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Allianz mit Zukunft

Kanute Ronald Rauhe startet mit Tom Liebscher Allianz mit Zukunft

Oberkörper vom Umfang eines Baumstamms. Oberarme, die das Volumen eines Oberschenkels von "Normalsterblichen" haben: Die Kanuten Ronald Rauhe und Tom Liebscher sind pure Kraftpakete, die mit ihrer explosiven Power gehörig an den Machtverhältnissen im Kajakzweier über die 200 Meter rütteln.

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Neues Kajak-Team: Ronald Rauhe und Tom Liebscher.

Quelle: privat

Potsdam. Denn beim ersten Weltcup der Saison vor zwei Wochen in Mailand bezwang das Duo aus Potsdam und Dresden die amtierenden russischen Olympiasieger und Weltmeister Juri Postrygay und Alexander Dyachenko. Auf der zweiten Weltcup-Station am Wochenende im tschechischen Racice treffen die zwei Hochgeschwindigkeitsboote wieder aufeinander.

"Das hat in Mailand sehr gut eingeschlagen", freut sich Rauhe über die starke Premiere mit Liebscher als Partner. Bei der nationalen Qualifikation Mitte April in Duisburg hatten sich die beiden Modellathleten ein hauchdünnes Duell im Einer geliefert. Doch anstatt die Teilnahme im Einzelwettbewerb als Konkurrenten anzupeilen, heckten sie einen Masterplan aus. "Wir wollten unsere Kräfte bündeln, um international richtig anzugreifen. Dass es gleich so gut klappt, hatten wir aber auch nicht erwartet", erzählt Schlagmann Rauhe, der für den KC Potsdam startet.

Erfolgreich macht das Duo nicht nur die Urgewalt, die es bei ihren Paddelschlägen ins Wasser überträgt - die Harmonie stimmt. "Wir haben eine sehr ähnliche Schlaganlage", begründet der Potsdamer das gute Zusammenspiel, das auch davon lebt, dass Schwächen ausgebügelt werden. "Ich bin ein sehr schneller Starter, während Tom dahingehend noch Reserven hat. Dafür zeigt er hinten raus Stärke, wo ich Probleme habe."

Der eine steht für den anderen ein, nur gemeinsam führt der Weg zum Erfolg: Der 32-jährige Rauhe erinnert sich nun, wo er mit dem erst 20 Jahre alten Sachsen das Wasser zum Kochen bringt, an seine furiosen Jahre mit Tim Wieskötter. Das Potsdam-Boot hatte 2000, 2004 und 2008 einen kompletten olympischen Medaillensatz im K2 über 500 Meter erkämpft - krönender Höhepunkt war der Olympiasieg 2004 in Athen."Mit Tom im Boot fühlt es sich ähnlich an", hofft Rauhe auf eine erfolgreiche Partnerschaft, die langfristig geplant ist. "Wir sind eindeutig ein Siegerboot, daher wollen wir gemeinsam den Weg bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio gehen."

Doch bis dahin muss noch viel und hart gearbeitet werden, weiß der Routinier, der schon 13-mal Weltmeister wurde. Auf den kommenden Weltcup haben sie sich mit der deutschen Kanu-Nationalmannschaft im brandenburgischen Kienbaum (Oder-Spree) vorbereitet. "Wir werkeln an der Feinabstimmung - bei der Startphase und im Frequenzablauf haben wir Luft nach oben", sieht Rauhe noch Potenzial. Daher drückt er auch ein wenig auf die Euphoriebremse vor dem nächsten Aufeinandertreffen mit der russischen Übermacht, der das deutsche Duo die erste Niederlage seit drei Jahren zugefügt hat. "Wir dürfen den ersten Auftritt nicht überbewerten. Nach diesem Dämpfer sind die beiden sicherlich noch motivierter."

Von Tobias Gutsche

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