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Zweiter Start, zweite Aufgabe

Andreas Dorst scheitert an den 100 Meilen von Berlin Zweiter Start, zweite Aufgabe

Wieder hindert den in Luckenwalde lebenden Ausdauerläufer Andreas Dorst ein unvorhergesehenes Problem am Zieleinlauf der 100 Meilen von Berlin. Er musste zum zweiten Mal nach 2011 vorzeitig aufgeben.

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101 Läufer und Läuferinnen sind am Samstagmorgen um sechs Uhr auf die 160,90 Kilometer lange Strecke entlang des Berliner Mauerwegs gegangen.

Quelle: dpa

Luckenwalde. Ausdauerläufer Andreas Dorst lag gut in der Zeit bei den 100 Meilen von Berlin. Der aus Brück stammende Läufer hatte nach etwa 17 Stunden auf dem Mauerweg rund um die deutsche Hauptstadt bereits über 100 von den 161 Kilometern in den Beinen und noch 13 Stunden Zeit, um diesmal die Ziellinie zu erreichen. Doch wiederum musste er vorzeitig aufgeben.

„Bei der ersten Auflage 2011 nahm mich der Arzt wegen eines dicken Knies aus dem Rennen“, erzählte Andreas Dorst. „Damals nahmen 93 Läufer teil und einige kamen nicht an, obwohl alle, also auch ich, sehr gut vorbereitet waren. Ansonsten kann keiner so eine Distanz per Fuß in der vorgegebenen Zeit absolvieren“, erklärte der in Luckenwalde lebende Läufer, der schon zahlreiche Extremläufe absolvierte, auch in ausgefallenen Regionen wie den Alpen und in den Wüsten Nordafrikas. Dabei baut er auf seine jahrzehntelange Erfahrung. „Mit der Leichtathletik begann ich in der Schule in Brück. Ich schnupperte zwar in verschiedene Sportarten wie Fußball oder Handball rein, aber das Laufen bereitete mir den größten Spaß.“ Der resultierte auch daraus, dass er merkte, wie es voranging und er schon bald beim ASV Brück, der Armeesportgemeinschaft, mit Erwachsenen trainierte und Wettkämpfe bestritt. Aus dieser Zeit hat er noch immer viele Freunde in Brück und Umgebung.

Inzwischen sind natürlich viele Laufkameraden dazugekommen, denn den größten Teil seiner Freizeit verbringt Andreas Dorst noch immer in Sportkleidung. „Mindestens fünfmal in der Woche trainiere ich. Und dabei geht es ordentlich zur Sache. Oft lege ich mehr als 30 Kilometer zurück, so dass die Übungseinheiten um die drei bis vier Stunden lang sind.“ Bei so hohen Belastungen, die bei Rennen mit der drei- bis vierfachen Marathonlänge natürlich noch extremer sind, reagiert der Körper fast immer mit Schmerzen und wenn es nur ein Muskelkater ist. „Über die Grenzen zu gehen, sich zu quälen macht einen Teil des Reizes am Laufen aus. Wenn ich mich überwinde und bei allen Problemen das gesteckte Ziel erreiche, empfinde ich trotz aller Erschöpfung ein Glücksgefühl.“ Deshalb sucht sich der Luckenwalder „außergewöhnliche Sachen“ wie die 100-Meilen von Berlin auf dem Mauerweg. Und er ist nicht allein. „Diesmal gab es bereits 240 Teilnehmer, die um 6 Uhr in Kreuzberg starteten. 20 Prozent sahen die Ziellinie nicht“, erzählte er. „Ich ging optimistisch ins Rennen. In der Vorbereitung absolvierte ich einen 24-Stunden-Lauf und schaffte 126,8 Kilometer. Bei dem Tempo hätte ich in Berlin noch sechs Stunden für die rund 34 000 Meter bis ins Ziel.“ Doch passieren kann in jeder Minute etwas. „Ab Kilometer 99 fühlte ich mich diesmal schlecht, mir wurde übel. Ein bei Kilometer 107 anwesender Arzt riet mir, den Wettkampf zu beenden. Und ich folgte ihm schweren Herzens“, so Dorst. „Bei 113 Kilometern wäre sowieso ein obligatorischer Medizincheck gewesen und da hätte man mich in meinem Zustand sicher aus dem Rennen genommen.“

Übrigens, schon vor dem Start werden alle Starter gründlich von Ärzten untersucht. Und ihnen wird sich der Luckenwalder bei den nächsten 100 Meilen wohl wieder stellen.

Von Klaus Nüsser

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