler und die Boote an die Regattastrecke

Am letzten Wochenende war sie von 5.30 Uhr bis 23 Uhr sonnabends wie sonntags auf Achse, ging es mit dem Kleintransporter samt Ruderern sowie Bootsanhänger zur Frühjahrsregatta nach Rüdersdorf. „Ich sage dann immer, ich fahre einen Lkw, denn der Bootsanhänger ist zwölf Meter lang“, erzählt Frau Kottke, deren Ehemann Maik lieber dem Angeln frönt. Auf die Frage, ob das Bootshaus ihr zweites Zuhause sei, antwortet sie: „Ich bin auch ganz gern zu Hause.“ Trotzdem engagiert sie sich für ein abwechslungsreiches Vereinsleben, wenn es um die jährliche Weihnachtsfeier oder das Skilager geht. „In diesem Jahr waren wir in Altenberg im Erzgebirge. Das war wunderbar.“ Außerdem kümmert sich die 2. stellvertretende Vereinsvorsitzende auch um die Datenbank der Aktiven, um die Anmeldungen zu den Regatten, die Startlizenzen und so weiter. An diesem Wochenende ist Sibylle Kumm-Kottke wieder als Schiedsrichterin bei der Kinderregatta auf dem Brandenburger Beetzsee im Einsatz.

Von Peter Stein

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